Ausgabe 
11 (14.9.1851) 37
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seines Herrn gekannt, und sich nicht bereit gehalten, und nichtgethan hat, waS er wollte, wird viele Streiche bekommen."

Viele Wissenschaften der Menschen gibt eS, aber keine ist besser, als jene, wo-durch der Mensch sich selbst kennen lerut.

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231. Wohlthat.

Wer demüthig die Wohlthaten erkennt und unterthänig dafür dankt, dem wer-den nicht mit Unrecht noch größere Wohlthaten verheißen. Denn wer getreubefunden wird im Kleinen, wird mit Recht über Vieles gesetzt werden:so wie im Gegentheile unwürdig ist, weitere Wohlthaten zu empfangen, wer für dieerhaltenen undankbar gewesen ist.

Vergeblich machet ihr euch auf zur Beschauung der Wohlthaten, welche eucherfreuen, wenn ihr nicht vorher ein Licht des Trostes erhalten habt über die Sünden,die euch beunruhigen.

Je geringer die Schuld geachtet wird, desto mehr wird der Ruhm des Verzei-hers vermindert. Denn weniger gern wird eine Wohlthat erwiesen, von der mansieht, daß sie mit wenig Dank und Nothwendigkeit angenommen werde. Wer alsodas Geschenk deS Gebers gering schätzt, spricht sich selbst die Verzeihung ab, wasein Jeder thut, der mit Worten seine Schuld zu verkleinern sucht.

232. Wohlwollen.

Gerne gebe ich, ungerne verliere ich. Wir wissen, daß Demjenigen, der großeDinge hofft, kleinere und weniger angenehme zu Theil werden, WaS aber nichterwünscht kommt, daS ist verloren, nicht gegeben. Ich weiß zwar, daß geben seligersey, als nehmen: aber wenn gegeben wird was dem Geber ehrenwerih ist, wird eSnützlich dem Empfänger. Man muß mit Thaten vergelten, aber ich bin arm anGeld und Macht. Ich will also die Wohlthaten ausgleichen durch Wünsche, weilich sie durch Thaten nicht erweisen kann. Ich bin reich an Wünschen, ich habeUeberfluß an Zuneigungen, und gewiß verlangt ein wahrer Wohlthäter nicht mehr.Denn wie wird er ein Wohlthäter seyn, wenn er nicht auch wohlwollend ist? Weiterhält der Wohlwollende nichts für theurer, als daS Wohlwollen selbst, durch das erwohlwollend genannt wirt, und wohlthätig ist. Endlich ist daS Wohlwollen eineFrucht der Wohlthat, außer wenn nicht Jemand vielleicht daS für eine Wohlthathält, was er durch Hoffnung erkauft, oder durch Furcht verloren hat. Aber wersollte nicht einsehen, daß dieses verloren, jeneS erkauft, keines von beiden gegeben sey?ES muß aber eine Wohlthal, damit sie es wahrhaft sey, umsonst seyn. Dem Geberalso kann etwas nicht angenchmer vom Empfänger vergolten werden, als wenn eres für angenehm hält, waS er umsonst empfing. Auch wird das Wohlwollen erzeugtvom Wohlwollen des Gebers im Herzen deS Empfängers, wenn die Wohlthat da-zwischen kommt. An diesem bekenne ich mich reich, diese volle Vergeltung bringe ichvon Her,en meinem Wohllhäicr dar. Dieses Opfer deS Lobes schlachte ich ehrerbietigdem Schöpfer aller Dinge für das Heil meines Wohlthäters.

''»«liB ' it'vlM ni .lln'ma' - UV' )" ",K»«S> ^6 cknu ,tiji ?»W233. Wort, d. i. Sohn Gottes.

Wir sprechen von einem geistigen, verlautbarten und eingefleischtenWorte. DaS erste brachte Kenntniß, daS zweite Bekehrung, daS dritte Leben-digmachung. Das erste brachte Schaden, weil die Menschen, nachdem sieGott erkannt hatten, ihn nicht verherrlicht haben, noch ihm gedankt,sondern eitel in ihren Gedanken wurden, und ihr unverständigesHerz verfinstert wurde. DaS zweite nützte nicht, weil kein Gesetz gege,den worden ist, das lebendig machen könnte. DaS dritte lebt, weil eSdurch Fleisch uns erlöste. Das erste war bloß äußerlich, daS zweite äußerlichund innerlich, das dritte durchaus nur innerlich. Bemerke auch, daß das,was ausquillr, auö der Fülle deö Ausqmiiendm kommt, und gleichsam den Geschmack