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kann, welches ist daS Reich der Tugend und der wahrhaften Glückseligkeit. Ziehteuch für einige Tage wenigstens in eine heilige Einsamkeit mit Gott und euren Her.zen zurück; wachet und betet, damit ihr würdig erachtet werdet, allem Künftigenbegegnen und vor Gottes Sohne stehen zu können. Gestärkt an Geist, Gemüth, anGlauben und Hoffnung, erglühend in Liebe zum Heiland schreitet dann zur weiternAusübung eures Amtes. Zu diesem Zwecke werden die Worte der Ermahnung, dieich, obwohl sehr geringen Verdienstes, aber doch als euer Bischof mit väterlichemWohlwollen und in brüderlicher Liebe gesprochen habe, euch hoffentlich von einigemNutzen seyn. Ich selbst werde nicht aufhören, zu Gott zu beten, auf daß wir erfülltwerden mögen von der Erkenntniß seines Willens in Weisheit und geistigem Ver-ständniß und ihr würdig und Gott wohlgefällig einher wandelt."schWiich 6« .»"us/l^iU - ^ "" na ><><» .n»tj"!.<i<w
Rom, 25. Jan. Unsere deutschen Verhältnisse in der Hauptstadt der Christen-heit, von welchen im SonntagSblatte zum öfter» die Rede war, haben sich seit einemhalben Jahre weit günstiger gestaltet. Die Grundbedingung eines allseitigen undfriedlichen Zusammenwirkens unter den hiesigen Deutschen, nämlich die innige Ver-bindung der verschiedenen uralten Nationalstifiungen als Mittel zn demselben Zwecke,ist seitdem ihrer Erfüllung um Vieles näher gerückt. Aber nicht bloß im Interesseder nationalen Stiftungen, sondern auch in jeder andern Weise entfaltet sich gerade jetzt«in freudiges Zusammenwirken der hiesigen deutschen Priester und Laien. Erstere haltenallwöchentlich in St. Maria dell' Anima eine Konferenz über kanonisches Recht, anwelcher der Regel nach gegenwärtig l2 bis 14 Priester Theil nehmen. Die Haupt«Puncte aus dieser wichtigen, in Rom besonders blühenden Disciplin kommen hier zumgeordneten Vortrage und zur Erörterung. Zudem arbeiten die meisten Priester in derso einflußreichen Congregation des Concils. Den monatlichen Sitzungen der letzterengehen jedesmal besondere Konferenzen in St. Maria dell' Anima voran. Es werdennämlich die Sachen, welche in den Versammlungen der Kardinäle der Congregationihre Entscheidung finden sollen, bereits 8 Tage früher den mitarbeitenden Priestern ingedruckten Referaten zugetheilt. So ist diesen Gelegenheit geboten, die wichtigstenkirchl. Angelegenheiten nach den Grundsätzen dcS kanonischen RechtS z« erörtern undihre Ansichten nach den Entscheidungen der Congregation, welche ihnen officiell mitge-theilt werden, zu berichtigen. — Jeden Sonntagabend finden dann Conferenzcn überdie christl. Kunst in der Behausung des um die deutschen Angelegenheiten in Rom sohochverdienten Herrn Spithöver statt. An diesen nehmen außer den Priestern auch dieausgezeichnetsten deutschen Künstler den regsten Antheil. — Gerechten Anspruch aufunsern Dank hat in all' diesen Beziehungen der hochw. Prälat Fürst Hohen lohe,geh. Kämmerer Sr. päpstl. Heiligkeit, wenn anders die tiefe Demuth dieses hohenkirchl. Würdenträgers, der trotz seiner einflußreichen Stellung in der unmittelbarenNähe der geheiligten Person deS Papstes keine Ansprüche kennt, eS unS erlaubt, indiesen Blättern ein öffentliches Zeugniß jenes Dankes im Namen der gesammten deut-schen Priester und Laien von Rom niederzulegen. Seltene Frömmigkeit gepaart miteinem offenen gerade» Sinn, der Schmeichelei und Schleichwege verabscheut; — dieübrigen GeisteSgaben, welche einem Würdenträger der Kirche zur höchsten Zierde gereichen,haben dem Fürsten Hohenlohe die größte Achtung und ein hohes Vertrauen beim hl.Vater selbst, so wie bei den Car^inälen und Prälaten der Curie gewonnen und gesichert.Die hochw. Bischöfe Deutschlands, welche im Laufe mehrerer Jahre Rom besuchten,fanden sich bei ihrer Abreise von hier jedesmal gedrungen, über die seltenen Eigen-schaften dieses Prälaten ihre vollste Anerkennung auSzusprechen. — Dank dem h. Vater,daß er zum Wohl und Heil der Kirche unseres Vaterlandes diesen vortrefflichen Mannin seine Nähe zog! Wir fanden eine besondere Veranlassung zu diesem Worte über denFürsten Hohenlohe in den mannigfachen Verdächtigungen, welche in verdeckter Weisedurch deutsche Blätter gegen diesen hohen kirchl. Würdenträger sind verbreitet worden(M. S.-Bl.) _ _-
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