Z7
gefühlSschwangern Herzen. ES sind der Gefühle manche, sie ringe» nach Ordnung;und ich weiß nicht, welches derselben ich zum Chorführer der übrige» machen soll.Sie sehen einen Brautzug vor dem häuslichen Scgensauell, und da wird eS einleuch-tend, wie die Gefühle »ach Gestaltung ringen, und daß ich die Bewegung auS ganznatürlichen Gründen in meinem Gemälde nicht firiren kann. Auch sind Sie gewißnachsichtig, wenn ich auf die Staffage einige Farben zu verschwende» scheine. IsteS ja der schönste Tag im LebenSfrühliiigc, wenigstens der feierlichste und inhalts-schwerste. ES vergißt ja auch die Natur im Frühlinge nicht, ihr letztes BlümleininS Licht zu stelle», um ganz schö» z» seyn für ihren Bräutigam; und selbst derjungfräuliche Jünger Johannes sah das himmlische Jerusalem von, Himmel herab-steigen, geschmückt wie eine Braut, die für ihren Bräutigam geziert ist, und hierhandelt eS sich um jene geheimnißvolle Verbinvung zur Auferbauung der Gemeindeder Heiligen, auS denen das himmlische Jerusalem bestehen wird. Meinen Sie nicht,meine LebenSblumen ständen nicht im verklärenden Lichte und mein LandsckastSbildentbehre der Weihe. Wie i» der Ehe sich ZarteS mit dem Ernsten paart, so feierteauch da, wie eS Auge und Miene sagt, lichte Freude und weicher Ernst auf AllerAntlitz ihre Vermählung. Still wird eS, »ur mehr der Gedanke schifft hin und her,und stellt seinen Mast hinauf zu Gott . DaS Haus feiert einen hauSpriesterlichen Act,dem auch die Kirche mit ihrem geweihten Priesterthiim, das Anrecht nickt streitigmachen will. Die Jungfrau bricht inS Knie, und ihre stumme Bitte geht um denelterlichen Segen. Unter diesen nur will die reifgewordcue Jugend die Filiale stellenund daS Mutterhaus sie pflanzen. Da bleibt gewöhnlich kein Auge thränenleer, amwenigsten daS der Braut. — Auch die FnchlingSkinder sind nicht ohne Thaupcrlen,in denen sich die Sonne spiegelt. Diese Perlen aber sind ächte Waare, die auS deschristlichen Gemüthes Tiefe der heilige Geist selbst zum Brautschmucke sendet.
Ich glaube, wenn Hand und Herz zum Segen sich erhebt, daß da auch dieEngel des Himmels vergnügt darein schauen, und, den Finger über den Munderhoben, sich an diesem Schauspiele freuen; daß sie das süße Opfer deS Herzensauffangen, um eS dem Herrn darzubringen. Ich glaube, daß der Bater im HimmclJa und Amen sagt, wenn der Blick eines andern Engels frägt, ob er die SchaalcdeS SegcnS vollends auSgießen soll, so wie auch Christus, der sich daS Institut derEhe geheiligt hat znr Erbauung der Gemeinde der Heiligen, und der heilige Geist,der geheimnißvoll im Herzen wirkt.
Wie die Maut in Demuth sich neigte, so steht sie auch in Demuth aus; siemerkt nicht einmal, daß die in. Höhern vergessene Hand den Blumenschmuck zerknit-terte, und küßt die Hand, die sie segnete, und den Mund, der sie segnete. Hierdas Sakramentale deS Hauses bei seinem SegenSbrunnen, hier daS Nachbild nachder Kirche Musterbild, hier ein Stück katholischen HausbraucheS! — Ich meine, darinmöge seine Erklärung finden daS Sprichwort: „Ehen werden im Himmel geschlossen!"und daS andere: „Eine weinende Braut, ein lachendes Weib!" Gefällt Ihnen wohldiese Scenerie? Ich glaube, daß sie jedenfalls schöner sey, als eine Theatervorstel-lung; sie hat wenigstens den Vorzug der Natürlichkeit, Wirklichkeil, Weihe undNachhaltigkeit. Was von Christus kommt, was sein heiliger Geist verklärt, daS istimmer schön; und dieß alles wirkt niemand Anderer, als derselbe heilige Geist, derauch die Hände der Patriarchen beim Segen führte, und der auch in die alte Schriftzeichnete da6 Wort: „Des VaterS Segen erbaut das HauS der Kinder." Hat näm-lich daS Stammhaus die Wahrheit anerkannt: Die Familie ist ein Heiligthum GotteS!und hat eS dieß im Segen verbildlicht, so kann daS nicht ohne Wirkung bleiben.ES geht vielmehr TypuS und Geist der Stammfamilie über auf die Filiale, undauch diese entwickelt sich" dann zu einer kleinen Gemeinde der Heiligen, und dießheiße ich dann: „Des VaterS Segen erbaut daS HauS der Kinder." In die Zeich-nung irgend eines Gegenstückes will ich mich nicht einlassen; ich habe auch keine Lustdazu. Dieses Stück katholischen HausbraucheS aber habe ich vor Ihre Augen geführt,weil eS noch eine Zierde vieler Familien ist, besonders aus dem Lande, weil dort