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uns. uns innerlich mit diesem unerschütterlichen Felsen vereinigt zu fühlen, an demsich alle Mächte der Hölle brechen werden I . . .
„Gott hat uns von einem gewissen Untergang errettet, er hat unser Leben,unsere Güter bewahrt; er hat dem heimatlichen Herde die Sicherheit, unsern Flurendie Ruhe, der Gesellschaft die Ordnung, der Industrie die Thätigkeit, dem Handelden Flor wieder gegeben, und um Euch alle diese Güter zu gewährleisten, hat erunter uns eine erhabene ehrwürdige Autorität aufgerichtet. Um dieses Werk derBarmherzigkeit durchzuführen, hat seine Vorsehung einen Prinzen erweckt, ausgestaltetmit seiner Kraft, durchdrungen von seiner Weisheit. Gut, edelmüthig. fest und ent-schlossen hat Napoleon die Sendung, Frankreich zu retten, in sich gefühlt; um dießzu vollenden, hat er sein Vertrauen auf den Allerhöchsten gesetzt. Bei jeder Gele-genheit bringt er seine Huldigung der höchsten Macht desjenigen dar, der die Richterselber richten wird; und seitdem er die Gewalt in Händen hat, sieht die freiere Kirchetäglich seine Thaten fruchtbarer. Betet also für diesen Monarchen, dem Eure Dank-barkeit die kaiserliche Krone zugedacht hat, betet, daß derjenige, der ihn uns gegeben,ihn uns auch erhalte, betet endlich, daß der Geist der Gerechtigkeit und Klugheit,der so nöthig ist, um Völker würdig zu regieren, ihn nie verlasse. Unter diesemScepter, der sich als Scepter des Friedens ankündigt, bildet ferner — Franzosenund Brüder in Jesu Christo vereinigt! — nur mehr eine Familie und Jeder ausEuch, durch alle unsere Mißgeschicke belehrt, möge erkennen, daß wenn die socialeAuflösung, von der wir bedroht waren, ihren Ursprung nur in dem Vergessen GotteSund seiner Vorschriften gehabt habe, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nur aufder aufrichtigen und einmüthigen Rückkehr zur heiligen göttlichen Religion unserer Vätergegründet seyn könne."
A g r a m.
Der hochwürdigste Herr Erzbischof von Agram hat einen (lateinischen) Hirten-brief an den Klerus seiner Diöcese erlassen, in welchem er zuerst auf die immerwachsende Sicherung der durch die vereinte Bemühung der katholischen Mächte herbei«geführteu Ordnung und Ruhe im Kirchenstaate hinweist, sodann hervorhebt, wie inFrankreich , nach unzähligen Wirren, ebenfalls ein gesunder und religiöser Sinn sichkundgebe und hierauf sagt:
„Auch in unserer Monarchie werden von unserm durchlauchtigsten apostolischenKaiser und König Franz Joseph I. unzählige Beweise inniger Frömmigkeit undangestammter warmer Gläubigkeit gegeben; auch von Seiten Jener, welche an derSpitze der Regierungsgeschäfte steben, werden so viele Belege der Verehrung und desWohlwollens für die Kirche geliefert, daß nur ein undankbares Gemüth sie ignorirenoder mißdeuten und in Zweifel ziehen könnte. Die Ruhe, welche durch die Helden«müthige Tapferkeit unserer Armee gewonnen, die Ordnung, welche durch das uner-müdliche Streben Jener, die am Ruder der Regierung fitzen, herbeigeführt wurde,befestigt sich täglich mehr und wenn noch nicht Alles zur gewünschten Klärung gelangtist, so kann dieß keinesfalls dem Mangel an gutem Willen oder an Thätigkeit, son-dern nur der unsäglichen Wucht der Arbeit zugeschrieben werden, die in einem soausgedehnten Reiche unmöglich in wenigen Monaten oder Jahren erledigt werden kann.
Trotz des Fortschritts der guten Sache würde man doch bedeutend irre gehen,wollte man sich der Ansicht hingeben, eS seyen alle Gefahren für die Zukunft besiegtund beseitigt. Wohl ist die Hyder der Revolution mit ihren scheußlichen Ausgeburtenzu Boden gedrückt, keinesfalls aber völlig vernichtet. Noch lebt sie, Rache athmendund voll giftigen Geifers in ihren Höhlen, eine Gelegenheit zum abermaligen Hervor-brechen erspähend; werden ihr die Waffen nicht entrissen, wird sie ihres Giftes nichtberaubt, so wird sie ohne Zweifel mit wieder gewonnenen Kräften und gesteigerterWuth neuerdings hervortreten.
Wer die Ereignisse der frühern Zeiten aufmerksam erwogen und mit den gegen«