Ausgabe 
13 (27.2.1853) 9
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für das gesammte HauS der Bedenklichkeit,ein liebcS und gehorsames Kind" in

daS Gewirre dieses Landes ziehen zu lassen, die Wage halten, wiewohl in diePersönlichkeit dcS Fürsten wenig Vertrauen zu setzen war. Was dann eben zu dieserZeit Maria an den Freiherrn von Rumpf schrieb, zeigt, welche Ansicht bei ihr vor-gewaltet habe. Man könne nicht wissen, sagte sie ihm, wie eS unverhcirathctenTöchtern nach der Mutter Tod ergehe; daher würde cS ihr zu großem Trost gereichen,dieselben versichert zu sehen." Hiefür ging sie besonders ihren Schwager, ErzherzogFerdinand von Tirol , an, der sie nicht lange vor seinem Tod ans die Herzoge vonParma und von Urbino aufmerksam machte. Auch hat sich ein Brief ihreS SohneSFerdinand an Kaiser Rudolph erhalten, worin ihm jener eröffnet, wie der Königvon Spanien seine Schwester Eleonora gerne mit dem Herzog von Mantua, Mariaaber mit dem Großherzog von Florenz vermählt sähe, auch an Modena denke, wozudie Mutter jedoch keine Neigung habe. Wüßte indeß der Kaiser bessere Gelegenheiten,so möchte er dieselben eröffnen.

Der unverkennbarste Beweis, mit welcher mütterlichen Liebe zu ihren TöchternMaria sey erfüllt gewesen, liegt darin, daß sie keine von sich ziehen ließ, ohne siean den Ort ihrer Bestimmung zu begleiten. Hievon konnte keine Entfernung, keineUngunst der Jahreszeit, keine Gefahr zu Land oder zu Meer sie zurückhalten. Dieälteste, Anna kam, wie bereits erwähnt, nach Polen . Eine Reise von Grätz nachKrakau war zu jener Zeit, zumal für eine Frau, gewiß kein müheloses Unternehmen;Maria ließ sich von Begleitung der Tochter nicht zurückhalten. An Beschwerden undUnbequcmlichlichkeiten konnte derjenigen nach Polen eine Reise nach Siebenbürgen nicht nachstehen, daS Hcrumschwärmen der Türken machte dieselbe zugleich höchstgefährlich. Ob auch Rumpf der Erzherzogin schrieb:der Erbfeind hat lange Arme,seine Rosse haben flinke Beine," die Erzherzogin ließ sich nicht abschrecken, auch dieseTochter nach dem fernen Stuhl-Weissenburg zu begleiten, ungeachtet sie mehr alseinmal daS Nachtlager in einer Entfernung von bloß sechs Meilen von den Türkennehmen mußte. Nur bei mannigfaltigen Unannehmlichkeiten, welche der Hochmuthder Spanier ihr bereitete, und unter bedrohlichen Seestürmen konnte sie ihre Marga-rctha dem König von Spanien zuführen; die Liebe zu der Tochter gab ihr Kraft,jenen Trotz zu bieten, unter diesen unverzagt zu bleiben. Constantia'S, des Königsvon Polen zweiter Gemahlin, Begleit fiel in die herbstliche, Mariens Heimkehr indie winterliche Zeit; aber keine Ungunst der Witterung kam in Betracht; diese Tochtersollte an die Obsorge der Mutter kein minderes Anrecht haben als die andern Schwe-stern. Dieses hätte sie auch der jüngsten, die sich vermählte, der Erzherzogin Mag-dalena, zugestanden, wie dann wegen der Reise nach Florenz , der letzten, die Mariazu machen gedachte, Alles schon verabredet war, als einige Monate vorher der Todsie hinraffte.

Die Erzherzogin kann in ihrem Verhältniß als Mutter nicht anschaulicher geschil-dert werden, als durch ein Schreiben derselben vom 23. Oct. 1541 an den Freiherrnvon Rumpf, dessen Mittheilung die vcrehrlichc Versammlung zuverlässig ansprechenwird. Die Frage über die Vermählung der Erzherzogin Anna hatte sich durch meh-rere Jahre, selbst mit dem Anschein gänzlichen ZerfcklagenS. durchgezogen. Plötzlichgab Kaiser Rudolph seine Zustimmung dazu, zugleich der Erzherzogin die Weisung,dieselbe in sehr kurzer Zeit vor sich gehen zu lassen. Nun schreibt sie dem Freiherrn :Euch, als einen verständigen Mann, lasse ich urtheilen, wie daS möglich sey; wieich, so daß es nicht unserm Haus zu Spott und Schande gereiche, mit der Aus-stattung zurecht kommen solle? Ihr dürst mir glauben, nicht ein Hemd, geschweigedenn ein Rock ist für meine liebe Tochter in Bereitschaft, denn hätte ich etwas vor-gekehrt und die Heirat!) wäre nicht bewilligt worden, welchen Spott würde ichdadurch auf mich geladen haben? Wäre des Kaisers Entscheidung alsbald gekommen,dann sollte gewiß alles fertig seyn und würde ich mir Ehren bestehen. Denkt nurselbst: wir haben bloß noch neun Wochen bis Neujahr, drei Wochen vorher sollteman aufbrechen, und in sechs Wochen alleS fertig seyn! Dazu ist hier ein Ort, an