Ausgabe 
13 (23.1.1853) 4
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Dreizehnter - Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

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Augsburger Postzeitnng.

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23. Januar M"-- ^t. 1853.

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Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuements>ncis4tt kr., wofür e« durch alle köm'gl. bayer. Postämter und alle Buchhandlung« bezogen werden kaun.

Einige Züge katholischen HauSvraucheS, wie sie sich vorzugsweisenoch aus dem Lande vorfinden.

Aus einer im Wiener Central-Severinusvcrcin von Cooperator Hrn. Chr. Schüller gehaltene»(und im Oest. V.-Fr. abgedruckten) Rede.

Gott ist unser Urbild, wir sind seine Ebenbilder. Wir finden darum Gott zu-nächst in der Einrichtung unseres Geistes; kund wird er u»S aber auch aus seinensichtbaren Werken. Die Welt ist sein Spiegelbild; in ihr schauen wir seine uner-schaffene Macht, Weisheit und Güte. Gott ist aber in Jesu/ Christus in seinerErbarmung Mensch geworden, und hat uns in der mit sich vereinigten Menschen-Natur leibhaftig gezeigt, was Ebenbildlichkeil Gottes sey. Als Mensch ist unS JesuSChristus ein unübertreffliches Musterbild geworden zur Nachbildung deS EbenbildesGotteS. Eine zweite Schöpfung setzle Er auf den Grund der ersten, und dieseSchöpfung ist die Erlösung. DaS Werk der Erlösung wird fortgesetzt in der Kirche;in ihr finden wir Christus. Wie aber die sichtbare Schöpfung Spiegelbild Gottesist, und wir in ihr GotteS Macht, Weisheit und Güte schauen, so ist die Kirche,diese Schöpfung Christi , in ihrer äußern. Erscheinung Spiegelung Christi, sie ist fürunS Musterbild, dem wir unS nachbilden sollen.

Die Kirche mit all ihrem Leben ist auch, ohne daß matt viel darüber nach-dachte, Bildnerin deS gesammten Lebens geworden. Stillwirkend hat sie das ganzehäusliche, bürgerliche und öffentliche Leben ergriffen und umgeschaffen in ihrem Geiste.DaS äußere Leben ist früher in all seinen Erscheinungen als ein kirchliches aufgetreten.Ein Beispiel hievon haben die v. V. G. an den Handwerke» und Zünften gehabt;auch der alte germanische Kaiserstaat war in seinen Einrichtungen und Grundgesetzeneine Schöpfung deS lebendigen, bildenden kirchlichen Geistes. Doch nicht den berühr-ten Puncten wollen wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden, sondern einem andern.ES ist gewiß, daß der größte Theil des Lebens im Kreise deS HauseS, der Familiesich abwickelt. WaS mußte darum das Hauö für einen Typus an sich tragen, wenneS als ein christliches erscheinen sollte? Den der Kirche; diese ist Musterbild, jenesist Nachbild. So war eS auch, als der christliche Geist die Völker und in ihnendie Familie ergriffen hatte; nicht als ob die Kirche selbst bis ins kleinste Detailüberall werkthätig ordnend eingeschritten wäre, nein, dieß machte sich wie von selbst,man konnte nicht anders.

Ich führe Sie darum ein in daS Wohnzimmer einer christlichen Familie; darinwollen wir den TypuS der Kirche schauen, wie er sich wie von selbst durchgebildethat. Ich will eine ländliche katholische Wohnung nehmen; nicht als ob eS in derStadt keine gäbe, die den kirchlichen Typus an sich trüge; sondern deßwegen, weiluns dort Alles mehr gemüthlich entgegenkommt; weil man dort das Ursprüngliche