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der dort schon vor mcbrern Jahren übertrat, sind nach einander die beiden Redacteuredes nachmärzlichen „Norddeutschen Korrespondenten" und eine ganze kleine Reiheadeliger Grundbesitzer gefolgt. (Es werden jetzt ihrer etwa sechs an der Zahl seyn.)Erst in dem letzten Monate des nun abgelaufenen Jahres lasen wir wieder in denZeitungen, daß ein junger begabter Evelmann auS alter Familie als einfacher Bru-der in den Jesuitenorden eingetreten ist und ihm sein ganzes Vermögen als Mitgiftgebracht hat. Und die Nachfolge noch eines andern ward in Aussicht gestellt. —Wahrlich deutliche Rufe genug für uns, uns zu ermannen zu dem Einen, waS unsnoth thut, zu festen kirchlichen Ordnungen und Gemeinschaften, die Jeder, der indieser Zeit in den evangelischen Kirchengemeinschaften zum Leben erwacht, mit Schmer-zen sucht und — nicht'findet. WaS aber — zum Schluß — das Merkwürdigste istin diesem Aufschwünge des Katholicismus, den wir bis Hieher betrachtet haben: daSist gerade der mächtige Zug der Einheit, Alle Eifersucht auf Rom , die sonst einenGallikaniSmuS, einen AnglikaniSmus, einen GemaniziSmuS innerhalb jener Kircheausbildete nnd nährte, scheint vor diesem Zuge verschwunden. Und Rom seinerseitsläßt in gleichem Maaße von nationaler Engherzigkeit ab unv sucht seine neuen Car-dinäle unter den besten Männern aller Länder, um die katholische Kirche so wiederzu dem zu machen, waS sie seyn soll, einer wahrhaft „katholischen." — Segne Gott sie mit dem Besten, was Er hat, mit evangelischer Inbrunst, Kraft und Salbung!Dann wird auch alles ungerechte äußere Wesen, worin sie jetzt noch so oft ihrenFortschritt sucht, aufhören und eine Wiedervereinigung der zerrissenen Christenheitmöglich werden.
Der Freimaurerorden.
Der Freimaurerorden ist in seinem Ursprünge eine Entartung der alten Bau-corporationen, denen sich manchmal Männer anschlössen, welche Nichts weniger, alsdie Ausbildung des eigentlichen Handwerkes, der Kunst im Auge hatten, son-dern unter erborgter Hülle selbstsüchtige Zwecke verfolgten, wie es auf dieser Erdeden geviegcnsten Vereinen schon ergangen ist und noch immer ergeht. Drei solcheMitglieder, der Physiker Dchagulierö, der Theologe James Anderson und GeorgPayne stifteten in England eine ganz neue Gesellschaft der „freien Maurer," indemsie sich von der Bauzunft förmlich losmachten, und ein praktisches Surrogat der durchdie Reformation gebrochenen christlichen Einheit dadurch bilden zu wollen vorgaben,daß sie jedes Mitglied des neuen Bundes zu jener Religion verpflichteten, in deralle Menschen übereinstimmen, zur Vcrnunftreligion der „Ehrlichkeit" mit der Grund-lage der Freiheit, Gleichheit und Bruderliebe, mag übrigens jedes Mitglied bei sei-ner besondern consesfionellen Meinung verharren. ES wird uns hieraus erklärlich,wie der Freimaurerorden bald nach seiner Entstehung durch ganz Europa , namentlichin Deutschland , eine Ausdehnung gewonnen, wie nicht leicht eine andere Genossen-schaft, und wie er noch bis znr Stunde explieite und implicite tausend und abertausend Mitglieder zählt; denn der Satan als Engel des Lichtes zerstört mehr dennals brüllender Löwe. Schon die gcheimnißvollen Ceremonien der Aufnahme in denBund, der gräßliche Eid, den jedes Mitglied schwören mußte, die ganze Organi-sation des Bundes in die verschiedenen Logen und Grade müssen uns zum Schlüsseführen, daß hier etwas Großes, aber Schlechtes im Schilde geführt werde.. Tendenzder Vereinöleiter war und ist: Auflösung aller positiven Religion und grundsätzlicheEinlenkung in die Bahn deS Deismus und Pantheismus, und in Folge dessen deSheidnischen Staates. Aber nur sachte und klug die Maurerarbeit verrichtet! Lassenwir den Befangenen vor der Hand noch daS Spielzeug des consesfionellen Glaubensals Privatmeinung, nehmen wir die großen Worte? wie sie die katholische Kirche im Mitielalter gesprochen und geübt, für unS jetzt als ausschließendes Monopol in
*) Salzburgcr Correspondent,