Ausgabe 
13 (10.4.1853) 15
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daß der Kirche und ihren geheiligten Dienern angemessene, anständige, völlig freie undsicher gestellte Einkünfte angewiesen werden und daß alle Gläubigen jenes Staatesinit diesem apostolischen Stuhle, dem Centrum katholischer Wahrheit und Einheit freiverkehren, auch daß fromme Körperschaften wieder daselbst nach ihren eigenen Normenund Institutionen verweilen können sollen; es wnrde auch der Kirche das ihr zustehendeRecht sanctionirt und vindicirt, was immer für nutzbringende liegende Güter erwerbenund besitzen zu können. Wir verwahrten UnS auch, daß mit allem Eifer die nöthigenMittel herbeigeschafft würden, daß die Ungläubigen^ die in dem Gebiete jenes Staatesleben und noch elender Weise in den Finsternissen und Schatten des Todes verharren,mittelst der Strahlen des evangelischen Lichtes erleuchtet und der Heerde Christi ein-verleibt würden. Sorglichst trachteten Wir, die kirchliche Disciplin dort mehr zu be-leben, damit sie aufs genaueste auch in allen jenen Dingen beobachtet werde, vondenen in der Convention keine Erwähnung gemacht wurde. Nach gehöriger Erwägungdes Guten, das auö solcher Convention der katholischen Sache erwachsen muß undder Einkünfte, welche der Kirche und ihren geheiligten Dienern angewiesen wurden,haben Wir für angemessen erachtet, dem Präsidenten jenes Staates und dessen Nach-folgern im Amte das Ehrcnrccht zu verleihen, die Ernennungen zu den vacantenBischofssitzen uud geistlichen Benefizien vorzunehmen.

Alles dieses, welches Uns zur großen Tröstung bei den vielfachen, höchst beschwer-lichen Sorgen Unseres Papstthums gereichte, mußte euch, ehrwürdige Brüder, mitge-theilt werden. Wir sind fest überzeugt, daß ihr mit gleicher Freudigkeit Alles vernom-men habt, was von Uns zur größcrn Verherrlichung des göttlichen Wesens, zur För-derung und zum Gedeihen seiner heiligen Kirche und zum Heile der Seelen sowohl indem blühenden Königreiche Holland und Brabant, als in der Republik Costarica voll-führt und verübt wurde.

Während UnS aber dieser Trost zu Theil wird, finden Wir keine Worte, um denherben Schmerz auszudrücken, der Uns Tag und Nacht quält, ob des grausamen undnie genug zu verabscheuenden Krieges, der in vielen andern großen Staaten die katho-lische Kirche quält und zerfleischt. In jenen Gegenden werden der unbefleckten BrautChristi täglich herbe Wunden geschlagen, wird der katholische Glaube und die katho-lische Doctrin bekämpft, mit Füßen getreten und die heiligen und kirchlichen Angelegen-heiten mit allen erdenklichen Drangsalen und Beleidigungen bedrückt; Sittenverderbniß,verkehrte Ansichlen aller Art und Irrthümer herrschen daselbst. Darum, ehrwürdigeBrüder, wollen Wir nie ermüden, mi- beständigen und inbrünstigen Gebeten Gott an-zuflehen, und zu ihm zu beten, daß er iu seiner Huld UnS die nöthigen Kräfte ver-leihe und Unsere Sorgen, Bestrebungen und Rathschläge segnen wolle, damit Wirsolche Anhäufung der Uebel abzuwenden im Staude seyn mögen.

Unsere Aufmerksamkeit euerem berühmten Kollegium zuwendend, beschlossen Wiram heutigen Tage, Männer, die durch Geist, Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und denRuhm ihrer Thaten ausgezeichnet sind, euerem Kollegium einzuverleiben. Bevor Wirjevoch dies vornebmen, werden Wir zwei Cardinäle, die Wir in dem von Uns am15. März v. Js. abgehaltenen Cousistvrium creirtcn und bis jetzt in petto reservirten,proclamiren. Der erste derselben ist der ehrwürdige Bruder Michael Male Prelü,Erzbischos von Karthago , der angescheu durch Reinheit des Lebenswandels, durchWürde und Milde, begabt mit ausgezeichneter Geisteskraft und Gelehrsamkeit, zuerstdaS Amt eines apostolischen Nuntius am kgl. bayerischen Hofe in höchst anerkennens-werther Weise bekleidete und den gleichen Posten sodann am kcüserl. apostolischen WienerHofe seit mehreren Jahren in den bewegtesten Zeiten und unter den schwierigsten Ver-hältnissen mit Scharfsinn, Klugheit, Thätigkeit und Eiser für die katholische Kirche versah, so daß er sich um diesen apostolischen Stuhl besondere Verdienste nnv dieallgemeine Hochschätzung mi! bestem Rechte erworben hat.

Der zweite Cardinal, den Wir gleichzeitig proclamiren, ist der ehrwürdige BruderJohannes Brunclli, Erzbischos von Thessalonich . Auch dieser ist dnrch Frömmigkeitund Sittenreinheit angesehen und ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit in heiligen Doc-