Dreizehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger Psjtzeitnng.
3. April. ' ^ 14. 1853.
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Rom.
Allocution Sr. Heil, des Papstes Pius IX. , gehalten im geheimen
Consistorium am 7 März.
Ehrwürdige Brüder I Nachdem es dem Vater aller Erbarmniß, dem Gott jederTröstung gefallen hat, UnS in Unsern schwersten Trübsalen Erleichterung zu verleihen,zögern Wir nicht, ehrwürdige Brüder, eS euch mitzutheilen und halteu Uns für über-zeugt, daß euere Freudigkeit der Unsern gleich kommen werde, denn Wir verkündeneuch, daß durch besondere Wohlthat der göttlichen Huld der ersehnte Tag angebrochenist, an welchem Wir in dem blühenden Königreiche Holland und Brabant die gewöhn-liche Episkopal-Hicrarchie nach den allgemeinen Regeln der Kirche wieder herstellenund so für die Unversehrtheit und Wohlfahrt jenes geliebtesten Theiles der Heerde deSHerrn in ausgedehnterer Weise Sorge tragen können. Jeder von euch, ehrwürdigeBrüder, kennt die Verhältnisse jener Gegenden, wie sie schon in den ersten Jahrhun-derten der christlichen Aera waren und wie jene Völker im siebenten Jahrhundert vomhl. Willebrod, der durch apostolische Tugend überaus ausgezeichnet war, und vonseinen Gefährten im heiligen Amte die göttliche Religion nnd Lehre Christus desHerrn empfingen und lernten, welche Lehre dort so glückliche Fortschritte machte, daßbald hernach Unser Vorgänger, der hl. Sergius I. , für gut fand, den erzbischöflichenSitz von Utrecht creiren und ihn von demselben Willebrod regieren und leiten zu lassen.
Ihr wisset ferner recht gnt, mit welcher Emsigkeit, Auedauer und Mühewaltungsowohl derselbe hl, Willebrod, als auch der hl. Bonifazius, dem mit Recht der Titeleines Apostels Deutschlands beigelegt wurde, wie auch andere Bischöfe in spätern Zei-ten, von denen Einige den Reihen der heiligen Himmelsbewohner einverleibt wurden,rastlos arbeiteten und darüber wachten, um den katholischen Glauben in jenen Gegen-den von Tag zu Tag weiter zu verbreiten und allen Völkern daselbst die heiligstenGlaubenslehren einzuflößen und sie damit zu speisen. In solcher Weise gelangte unsereheilige Religion in jenen Gegenden nnter Einwirkung der göttlichen Gnade zu solcherFestigkeit, Vermehrung, Lebenskräftigkeit und Blüthe, daß im Jahre 1559 Unser Vor-gänger Paulus IV. für angemessen erachtete, durch ein apostolisches Schreiben demUtrechter Bischofssitz die Würde, Rechte und Privilegien einer Metropolitankirche zuverleihen und fünf andere Bischofssitze als Euffraganen des Utrechter ErzbiSthumS zucreiren.
O hätte in jenem geliebten Theile des göttlichen Weinbergs, der nach glücklichem,gedeihlichem Anbau schon die herrlichsten, reichlichsten Früchte zu bringen verhieß, derFeind doch nie den Samen deS UnkrauiS ausgestreut! O, wären doch über jene gläu-bigen Völker nie die Feinde der katholischen Religion hereingebrochen, die mit ihrenKünsten AlleS versuchten, um die Bewohner jener Gegenden vom katholischen Cultus