Ausgabe 
13 (2.1.1853) 1
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und ich schreibe dieß dem Einflüsse der heiligen Eucharistie zu. Sie ist ja die Sonneunserer Seelen, nehmet die Sonne auS der Natur und ihr habet nur Finsterniß, eisigeKälte und Tod .... nehmet die heilige Eucharistie hinweg, und unsere Seele ver-liert Licht, Kraft und Lebe ».Ich bin der Weg, die Wahrheit und daSLeben." Bleibet auch ihr dem Glauben treu, den ihr aus eurem Vaterlande hier-her gebracht; lebet nach eurem Glauben und seyd auf eurer Hut vor den Schlingen,die euch ringS umgeben. Ich werde jetzt, während des heiligen Segens, für euchbeten, meine geliebten Brüder; aber nicht nur für euch, auch für das ganzeDeutschland , es ist dieß eine Pflicht der Dankbarkeit, für die Gastfreundlichkeit,mit welcher eS mich aufgenommen. Damit ist aber meine Schuld noch nicht abge-tragen. Ich werde auch für eure Brüder beten, die noch außerhalb der Kirche; ichwerde, den Herrn beschwören, daß endlich die Schranken sallen, die zwischen unS auf-gerichtet sind, auf daß werde Ein Hirt und Eine Heerde."

Die Anrede des hochwürdigsten ErzbischofeS wurde mit der gespanntesten Auf-»miksamkeit gehört; und obgleich die Mehrzahl der Anwesenden der französischenSprache noch nicht kundig, drang doch der väterliche Ton, die sichtbare Ergriffenheitdes hohen Redners zu den Herzen. Das deutsche Segenlied undGroßer Gott, wirloben dich," wurde sodann tausendstimmig gesungen. Der Herr Erzbischof wurdehierauf mit brennenden Kerzen zum Wagen geleitet und bei seiner Abfahrt mit einemdreifachen donnerndenLebehoch" begrüßt. Die Menschen zerstreuten sich, ganzbeglückt von diesem Feste, und nur traurig darüber, daß die Kirche so klein für dieZcchl derer, die sie suchen. (Schles. Kirchenbl.)

Redemptoristenmiffion im Wiener Arbeitshause.

Wien , 18. Dec. Vorigen Mittwoch war der Schluß der Mission in demhiesigen ArbeitShause auf der Leimgrube, durch die PatreS Redemptoristen gehalten.Dieselbe ist dem hellen Blick unseres MilitärgouverneurS, veS Herrn FML. von Kem-pen , und der christlichen Thatkräftigkeit unseres StadthauptmannS, Herrn von Weiß,zu verdanken. Sie haben die Nothwendigkeit, die Ersprießlichkeit einer besonderngeistlichen Einwirkung auf so viele Verblendete, Verirrte, Verkommene durchschaut,dafür sich verwendet, und willfährig haben, wie überall, die ehrwürdigen Väter dieserMühe sich unterzogen, mit jener zweckmäßigen Anordnung, jenem unermüdlichenEifer, wofür ihnen der Haß aller Zerfahrenen und Verflachten den RuhmeSkranz umdas Haupt windet. Von andern Theilnehmern konnte der enge Raum bloß einekleine Anzahl fassen; ihre Zahl war aber jederzeit so groß, als dieser nur immer zu-ließ. Wem eS vergönnt war, in den Saal einzutreten, hat denselben erbaut undgestärkt verlassen. Am Ansang erwicö nur eine kleine Zahl der Eingesperrten vonden Predigten sich bewegt, bald aber wurden die unfreiwilligen Bewohner des HauseSimmer mehr ergriffen, alle, bis auf sehr wenige, fanden zum Beichtstuhl und zu derheiligen Communion sich ein und bewährten durch ihr ganzes Benehmen, daß sie diechristliche Liebe dieser Männer, die bloß um Gottes nullen ihrer, als Verlassenerund von der Welt Verachteter, sich annahmen, in dieser Absicht sie aufsuchten undalle Stunden des TageS, alle ihre Kräfte ihnen widmeten, zu würdigen wußten.Am Schlußabend war die improvisirte, lieblich geschmückte Capelle des SaaleS, inwelchem die Mission stattfand, aufs Glänzendste erleuchtet; der hochwürdige HerrDomdechant, welcher mit dem allerheiligsten Sacrament den Segen geben sollte, zogunter Begleitung der anwesenden Honoratioren processionaliter in dieselbe ein ^woraufder Superior der Mission, der hochwürdige Herr P. Wolmann, die Schlußpredigthielt. Sie war einfach, passend, allverstänblich, ergreifend. Er ermähnte seineZuhörerschaft, die gewonnenen Eindrücke zu festige.» durch tägliches Gebet, öfter»Empfang der heiligen Sacramente, ernstes Vermeiden jeder neuen Gelegenheit zumRückfall. Rührend war, wie er am Schlüsse diese zeitweilig Pflegbesohlenen um