Dreizehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
.„Zlwl Ui NZglilS 7U? ,11'^
»t »7!>1lii!k NZ7?Ü 1!0 .^u^Hutm,4 ^gnk?:^'
IlittKll n
INAll, lim Klil?fll'/<tV s<»'l>»''
-n-ZinS ms7,Ii siZ .i,ttu)E '^»^)! 21 ? 7vai '^!N7?i »^"l'Nf. ' ^ - !
,Z»»<tT >ui ZKln ni'Z cht .^^^P ^i'i dir- .7Z'I)iI ckmi m^li ifi i<t(iT,7Z(L^ : z«n7chl
9. Januar ^ 2. l85>3
PogMung.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonutaae. Der halbjährige Abonuementsprei«4V kr., wofür es durch alle konigl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kaun.
,^-.!-----------^--- -----------^-!------------------------------------^---^,
„1 Zltzüsj7Z noch^ 7?(i70ll »gnkS .!«nnU nschKM^usKlpZ MZNIZ u.^ !»>'« ,lUV7M
Die Erzherzogin Maria von Steiermark,u?^!chZ»-^ Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten.Rede des Hofrn t h s und Reichs hi st oriographen Dr. v. H »rter-Ammann,gehalten in der P l e n a rv e rsa in m l u n g des Wiener Central^ScverinuS-
vereiueö am 9. Dec. 1852.^»<IST 7!>7?Il gMIMMiiisLt n^.is,nü? 7'^^inMzG !,7(I, . ^' '
I,„(l LlloaviZ 'ZNvIlvW ^Uli. N>UZMZ HA'^r"^ «-
Daö letzte Mal habe ich Ihnen die Stamm-Mutler unseres geliebten Fürsten-hauses dargestellt von ihrer liescrusten und in Gemäßheit dieser Richtnng auf ihreKinder mit allarliger Fürsorglichkeil einwirkenden Seite. Ich habe Ihnen zugesagt,daß Sie dieselbe auch von der heitern Seite sollen kennen lernen. Wie aber, wennich vorausschicke, daß bei Reisen unter dem mitgenommenen Gerüche der Erzherzoginein Kästchen sich befunden habe, welchem sie bei dem Abpacken jederzeit besondereAufmerksamkeit zugewendet, dem sie bei dem Eintreffen zu dem Nachtlager immer vorallein Andern zuerst nachgefragt, so daß allgemein die Meinung obwaltete, es wärendarin ihre kostbarsten Kleinodien verwahrt, indeß eö nichts anderes enthielt, als einBildchen mit dem OrdenSkleive der Klarisserinen und einem Zettel: dafern sie aufeiner Reise mit Tod abgehen sollte, sev ihr fester Wille, in diesem Gewände begra-ben zu werden; wenn ich dieses vorangehen lasse, werden Sie dann nicht sagen: wieläßt sich bei solcher Gesinnung, welche unsere Zeit sogar düster, trübselig und —wer weiß wie — nennen würde, von einer heitern und fröhlichen Richtnng sprechen?Wie, wenn die Erzherzogin die niancherlei Festlichkeiten, welche zn Mailand ihrerTochter, der künftigen Königin von Spanien , bereitet waren, „Leichtfertigkeit undGankelwerk" nannte und ihre Margarethe von der Theilnahme daran zurückhielt, sosehr sie nur vermochte, weiiu sie der „buhlerischen Komödien" wegen, die zur Advent-zeit gehalten würden, von den Strafgerichten Gottes sprach, ob deren Hereinbrecheilbei solcher Frevelhasligkeit sich nicht zu verwundern sep, werden Sie dann nicht meineVersicherung des heitern Sinnes der Erzherzogin mit einigem Mißtraue» aufnehmen.
Was ich so eben erwähnt habe, ist alles buchstäblich wahr und stößt dennochdasjenige, waö ich jüngst in Aussicht stellte, nicht um. Mir scheint, der Erzherzoginhabe in hohem Grade die äußerst seltene Gabe innegewohnt, zu ermessen, waö fürjegliche Zeit sich schicke, was nicht. Die erwähnten Aeußerungen über die Festlich,keiteu in Mailand knüpfen sich theils an die Ueberschreitung der Schranken des Zu-lässigen, theils an die Adventzeit, welche immer zu besonnenerem Ernste mahnen sollte;daS Bild aber war nur eine sichtbare Erinnerung an das Wort, welches wir unS zu
') Siehe Nr. I und II Seite L4S, 253, L97, 307 des Jahrganges 1852.