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unserm Heile insgesammt öfter in Erinnerung zu bringen hätten: Gedenke, Mensch,daß du sterben mußt! Ich aber soll jetzt meines Wortes eingedenk seyn, Ihnen dieErzherzogin von ihrer heitern Seite vor Augen zu stellen.
Diese zeigt sich schon darin, daß jede Freude, die ihren Kindern zu Theil ward,den reinsten Wiederhall in Mariens mütterlichem Herzen fand. ES drängt sie, demBruder mitzutheilen, welchen Jubel übersendete Apostel bei ihrer Anna geweckt hätten.Den fünfjährigen Ferdinand hatte der Oheim auf Neujahr ebenfalls mit einem Ge-schenke bedacht. DeS Knaben Freude war die Freude der Mutter, die ihrem Bruderschreibt: „Der Topf ist ihm noch lieber, als die Pferde. Ich bin nicht im Stande,Dir Alles zu schreiben, was er mir an Dich aufgetragen hat. Er spricht unablässigvon seinem frommen, lieben Herrn Vetter. Stets wiederholt er, wie lieb Du ihmseyest; wie gern er nach München wolle, denn Du habest so schöne Sachen."
So lange ihre Kinder noch minderjährig waren, galt besonders der Tag desheiligen Nikolaus der Erzherzogin , alter woblbegründeter Sitte gemäß, alö derjenige,der jenen alljährlich zum Freudentage werden sollte. JedeS Jahr sann die Mutterdarauf, wie sie ihn zu einem solchen machen könne. Lange vorher schon ergötzte siesich an der Ungeduld, mit welcher die Kinder seines Erscheinens harrten. Trafenalsdann die Bestellungen, die sie öfters durch den Bruder besorgen ließ, nicht zurrechten Zeit ein, dann war sie in großen Sorgen, in Furcht, dieselben möchten zuspät anlangen, in Zweifel, was zu thun wäre, um den Tag ja nicht ohne sein Ein-gebinde verlaufen zu lassen. Dieß sollte auch dann nicht geschehen, als die Kinderin den Jahren bereits vorgerückt, zum Theil schon erwachsen waren. Mit zartemSinne wußle vie Erzherzogin ihre Geschenke der künftigen Bestimmung ihrer Söhneanzupassen. So schickt sie von der Reise nach Spanien auS Mailand Leopold, demkünftigen Bischof, ein Altartuch, Maximilian Ernst, wahrscheinlich jetzt schon zumdeutschen Ritter bestimmt, einen Degen.
So oft sie dann die Gaben des heiligen Nikolaus bereitete, eben so oft ent-schuldigte sie sich, daß dieselben nicht besser ausgefallen seyen. „Der Heilige/'bemerkte sie von Mailand aus, „ist eben betagt; ich fürchte, wenn er auf seinerWanderung hier einspricht, werde er nicht mit Vielem sich beladen können." —Während ihres dortigen Aufenthaltes ergötzte sie sich manchmal an den launenhaftenEreignissen eines GlückötopfeS. „Hab viel Geld vernarrt im Hafen," schreibt sie demSohne; „ist gar lustig gewesen." Sie machte ihre Einsätze meistentheilS zum Bestender Kinder, auch anderer Personen des heimathlichen HofeS, wobei die WechselfälledeS Spieles, im Hinblicke auf die Bedachten, ob sie von denselben in Gunst oder inMißgeschick berührt wurden, manche Erheiterung gewährten. Mit Lust vergegenwär-tigte sie sich die Verlegenheit deS Jesuiten P. Balthasar über den Gewinn einesRinges, den der Glücksfall dem schlichten OrdenSmanne zugedacht hatte. Mit zartemSinne wußte sie anneben der Gunst des Zufalles durch eigene Fürsorge nachzuhelfen,die Empfangenden aber dennoch ihren Dank jener zollen zu lassen.
Auch abwesend gedachte Maria der frohen Tage der Ihrigen und vernahmgerne Berichte darüber. Zu einem solchen Tage der Erheiterung scheint am GratzerHofe der st. Thomastag bestimmt und eS dort Sitte gewesen zu seyn, an demselbenirgendwo sich zu erlustigen. Das unterließ Ferdinand, wahrscheinlich der ungünstigenWitterung wegen während des Winters, in welchem Maria zu Mailand sich befand.Sie billigte es nicht. „Hätte ich mich unter Euch befunden," schrieb sie dem Sohne,„die Witterung wäre mir nicht zu schlimm gewesen; ihr hättet mir sicher nicht zuHause bleiben dürfen. Aber so geht eS, wenn Niemand da ist, der antreibt." —Die Erzherzogin Eleonore war aus Kränklichkeit zum Trübsinn geneigt; deßwegenhörte sie mit Vergnügen, daß sie einen Spielmann auf ihr Zimmer kommen lasse.„Sollte dieß selbst am Charfreitag geschehen seyn," bemerkte sie, „so wäre eS keineSünde, bloß eine „Kurzweil" gewesen, wodurch andere Sachen, besonders die Trüb-finnigkeit, wären verhindert worden."
„Daß Du zu deinen Schwestern Masken gegangen bist," schrieb sie dem Sohne