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an. Aber zu bedauern war, daß das Welter an diesem Tage der ganzen Entfaltungder Misstonsfeier nicht günstig war, in dem eS fast den ganzen Tag regnete. Dessen-ungeachtet ließ sich der musterkafte ParSberger Jugendbund, eine herrliche Frucht derdort vor drei Monaten abgehaltenen Mission, nicht abhalten, bei einem Wege vonvier Stunden die Feier der Mission in Dietfurt zu erhöhen. ES waren 150 größten«theils weißgekleidete Jungfrauen, mit einer prächtigen Standarte, geschmückt mit demBilde der heiligen Jungfrau, und 8l) Jünglinge, ebenfalls mit einer Standarte mitdem Bilde des heiligen AloysiuS und mit einem trefflichen von ihnen selbst gebildetenMusikkorpS an der Spitze. Ihr würdiger Pfarrer, ein angesehener und eifrigerMann, der solche Früchte der Mission zu schätzen, zu bewahren und zu leiten ver»steht, begleitete sie. So zog in schönster Ordnung und zu größter Erbauung dieneu geworbene Legion von Streitern Christi in die von Menschen wimmelnde Stadt,wo die Spalier bildende Menge bis zu Thränen gerührt wurde. Allgemein lobteman ihre fromme Heiterkeit, gepaart mit Bescheidenheit, und ihren Eifer, ver sie ver-gessen ließ auf alle Beschwerden, die unter diesen Umständen nicht gering waren.Dieses ermunternde Beispiel und die Mission hat bereits auch in Dietfurt eine»Jugendbund von 400 Mitgliedern ins Leben gerufen.
Auch von Seite seiner bischöflichen Gnaden wurde dk MissionSfeier in denzwei letzten Tagen verherrlicht, indem Hochselber, durch eine schon angesetzte FirmungS-reise verhindert selbst beizuwohnen, seinen hochwürdigen Generalvicar, Herrn Dom-capitular Frieß zu senden geruhte, der unermüdet im Beichtstuhle thätig war undnach der Schlußpredigt selbst die Kanzel bestieg und in tief gefühlten und ergreisendenWorten zu dem großen Werke den Schlußstein legte, indem er im Namen teS hoch,würdigsten Bischofes den Missionären dankte für ihre ausopfernde Liebe unv Hingabe,den Vätern FranciScanern für ihre herzliche Gastfreundschaft und den hochwürdigenHerren Pfarrern für die Sorge um ihre Anvertrauten, da sie als die ersten in derDiöcese die Mission als heilsam erachtet unv selbe berufen hätten.
Am 3. September reisten die Missionäre ab, nachdem eine Deputation derBürgerschaft ihren herzlichen Dank den ehrwürdigen Vätern ausgesprochen hatte.Der Jugendbund hatte sich in seiner Decoration aufgestellt unv die Jungfrauen reich-ten den Missionären in den mit Kränzen gezierten Wagen einen zierlich geflochtenenKranz mit einigen diesem Symbole entsprechenden AbschiedSworten: Heil und Segendiesen ehrwürdigen Vätern, die unvergeßlichen Dank und Liebe von vielen Tausendenmit sich nehmen. (K. Bl. a Fr.)
London , 7. Oct. Der „Globe" meldet: „Am Sonntage wurde in der römisch-katholischen Capelle zu Clerkenwell l^in Londoir) ein Hochamt gefeiert, nach welchemvr. M'Hale, römisch-katholischer Erzbischof von Tuam, über den Rosenkranz pre-digte. Nach einer Erklärung des Festes wandte sich der Löwe von St. JarlathS,statt über die Titelbill zu brüllen (gut gebrüllt, Löwe! Die Engländer haben bekannt-lich von John M'Hale eine ganz sonderbare Vorstellung) an seine armen irischenLandsleute und ermähnte sie, der Vortrefflichkeit ihrer Religion Zeugniß zu gebendnrch ein gutes Leben, Frömmigkeit und Friedfertigkeit.... Der Sheriff Swiftnebst seiner Frau wurde mit seinem Caplan unter den Anwesenden bemerkt." Derneue Shersff von London macht nämlich auS seinem katholischen Glauben kein Hehl;am vorigen Sonntag fuhr er in seinem StaatSwagen vor seiner Pfarrkirche vor. —Die „TimeS" melden unter der Ueberschrift „Perversionen": Die „Schwestern"(Nonnen eineS puseyitischen Klosters) welche früher unter BennettS Leitung zu St.BarnabaS und zuletzt in der Margaret-Street wohnten, wurden vorigen Sonntagöffentlich in corpore zn JSlington in die katholische Kirche aufgenommen.
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