Ausgabe 
11 (21.9.1851) 38
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die Stelle der Tugend die Industrie, an die Stelle der Heiligen die weltliche Freude,an die Stelle deS Welterlösers der armselige Mensch sich gesetzt hätte. So ist dieberühmte Westminster-Abtei ein Denkmal deS allmäligen materiellen VersinkenS, wieder GlaSpalast gleich einer schillernden Seifenblase den vergänglichen Triumph derWirklich vollbrachten materiellen Versunkenheit unserer Tage darstellt. (K. S.-Bl.)

Aus der Diöeese Eichstädt.

Aus dem Altmühlthale. Der 17. August war für die Gemeinde Buchen-hill, so wie für alle frommen Christen in unserm Altmühlthale ein Tag hoher Freude,da an diesem Tage der seit 260 Jahren stehende, in diesem Jahre wieder renovirteKreuzweg auf dem Fußsteige von Eichstädt nach dem Marienkirchlein in Buchenhillfeierlich eingeweiht, und diese Feier noch durch die Anwesenheit Unsers hochwürvigstenHerrn Bischofes Georg erhöht wurde. Schon TagS vorher wurden unter LeiiungdeS Herrn Pfarrers Simon von Preith, wohin die Filiale Buchenhill gehört, Ehren-pforten zum würdigen Empfang unsers hochwürdigsten Herrn Bischofes aufgerichtet.Die Bewohner Buchenhills verzierten ihre Häuser, und suchten auf alle möglicheWeise zu zeigen, wie wichtig ihnen der kommende Tag sey. Der Empfang und Ein-zug deö hochwürdigsten Herrn Bischofes am 17. August im Filialorte war wie einTriumphzug; alle Anwesenden drängten sich herbei, um die väterlichen Worte deSgeliebten Oberhirten zu hören, und auf den Knien den bischöflichen Segen zu empfan-gen. Nach Beendigung der im Freien gehaltenen feierlichen Pontificalmesse, bei wel-cher die HH. Alumnen des Klerikalseminars sangen, begann die Procession, in derenMitte unser hochwürdigster Herr Bischof segenspendend einherschritt, zur ersten Station.Den Act der Weihe vollzog P. Po licarp aus dem FranciScanerkloster in Jngolstadt.Nach der Weihe einer jeden Station trat der Herr Domvicar Martin Wirth, vonSr. bischöflichen Gnaden eigens als Prediger zu dieser Einweihung bestimmt, vorüber 3000 Zuhörern gemischten Standes und Religion auf, und sprach in 14 kurzgefaßten Predigten vom Leiden Jesu Christi , von unserer Erlösung durch dasselbe ineiner Weise, die alle Anwesenden ergriff und zu Thränen bewegte, zumal der Pre-diger auf unsere so verkommene Zeit zu sprechen kam, und Alle bei der letzten Sta-tion in tiefeindringenden Worten zum treuen Festhalten an dem heiligenkatholischen Glauben, zum Frieden unter uns, zum Gehorsam undGebete für die Obrigkeiten aufforderte. Rührend war eS zu sehen, wieunser hochwürdigster Herr Bischof nicht nur jedem Wort des Predigers folgte, son-dern auch zuerst unter den Anwesenden bei den einzelnen Stationen auf die Knie sank,um durch die vorgeschriebenen Gebete den heiligen Ablaß zu gewinnen, und so demversammelten Volke daS schönste Beispiel apostolischer Demuth gab.

Obwohl eine unzählige Menschenmenge gegenwärtig war, so herrschte dochüberall die auferbaulichste Andacht und musterhafte Ruhe, und man konnte auf demAngesichts eines jeden lesen, daß die Worte deS Predigers, noch mehr aber daSdemuthsvolle Beispiel des geliebten Oberhirten einen tiefen bleibenden Eindruck beiallen Anwesenden bewirkt habe. (Volksb.)

Böhmen .

Die Fürstin Hohenzollern-Sigmaringen, geb. Fürstin Hohenlohe, welche gegen-wärtig mit ihrem erlauchten Gemahl daS Schloß Bistritz bei Klattau bewohnt, zeigtsich den Armen der Umgegend als Engel wahrer christlicher Nächstenliebe und Wohl-thätigkeit. Ihr jährliches Nadelgeld von 12,000 Gulden geht zum größten Theil indie Hände der Nothleidenden. Der Fürst baute ein Krankenhaus für Arme, und dieFürstin ist Willens ein Mädchen-Erziehungsinstitut zu gründen.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Jnhaber: F. E. Krem er.