Ausgabe 
12 (28.3.1852) 13
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Die Christiade.

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Im Angusthefte 1848 derNeuen Sion" ist ein Aufsatz über ein christlichesEpoS:die Christiade von Robert Klarke," welches darin warm empfohlen wirdund als würdig, dem Staube wieder entrissen zu werden. Eben so verfaßte Titl.Herr Rauch zu dem Studienkatalog 1847/48 der königl. Lateinschulen in München ein Programm, worin er den nämlichen Gegenstand behandelt, und den ersten Gesangder Christiade in Uebersetzung gibt. Der Unterzeichnete, von dem Augenblicke an, woer dieß Werk kennen lernte, von der Vortrefflichkeit hingerissen, ist nun daran,Klarke'S Christiade, die im Jahre 1708 ihre letzte Auflage fand, und seitdem durchdie Unbill der Zeit und die Verflachung der Geister im Bücherstaub verschwand,aufs neue im lateinischen Urtert und darneben mit verSgetreuer deutscher UebersetzunganS Lickt zu geben:

Klarke, ein Engländer, Karthäusermönch zu Newport in Flandern, ein Zeit-genosse Balve's, Friedrich Spee'S und so mancher anderer Dichter vom besten Klang,vollendete seine Christiade 1650, in welchem Jahre die erste Ausgabe erschien. Erbehandelt das große Weltdrama der Erlösung im Nahmen der Passion so unver-gleichlich, so hinreißend, so kühn und doch wahr, so meisterhaft im Versbau, sovortrefflich in der Anordnung und Ausführung, daß der Leser mit immer neuerSpannung, Rührung, Belehrung und Erbauung ihm solgt. Gleichwie Bälde Mei-ster in der Lyrik, so ist Klarke Meister der Epik, nicht verflacht und inS Lyrischeverfallend wie Klopstock in seiner Messiade, sondern plastisch und episch durch unddurch. Keinem, der je an der Jliade, Aeneis zc. Gefallen fand, sollte die Christiadeunbekannt bleiben; sie gibt unS in der anziehendsten Form dieallein sangswürdigeGroßthat Gottes." Dieses treffliche EpoS, sagt Herr Rauch in seinem Programm,dessen Gegenstand wohl viel edler und erhabener ist, als der Zorn deS PelivenAchilleus, die Irrfahrten des OcysseuS, oder die Schicksale des landesflüchtigen undschiffbrüchigen Pius AeneaS, dürfte, da die Darstellung durch Lebendigkeit und poeti-sche Schönheit sich auszeichnet, in den jugendlichen Gemüthern für religiöse Begei-sterung und christliche Wahrheit, deren tiefere Begründung in unsern Tagen so Nochthut, die ersprießlichsten und nachhaltigsten Früchte erzeugen. Aber auch der gereifte,wissenschaftlich gebildete Mann, der Gelehrte vom Fach, dem Religion und Tugendkeineitler Name"" geworden, möchte in freien Mußestunden oder nach den Mühendes Tages in so gediegener Lectüre die wohllhuendste Labung und Erholung finden."

DaS Werk wird, elegant ausgestattet, 50 60 Bogen in groß Octav, alsomäßige 2 Bände umfassen, und auf drei Gulden zu stehen kommen. Für Subscri-bentensammler wird auf je 12 Exemplare daS 13te frei gegeben.

Es ergeht somit an daS ganze christliche Deutschland , zumal die hochwürdigstenOrdinariate, den hochwürdigen KleruS, die königl. Studienrectorate (indem das Werkzu einem Preisbuch sich vorzüglich eignet) und Titl. Herren Professoren, die Studi-renden und an Alle, die Interesse am Schönen und Guten haben, die Einladungund Bitte, Sie wollen sich an der Subscription gefälligst betheiligen und Ihre Titl.Namen ic. sammt Anzahl der verlangten Eremplare entweder unmittelbar an denUnterzeichneten, oder bei weiterer Entfernung durch Ihre Buchhandlung an dieAttenkofer'sche Buchhandlung in Jngolstadt gelangen lassen, und zwar recht bald,damit nach gesicherter Deckung der Kosten der Druck beginnen könne. Jeder, dersich betheiligt, übt ein edles Werk an der Kunst und noch mehr am Christenthum .

Die hochwürdigen Dekanate und die verehrlichen Studienrektorate werden nochbesonders gebeten, etwaige Bestellungen an mich oder an die bezeichnete Buchhandlunggelangen zu lassen.

Böhmfeld bei Jngolstadt, den 29. Dezember 1851.

Wal thierer, Pfarrer.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

VerlagS-Jnhaber: F. C. Kremer.