Ausgabe 
13 (10.4.1853) 15
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in den heiligen Doctrinen besonders gelehrt ist, in den schwierigsten Zeiten in derVerwaltung der ernstesten, wichtigsten öffentlichen Angelegenheiten als StellvertreterdeS Cardinal-StaatsseeretärS emsige und nützliche Dienste leistete und mit so viel Klug-heit, Umsicht und Scharfsinn das mühsame Amt eines Secretärs der Kongregationfür außerordentliche kirchliche Angelegenheiten bekleidete, daß Wir der Ansicht sind,ihn mit dem geheiligten Purpur zu ehren.

Diese sind die ausgezeichneten Männer, welche Wir in eueren berühmten Ordenaufzunehmen der Ansicht sind.

Was ist eure Meinung hierüber?

Kraft der Autorität des allmächtigen Gottes, der Autorität der heiligen ApostelPetrus und Paulus uud Kraft Unserer Autorität erklären Wir als Cardinalpricster:

Michael Viale Prelü, Erzbischof von Karthago ; Johannes Brunelli, Erz-bischof von Thessalonich .

Als Cardinalprkester creiren Wir überdies:

Johann ScitowSki, Elzbischof von Gran; Franz Nicolas Morlot, Erz-bischof von TourS; Giusto Recauati, Erzbischof von Tripolis .AIS Cardinaldiakone-

Domenico Savelli, Prospero Caterini, Vincenzo Santncci, unter dennöthigen und angemessenen DiSpensationen, Beschränkungen und Klauseln.

Im Namen des Vaters -j- des Sohnes f und des heil. Geistes, f Amen."

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Ostindien.

Schreiben der Fräulein Aloisia Pisani aus dem Institute der

englischen Fräulein.Chi ttagong Kloster Bethlehem, am Feste des hl, Stcphanus 18SL.Geliebteste, theuerste Mutter!Nun ist überstanden die 123tägige Schifffahrt mit allem, was sie im Gefolgehatte. Gottl großer Gott wir loben Dich, wir danken Dir mit tiefbewegter Seele,daß Du Deine hl. Engel uns zu Hilfe und zum Schutze gegeben hast, und unswohlbehalten, gesund und frohen Muthes an unsern neuen Bestimmungsort geführthast. Ja, liebe Mutter I danken Sie mit uns, Ihre Kinder haben glücklich Chittagong erreicht. Ehe ich Ihnen aber unsere Ankunft ausführlicher beschreibe, will ich Ihnenden ordentlichen Gang unserer Geschichte erzählen, und von unserer Abreise in Kal-kutta beginnen. Am 6, Der. verließen wir nach einem 15tägigen Aufenthalt daselbstCalcutta, nachdem wir von Hrn. Spenze, der uns während der Zeit viele Gastfreund-schaft bewies uud uns auch noch, wie dergleichen mehrere Damen nachahmten, mitallerlei Mundvorrath auf die Reise und sonstigen Effecten versah, Abschied genommen.Unser hochw. Hr. Bischof begleitete uns. Nun nahmen uns zwei Boote aus. Derhochw. Hr. Bischof, wie immer sich selbst vergessend, überließ uns dreien das größereund bequemere und wählte für sich und seine zwei Priester vas kleinere, und nun gingeS, wie gewöhnlich auf unserer Reise, Chittagong zu. Ich will Ihnen nun auchunsere Küche beschreiben. Der hochw. Hr. Bischos nahm nun von Calcutta einenKoch und einen Bedienten mit, nebst allem nöthigen Küchen- und Tafelgeräthe, Nunaber, als wir das Erstemal zu Tische saßen, bemerkten wir, daß die Gabeln vergessenwurden. Da hatte die ganze Reisegesellschaft denn nur eine, nämlich die große Tran-schiergabel , die vom hochw. Hrn. Bischof angefangen immer von Hand zu Hand ging.Unser Frühstück bestand in einem gebratenen Huhu, Reis und einer Tasse schwarzenCaftS mit Butter und Bisquit. Abends 4 Uhr das Diner mit einem Huhn undReis, und um 7 Uhr Thee mit Butter. Am sechsten Tage unserer Reise befiel michein Fieber, das mich an das Bett sesselte. Der hochw. Hr. Bischof bewies mir wiederalle Liebe und ging in seiner Sorgfalt so weit, daß, als wir am dritten Tag unsererReise in Barrisal landeten, er einen Arzt zu Rathe zog. Wir stiegen ans Land und