Ausgabe 
13 (10.4.1853) 15
Seite
115
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

tn'nen; er hat in rühmlichster Weise und zum großen Nutzen seiner Zuhörer in Rom kanonische Rechtswissenschaft gelehrt >md ferner sehr viele mühsame Arbeiten sür denapostolischen Stuhl verrichtet, als er die Aemter eines SccretärS der Cvngregation füraußerordentliche kirchliche Angelegenheiten und Verbreitung des christlichen GlanbcnS,ferner das Amt Unseres Nnntinö bei der katholischen Königin von Spanien bekleidete;er hat dabei so unermüdliche und eifrige Thätigkeit für den apostolischen Stuhl beur-kuudet, daß Wir der Ansicht waren, ihn mit Verleihung der Cardinalswürde belohnenzu sollen.

Außer der Proclamirung der geuanntcn Cardinäle creiren Wir im heutigenConsistorium »och sechs andere Cardinäle. Einer derselben ist der ehrwürdige BrnderJohann ScitowSki, Erzbischof von Gran ; ausgezeichnet durch hervorragende Frömmig»keir und andere vorzügliche Eigenschaften des Geistes wurde er vom Fünfkirchner BiS-thume bis zum Graner ErzbiSlhume erhoben und hat sich durch die dem Bischöfevorzugsweise zustehenden Tugenden stets so hervorgethan, daß ihn Unser geliebtesterSohn in Christo, Franz Joseph , Kaiser von Oesterreich, UnS besonders empfahl undvon UnS verlangte, daß Wir ihn zum Cardinal ernennen sollen. Demgemäß ein-verleiben Wir den durch seine Verdienste hochberühmten und vor UnS mit einersolchen Empfehlung von so bedeutendem Gewichte gezierten Mann bereitwilligst euremKollegium.

Wir erfreuen uns auch mit der Ehre des Cardinalats noch einen andern ehr-würdigen Bruder zieren zu können. Es ist dies der ehrwürdige Bruder Franz NicolaSMorlot, Erzbischof von TourS, der angesehen durch ausgezeichnete Religiosität, Ehr-erbietung und Treue gegen diesen apostolischen Stuhl, vom BiSthum zu Orleans zurRegierung der erzbischöflichen Kirche von TourS berufen wnrde und mit so viel Sorge,Fleiß, Emsigkeit alle Amtspflichten zu erfüllen und sich um die katholische Kirche ver-dient zu machen bemüht war, daß Wir ihn sür überaus würdig erachten, eueremKollegium einzuverleiben. Indem Wir dies thun, sind Wir überzeugt, eine Unsermgeliebtesten Sohne in Christo, Napoleon, Kaiser der Franzosen , sehr angenehme Hand-lung zu verrichten, da er dies dringlichst von Uns verlangt hat.

Zu diesen fügen Wir den ehrwürdigen Bruder Giusto Recanati, Bischof vonTripoli in psrt. insicl. in Kleinasien hinzu; schon in früher Jugendzeit trat er in denOrden der Capuziner ein, zeichnete sich durch Eifer in der Ordensregel, durch Beschei-denheit und alle Tugenden, welche das Mitglied eines geistlichen Ordens zieren, sowie durch groß: Gelehrsamkeit im philosophischen und theologischen Wissen besondersaus, stand dem Kollegium jenes Ordens sür sremde Missionen eifrigst vor, admini-strirte die Diöcese von Sinigaglia in kluger, umsichtiger Weise uud hat sich UnS unddem apostolischen Stuhle in den schwierigsten Geschäften so eifrig und thätig erwiesen,daß Wir der Ansicht sind, ihn znr Cardinalswürde zu erheben.

Dieselbe Würde verleihen Wir Unserm geliebten Sohne Domenico Savelli, derim Amte eines apostolischen Delegaten mehreren Provinzen Unseres Staates vor-stand, dann unter die Kleriker der apostolischen Kammer aufgenommen wurde und alsGouverneur dieser Unserer lieben Stadt und als sodann resignirter Vicekämmerer inallen diesen Aemtern seine Rechtschaffenheit, Klugheit, Einsicht und Geschicklkchkeit der-maßen beurkundete, daß Wir ihn ebenfalls zu eurem Collegen machen wollen.

Sehr angenehm wird es euch seyn, zu vernehmen, daß Wir in euren berühm-ten Orden auch den geliebten Sohn ProSpero Caterini aufnehmen, dessen Reinheitdes Lebenswandels, Religiosität, Frömmigkeit, Geistesreichthum und Gelehrsamkeit euchbekannt ist, da er die schwierigen Aemter eines SecretärS der Studiencommission, eirieSDecanS der apostolischen Pronotare, eines Beisitzers des JnquisitionS-Tribunals:c. indieser Stadt rühmlichst bekleidete.

Wir glauben, daß ihr auch die Ausnahme noch eines andern angesehenen Man-nes in euer Kollegium beifälligst begrüßen werdet. Es ist dies der geliebte SohnVincenz Santucci, der, wie ihr wißt, mit ausgezeichneten Eigenschaften des Geistesund Gemüthes geziert, rühmlichst wegen seiner Religiosität und Frömmigkeit bekannt,