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ich noch immer mit dem Apostel JudaS fort: „Ihr Mund redet stolze Worte undsie schmeicheln den Menschen um deS Gewinnes willen." Ihr aber, Beliebteste,erinnert euch der Worte, die vorhergesagt wurden von den Aposteln unsers HerrnJesu Christi , die euch sagten, daß in der letzten Zeit Spötter kommen würden, dienach ihren gottlosen Lüsten wandeln. Das sin-d jene, welche sich selbsttrennen von Gott und seiner Kirche, die fleischlich sind und den Geistnicht haben, d. h. die nur ihren menschlichen Eingebungen folgen und den GeistGottes nicht besitzen, durch den allein man zum Glauben gelangen kann.
Euch aber, Geliebteste, bitte ich mit demselben Apostel, bauet euch in euermganzen Leben, in euerm Denken nnd Wollen, fest auf euern allerheiligsten Glauben,betet im heiligen Geiste, erhallet euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barm-herzigkeit unseres Herrn Jesu Christi zum ewigen Leben. In diesem Geiste der LiebeGottes wirket auch für eure irrenden Brüder: diese strafet, nachdem ihr sie belehrethabt, jene rettet, indem ihr sie auS dem Feuer, aus der Gefahr der ewigen Ver-dammung reißet, der Andern erbarmet euch in jener heiligen demüthigen Furcht,selbst zu fallen; betet ohne Unterlaß für euch und eure Anverwandte, für alle Arme,Kranke und Sterbende, für geistliche und weltliche Obrigkeit, für das Wohl derkatholischen Kirche , für die Bekehrung aller armen Sünder. Hasset endlich wie einbeschmutztes Kleid Alles, was mit der Fleischeslust zusammenhängt.
„Ihm aber, der euch ohne Sünde bewahren und vor das Angesicht seinerHerrlichkeit unbefleckt unv mit Freuden stellen kann bei Ankunft unsers Herrn JesuChristi , ihm, dem alleinigen Gott, unserm Heilande durch Jesum Christum unsernHerrn, sey Ehre und Preis, Macht und Gewalt vor aller Zeit, jetzt und in alleEwigkeit. Amen."
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Chartum, 29. Jan. 1852. Aus einem erst angelangten Briefe vom Provicarfür Centralafrika , Dr. Knoblecher, entnehmen wir Folgendes: „Am Feste der unschul-digen Kindlein sangen wir in unserer Missionscapelle ein freudiges: Großer Gott, wirloben dich, dem Herrn für die glücklich überstandene Reise (von Wien ) dankend.Alle meine Gefährten sind frisch und gesund angekommen (ein Umstand, welcherbei Erpeditionen in diesen Gegenden bisher fast beispiellos dasteht). Seit unsererAnkunft herrscht in unserm Etablissement, besonders aber in der neugeweckten Schule,regeS Leben. Man arbeitet fleißig an der Erziehung unserer kleinen Gehilfen (derNegerkinder), die unS mit Sehnsucht erwartet haben, und bereitet sich auf die nächsteErpedition und die Eröffnung der Station in den noch weit von hier gelegenenGegenden deS vierten GradeS am weißen Flusse, wohin sich bereits einer der beimeiner Abreise nach Europa zurückgelassenen Missionäre im Januar 1351 begebenhat. Er weilt noch dort, um den auf meiner ersten Expedition für unS gewonnenenKönig der Bari-Neger, Nigila, von der Aufrichtigkeit meiner ihm damals geoffenbar-ten Gesinnungen neuerdings zu überzeugen. Ich erwarte mit der Ankunft der aufAnkauf von Elfenbein noch vor unserm Eintreffen in Chartum dahin abgereistenExpedition (die kommenden März zurückkommen dürfte) nähern Aufschluß über dieResultate der Bestrebungen jenes Missionärs zu erhalten. Auch von drei andern ausunserm Schiffe Stells mstutina zurückgelassenen Gefährten erwarte ich die Bestäti-gung der durch Loumime so eben erhaltenen Nachricht von der Ankunft der Dongola .Unser Schiff soll die lange Reihe der gefährlichen, mittleren Nilkatarakte siegreichzurückgelegt und festlich geschmückt in der Nähe jener Stadt gesehen worden seyn.Alles wundert sich daselbst höchlich über das Schiff, wie Eisen auf dem Wasserschwimmen könne."
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