Ausgabe 
11 (28.12.1851) 52
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Pater Knoblecher den Priestern, die sich der Mission angeschlossen hatten, die Auf-nahmsurkunde senden, und die nächsten aus ihnen, die hochwürdigen Herren MatthäusMilharzhisch, Martin Deujak und Johann Kozijanzhisch aus der Laibacher Diöcese,so wie die drei Laien nach Trieft berufen, um sich mit ihnen nach ihrem fernenBestimmungsorte einzuschiffen. In Trieft waren auch die zahlreichen SendungenKnoblecher'S bereits eingetroffen; die kaiserlichen Eisenbahnen hatten sie unentgeltlichbefördert, und durch Vermittlung deS k. k. Handelsministeriums war sowohl ihnenals den Missionären selbst die unentgeltliche Ueberfahrt nach Aleranvrien auf denDampfschiffen des österreichischen Llovd, dieses edlen Beförderers aller hochherzigenUnternehmungen, zugesichert. Die letzten Nachrichten, die von dem hochwürdigenPater Knoblecher, sind auS Alerandrien vom 8., und aus Kairo vom 2V. Septemberd. I. Er war am 2. des genannten Monats mit seinen sechs Gefährten nach einerangenehmen und ruhigen Fahrt von sechs Tagen auf dem Dampfer Jlalia wohlbe-halten in Alerandrien eingetroffen. Der kaiserlich-österreichische Generalconsul Huberhatte ihn auf die bereitwilligste Weise bei der zollamtlichen Behandlung seiner Sen-dungen und bei Einkauf der Reisegeräthe unterstützt, und war den Missionären vor-aus nach Kairo geeilt, ihre Angelegenheit persönlich dem Vicekönig AbbaS Paschaanzuempfehlen. Wohlwollend hatte sie dieser aufgenommen, und seinem HafencapitänHeiraldin Pascha aufgetragen, ihnen bei dem Ankaufe zweier Nilschiffe behilflich zuseyn, welche sie -nach Chartum führen und dort für ihren Dienst zurückbleiben sollen.Bereits stehen sie mit dem Hafencapitän selbst über ein eisernes, vollkommen geeigne-tes Schiff um den Preis von 3000 Thalern in Unterhandlung. Behufs deS regel-mäßigen Transportes der für sie bestimmten Sendungen aus Europa haben sie durchVerwendung des Generalkonsuls in dem Hause Alexander Gibarra in Alerandrien,und dem Agenten MardouS in Kairo vollkommen geeignete Mittelpersonen aufgefun-den. Bis zum 28. September hofften sie von Kairo aus ihre Nilfahrt nach Chartum antreten zu können. Am 8. September feierte auch die Mission in der schönen Kircheder heiligen Katharina von Egyptcn in Alerandrien zum ersten Male das JahreöfestdeS Marienvereins. Am Altare brachte Pater Knoblecher daö heilige Meßopfer fürdie Mitglieder deS Vereines dem himmlischen Vater dar, ihn um seinen Segen fürdieselben und um das Gedeihen der Mission zum Heile der armen Neger anflehend.Und so wenden wir unö nun im Vertrauen auf diesen Segen und den Beistand deShimmlischen Vaters und auf den Schutz der heilige» Jungfrau, der Patronin desVereines, bewegten Herzens an alle Katholiken Oesterreichs, Deutschlands und Ita-liens , welchen die Verbreitung des Glaubens, die Wohlfahrt der Kirche, die För-derung deS eigenen Seelenheils am Herzen liegt, an alle Menschenfreunde, welchein den Werken der heiligen Barmherzigkeit das Mittel des Trostes und der Beruhi-gung, der Erfüllung der heiligsten Pflichten, der Aneignung der Gnade GotteS er-blicken, welche sich der armen Neger in ihrer Hilflosigkeit und Versunkenheit und inden Gräueln deS Sclavenhanvels, die sie umgeben, erbarmen, und welche die Vor-theile einer wahrhaft christlichen Gesittung und Bildung zu erkennen und zu würdigenwissen, und an jene erleuchteten Männer, welchen auch die Erweiterung der Erk-und Menschenkunde, so wie der Wissenschaft überhaupt, die Anbahnung neuer Wegedes Völkerverkehres und selbstständiger, unö selbst angehöriger Mittelpuncte der Ver-bindung am Herzen liegt, und welche die Vortheile zu schätzen vermögen, welcheauch in dieser Beziehung auS einer wohl geleiteten deutsch -slavisch-italienischen Missionunter österreichischem Schutze mitten in neuen, unbekannten Ländern von einem uner-schöpften Reichthnme, zu welchen Meere und Ströme uns vor allen andern Nationenden bequemsten Zugang bahnen, hervorgehen werden. Wir wenden unS an sie mitder Bitte, die Mission von Centralafrika dauernd in Wort und That unterstützen,und vor Allem dem heiligen Marien-Vereine beitreten zu wollen, der in geordneterWeise, unter dem Segen und Schutze der Kirche, und mit Bewilligung der kaiser-lichen Behörden sich ausschließend der Unterstützung und Förderung der Mission gewid-met hat. Noch bleibt viel, sehr viel zu thun übrig. Abgesehen von der Sicherung