Ausgabe 
13 (16.1.1853) 3
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Versammlung Abschied mit dem allkatholischen Gruße:Gelobt sey JesuS Christus!"der auS Aller Mund entgegnet würde mit einem herzlichen:In alle Ewigkett."

Aber nun hätte ich alle lauen Katholiken, besonders alle Jene, die sich mitMissionen und Jesuiten noch immer nicht recht befreunden können, herbeigewünscht,damit wieder einmal Wärme in ihr Herz käme nnd feurige Liebe zu ihrem Glauben.Denn wahrlich, eS bot sich jetzt ein Schauspiel dar, wobei kein Auge ohne Thränenbleiben konnte. AuS dem Munde der vielen Tausende erhob sich der schöne Lobge-sang:Großer Gott, wir loben Dich!" Er stieg auf zum Himmel, um noch einmalden Bund mit Gott zu bestätigen; er wälzte sich hin in die gegenüberliegendenBerge, um den Heimgebliebenen den Gruß anzukündigen, das Lebewohl, daS derMissionär den Anwesenden für sie aufgetragen hatte. Gerade von dorther auSdem bayerischen Freigericht war ja täglich so großer Zuzug gekommen, undzum letzte» Male halte man sich heute In vereinigter Procession eingefunden, begleitetmit Musik uud geführt von dem seeleneifrigen, hochgeschätzten Caplan von Kahl,der die ganze Mission über uns redlich auSgeholfen und unsere Mühen mit denbayerischen Katholiken ehrlich hat tragen helfen. Und nicht bloß daS Land hatte seinContingent täglich zur Mission gestellt, auch auS dem nahen Aschaffenburg waren zahlreiche Zuhörer besonders auS den höhern Ständen und der Geistlichkeilgekommen, und hatten sich wochenlang, um nur die Mission mitmachen zu können,aufgehalten. Ihre Sehnsucht nach einer eigenen Mission soll bald gestillt werden,denn wie wir hören, stehen auf den nächsten Monat Missionen der Jesuiten inWürz bürg und Aschaffenburg bevor. Es wird dann mit nur kurzen Unter-brechungen am ganzen Mainstrome von Bamberg bis hinunter nach Mainz der altekatholische Glaube sich erneuern und erstarken. Besseres können wir auch unsernMitbrüdern nicht wünschen, als eine Mission, Schöneres den Bätern der GesellschaftJesu nicht nachrufen als ein herzliches: ^.ä mulw8 armos! Roch viele Jahreerhalte sie der liebe Gott und stärke sie in ihrem heiligen, eben so tröst- als mühe-vollen Berufe. (M. I.)

Zum konfessionellen Frieden.

Ein westfälisches Blatt sagt beim Schlüsse des Jahreö 1852 unter Andern,:Betrübte Gedanken erfüllen die Seele, wenn man an Alles zurückdenkt, waS bisherdie katholische Kirche von ihren Gegnern hat erleiden müssen. Die Verfügungen un-serer Regierung in Betreff der katholischen Missionen und der Jesuiten , die Herzens-ergießungen der Protestanten auf den Versammlungen zu Wiesbaden und zu Bremen ,die Gewaltthätigkeiten gegen die Katholiken in Mecklenburg , und das zärtliche Mit-leiden gegen Mann und Frau Madiai iu Florenz sind lauter Dinge, die wie Windaussehen, und eine SturmeSernte befürchten lassen. ES liegt unS Katholiken bei derErinnerung an all' diese Vorkommnisse sehr nahe, zu glauben, daß wir auf Gerech-tigkeit und Billigkeit für unsere Kirche ^bei den Protestanten wenig zu rechnen haben,daß sogar eine wirkliche Verfolgung der Kirche nicht zu den Unmöglichkeiten gehöre.Aber eS kann auch noch ganz-umgekehrt kommen. Diese heftige Erbitterung gegenalles Katholische, welche wir seither wahrgenommen, kann möglicher Weise noch ganzinS Gegentheil umschlagen, wenn wir Katholiken eS verstehen, die gegenwärtigenPrüfungen zu unserer eigenen Läuterung zu benutzen. Bis jetzt haben wir unS gehütet,Zorn mit Zorn, Beleidigung mit Beleidigung, BöseS mit Bösem zu vergelten, undwir können schon sehen, daß wir unS dabei nicht schlecht stehen. Ein Feuerbrand,mag er noch so hell flammen, löscht doch zuletzt auS, wenn man ihn allein bei Seiteliegen läßt, legt man dagegen noch einen andern Feuerbrand hinzu, dann verzehrensich beide in gemeinsamer Flamme. Wir wollen den protestantischen Feuerbrand bren-nen lassen, und u»ö höchstens wehren, daß er nicht unser eigenes Dach ergreift,dann wird mit GolteS Hilfe schon Friede werden."

Veraatwortlicher Redacteur: L. Schöncheu,

VerlagS-Jnhaber: F. E. Krem er.