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biHiuüIzÄ H?ZM7n6iN «;ÖM»ß!z6??L? ':'-^ (lM zZziZ z)-» ^M7k!T W)^ ?ov 5jisündhaft waren, kümmert ihn sehr wenig; er bejammert eigentlich nur, daß er sichunfähig gemacht, von dem Taumelkelche der Sünde zu kosten. Soll die Neue zumewigen Leben frommen, so muß das Schmerzgefühl, in welchem sie sich kundgibt,durch die Erkenntniß, wie verabscheuungswürdig die begangene Sünde sey, hervorge-rufen werden. Allein dieß ist um die Reue zu heiligen zwar nothwendig, aber nichthinreichend. JudaS Jscharioth verräth den Herrn, welcher ihn seinen Aposteln bei-s gesellte, überliefert für klingende Münze den Sohn Gottes in die Hände seiner Feinde.AIS er aber vernimmt, daß der Haß der Pharisäer und Schriftgelehrten zum Aeußer-sten schreite, daß der verrathene Meister am Kreuze sterben solle, da tritt er vor dieMitschuldigen seines Frevels und spricht: Ich habe gesündigt, daß ich unschulvigesBlut verrieth. Sie antworten mit dem kalten Höhne, welchen der verhärtete Sünderfür die Gewissensbisse seiner Spießgesellen zu haben pflegt: WaS geht das uns an?da sieh du zu! Und er wirft das Geld hin, eilt von bannen und erhenkt sich. Un-streitig machte der Unselige sein Herz gänzlich von dem Gewinne loS, welchen erdurch solch eine That erkauft hatte: denn er stellte den empfangenen Sündenlohn denHäuptern der Juden zurück; unstreitig wünschte er auf's glühendste, seine That ausd?m Buche des Daseyns auslöschen zu können und erkannte vollkommen, daß dieseThat eine Sünde, eine furchtbare Sünde sey: denn die Erinnerung an die Schuld,womit er sich befleckt hatte, erfüllte ihn mit der Bitterkeit eines Schmerzes, welcherihm das Leben als eine unerträgliche Last erscheinen ließ. Dennoch war der GeistGotteS von seiner Reue ferne und der Allerhöchste nahm die Zerknirschung seinesHerzenS nicht an: denn die Demuth war der Zerknirschung nicht beigesellt. DerSchmerz, dessen Toben ihn in wildem Wirbel fortriß, entsprang aus der unreinenQuelle der verirrten Selbstliebe und schied ihn auf ewig von Dem, an dessen Gnadeer verzweifelte.
Ganz andere Mächte bewegten das Herz der Sünderin, über welche der Herrbei dem Gastmahle des Pharisäers das huldvolle Wort der Verzeihung sprach. Siehat den Schatz der Unschuld verloren und die frechen Lüste, in deren Dienstbarkeit siesich begab, haben sie zum Ziele wohlverdienter Verachtung gemacht. Nun fallen dieSchuppen von ihren Augen; sie erkennt die Größe der Schuld, durch welche sie sichbefleckt hat, nicht minder lebhaft ais JudaS das Entsetzliche des verübten Verrathet»erkannt hat, und bei den Menschen darf sie keinen Trost erwarten; während JudaSvon den Häuptern seines verblendeten Volkes als ein getreuer Sohn Abrahams , alsein Eiferer für die Gerechtigkeit gepriesen wird, sieht man in ihr nur das ehrlosgewordene Weib. Dennoch verläßt sie ihr einsames Gemach; sie tritt in den Saal,wo der Heiland umgeben von den Vornehmsten der Stadt zu Tische sitzt. Manstaunt, sie zu sehen. Wie, denken Simon und seine Gäste, ist denn in diesem WeibedaS Schaamgefübl bis zum letzten Reste ersterben? Wie kann sie wagen, unter unszu erscheinen? Blicke deS Unwillens treffen sie, ein Murmeln der Entrüstung ziehtdurch den Saal; sie aber wirft sich vor dem Heilande nieder und benetzt seine Füßemit Thränen und als sie sich wieder, erhebt, gehört sie zu den Begnadigten, vonwelchen der Sohn GotteS sprach: „Wahrlich, wahrlich sag' ich euch, eö wird imHimmel mehr Freude seyn über einen Sünder, welcher Buße thut als über neun undneunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen." Wie kam es, daß diesem tief-gesunkenen Weibe solch eine Huld zu Theile ward? Der Herr selbst belehrt unS dar-über, denn er spricht: Ihr ist viel vergeben, weil sie viel geliebet hat. Sie fühlteim tiefsten Herzen, wie schändlich, wie würdig deS AbscheueS und der Strafe dieSünde sey, deren Joch sie getragen hatte; aber es ward ihr auch in lebendiger Ah-nung klar, wie herrlich, wie würdig der Anbetung und des Dienstes der Herr sey,von welchem sie durch die Sünde sich losgetrennt. Der bittere Schmerz, die heißeSchaam, womit sie ihrer Schuld und Schmach gedachte, war geheiligt durch dieSehnsucht der Liebe, war verklärt durch das innige Verlangen, vor Gott dem Urbildeder Vollkommenheit Versöhnung unix Gnade zu finden.
Die Reue, welche auö der Liebe stammt und sie allein ist jene Reue, welche