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Kirche gesehen, der mit strengen Katholiken, ja mit Mönchen im freundlichen Brief-wechsel stand, der als Professor und Probst zu Lund so viel Sinn für die Erhaltungder alteu Denkmale, welche die katholische Zeit in der dortigen Kathedrale hinterließ,bewiesen hatte, daß dieser Mann Ursache der neuen Verfolgung seyn solle, wie diefranzösischen Blätter angeben, können wir unmöglich glauben, oder sollte er in seinerjetzigen Stellung zum Werkzeuge der Freimaurer-Loge in Stockholm geworden seyn,welche die Katholiken als der konstitutionellen Freiheit gefährlich nenntl Wie erbärm-lich muß die Rolle eines Mannes seyn, welcher wider seine Ueberzeugung sichhingibt, um im Schatten einer zeitlichen Größe sich strecken zu können! Wie schrecklichder Gedanke, wissentlich sieben Frauen dem Ehrgeize, der Habsucht geopfert zu haben!— und wie nehmen die katholischen Brüder und Schwestern in katholischen Landendiese entsetzliche Thatsache aus? — sie lesen, bedauern, und zucken die Achsel,
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Temesvar.
TemeSvar, 26. März. Gleichwie vor drei Monaten die Kirche deS ehrwür-dige» Piaristen - Ordens mittelst des vorgeschriebenen kirchlichen Reconciliations-Actesdurch den hochwürdigsten Herrn Dwcesanbischof dem öffentlichen Gottesdienste zurück-gegeben worden ist, eben so wurde heute dieser Act an der Kirche des ehrwürdigenOrdens der barmherzigen Brüder vorgenommen. Beide Kirchen waren in ihrer Zer-störung bis jetzt als Ueberbleibsel jener tiefen Wunden betrachtet, welche im Jahre1849 die langdanernde Belagerung verursachte. Durch die Belagerung hat die Kircheder Piaristen zwar großen Schaden erlitten, doch die der Barmherzigen war sammtdem Kloster Beute der Flammen geworden. Nun aber „wo die Noth am größte»,dort ist Gott am nächsten." Von jener Seite, von welcher im Jahre 1757 die hie-sige Kirche der Barmherzigen begründet wnrve, ist dieselbe auch dem gänzlichen Ein-sturz entrissen worden. Gleichwie einstens die Kaiserin Maria Theresia glorreichenAndenkens die Kirche der Barmherzigen erbauen ließ, wie dieß die in dem GotteShauseVorhandene Aufschrift „Leclesia stst Krma lundo Ngrise Moresiav Imperstrieis ^u-izustüe nostrse Mtris. In Konorem 8. ^osvpni pgtroeinantis 1757" beurkundet,eben so hat die reichliche Wohlthätigkeit Seiner apostolischen Majestät unsers aller-gnädigsten Kaisers und Herrn die Herstellung des bereits zu einer Ruine gewordenenKlosters und Kirche ermöglicht, und nun finden im Krankenhause des gedachten Klo-sters die Kranken männlichen Geschlechtes ohne Unterschied der Religion und Natio-nalität so wie früher die bereitwilligste Aufnahme, eine allseitige Pflege und liebevolleBehandlung, wie solche nur von Männern, welche durch das göttliche Gesetz derchristlichen Liebe durchdrungen, ein heiliges Gelöbniß bindet, erwartet werden kann.
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Von Genf aus macht man große Anstrengungen, um Savoyen zu prolestauli-siren. Die Gesellschaft für die protestantischen Interessen versammelte sich gegen EndeFebruars in der Magdalenenkirche in Genf . Der Prediger, welcher den Vorsitz führte,wendete sich an den Eifer seiner zahlreichen Zuhörer, weil der Tag herannahe, anwelchem die sardinischen Staaten und ein großer Theil Italiens zum Protestantismusübergehen würde. Die Sammlung brachte 300 Franken ein. Die ausgesprocheneHoffnung wird nicht in Erfüllung gehen, vielmehr steht zu hoffen, daß die katholischeKirche in den sardinischcn Staaten aus den Prüfungen, welche sie nun seit längererZeit zu bestehen hat, neugekräftigt mit Glanz hervorgehen wird. — Den protestanti-schen Anstrengungen gegenüber organisiren sich auch die Katholiken deS Kanton Genf.Ein Verein ist bereits errichtet und zählt 300 Mitglieder in den wenigen Tagen,welche seit der Stiftung deS Vereins verflossen sind.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
Verlags-Inhaber: F. <6. Krcinci,