Ausgabe 
12 (11.4.1852) 15
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Ein schönes altes Osterlied aus dem fünfzehnten Jahrhundert.

Freu dich du werthe ChristenheitGott hat nuil überwunden,Die große Marter, die er leit, ^Die hat uns nun entbunden.Große Sorge war uns bereit,Die ist jctzund gar hingeleit,Erstanden ist uns groß Seligkeit.

Es ist ein österlicher Tag,Den mag kein Mensch gnug ehren;Den Gott , der alle Ding vermag,Sein Lob das svlln wir mehren.Christen nehmen des TageS wahrUnd gehn samt zu der Engel Schaar,Da scheinet die liebe Sonne klar.

Hochgelebter Herre Christ,Wir freuen uns allesamt heute,Und Alles was lebendig istIn aller Welt, weit und breite;Nun singet ihr Kinder und werdet froh,Es ist Alles geschehn also;Gelobt sehst du Maria.

Als Magdalena ging zum Grabe darIn Trauern, wchmuthrcichc,Da sand sie zwei Eugel wunderbarUnd grüßt sie demuthreiche:O Engel, liebste Engel mein,Wo ist doch nun der Meister hin,Und wo soll ich ihn finden?

Der Herr und Meister ist nicht hie,Denn er ist auferstanden,Er ist so früh gen Galilee,Da ist er hingegangen;Aufstieß er der Hölle ThürUnd führt die Seelen all hcrfürWohl aus den schweren Banden.

Gott der uns All geschaffen hat,Der laß uns nicht verderben,Sein Blut das er vergossen hat,Woll uns Genad erwerben.Wir loben dich, o reine Magd,Hast Keinem dein Fürbitt versagt,Du wollst unser Bestes werben.

Ehre sey dem Vater und dem Sohn,Darzu dem heiligen Geiste,O Herre, unserer Sünden verschon'Zu dieser Zeit am meiste. ,Gib deinen Fried und EinigkeitVon nnn an bis in Ewigkeit,So singen wir Hallcluja.