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7) Das Krückeukreuz hat an den Enden kleine Querbalken. DaS König-reich Jerusalem hat im silbernen Felde ein goldenes Krückenkreuz mit vier kleinenKrückenkreuzen von demselben Metall. Das Wappen von Calabrien ist im silbernenFelde ein schwarzes Krückenkreuz.
8) Das St. Antoniuskreuz, bei welchem der Querbalken über dem Psahlsteht, also ähnlich dem griechischen I.
9) Das hohe Kreuz, PassionSkrenz, ist stets schwebend und entweder einschmales Kreuz oder ein Krcuzsadeu. DaS Wappen der Landschaft Wlodimirien istim rothen Felde ein goldener gekrönter Löwe, welcher mit den beiden vordem Prankenein silbernes hohes Kreuz hält.
11) Das St. Jacobskreuz ist ein hohes Kreuz, dessen drei obere Endenlilieusörmig ausgehen, dessen unterer Theil hingegen ausgeschweift ist und sich als Kugel-stabkreuz in eine Kugel endigt. Solche Kreuze trage» die Ritter deS heiligen Jacobin Spanien .
12) DaS Malteserkreuz ist achteckig, scharf zugespitzt und hat zwischen jezwei Ecken einen starke» Einschnitt. Die Malteseiritter tragen ein solches Kreuz vonGold weiß emaillirt. "
13) Das Tolosanische oder Schlüsselring-Kreuz ist ausgebrochen undendigt sich in Gestalt eines dreieckigen Schlüsselrings. Die Grafen von Toulouse führ-ten im rothen Felce ein goldenes, an jeder Ecke mit einer goldenen Kugel geziertesTolosanischeS Kreuz.
14) Das St. Katharinenkreuz ist eine Art Krückenkreuz und kommt sehr
selten vor.
15) DaS Andreaskreuz, auch Burgundisches Kreuz genannt (weil dieKönige von Burgund zu Ehren des heilige» Andreas ein solches im Wappen führten),hat die Balken überzwerg gekreuzt.
Vom Patriarchenkreuz bei einer andern Gelegenheit.
DaS Wappen der Kurfürsten von Mainz , welches ein vom ersten KurfürstenWilligis < 1011—21) herrührendes Rad seyn sv!>, war wahrscheinlich ein Kreuz, wel-ches mit einem Kreist umzogen wurde. Kur-Trier und Köln führten gleichfalls Kreuze.DaS Rad im Mainzer Wappen kommt auf Münze» zwischen 1230—49, und ansSiegeln erst 1294 vor.
Der Kurfü'.st von Trier si-hrte wegen der Abtei Prüm im rothen Felde ein sil-bernes zunickschcndes Oster lamm, welches einen goldenen Kreis um den Kopf hat,mit dem rechten Fuß eine silberne mit einem rothen Kreuz gezeichnete Fahne trägt» uudauf einem Linien Hügel steht Auch der Bischof von Vriren hat im rothen Feldeein auf einem grüne» Hügel stehendes, vorwärts sehendes Osterlamm, welches mitdem linken Vorderfnße eine mit einem Kreuze gezeichnete Fahne trägt und um denKops einen goldenen Cirlel hat. Die Familie Lemblein führt im Klanen Feloe einrückwärts sehendes silbernes Osterlamm, welches mit dem linke» Voiderfiißc eine miteinem Kreuz gezeichnete silberne Fahne trägt.
Auch Kirchenfahnen sieht man zuweilen auf Wappen, Sie sind mit druRingen uud ebenso vielen Korden an die Siangcn angehängt, niemals aber seitwärtsau dieselben angenagelt. So z, B. führen die Fürsten von Fürstmberg Wege» derGrafschaft Werdenberg im rothen Felde eine silberne Kirchenfahne, und die Grafenvon Montfort haben im silbernen Feld eine rothe Kirchensahne mit drei Ringen. >
Nächst dem Kreuze ist der Löwe die gewöhnlichste Wappenfigur, woher auchdas französische Sprichwort: „8i tu n'gs pss el'grmes, prencis I« Iicu>." Zur Zeitder Kreuzzüge entstanden die vielen Löwen, weil, wie man sagt, die Kreuzfahrer be-gierig waren, die Sarazenen wie Löwen anzufallen. Eben durch die Kreuzzüge kamenViele orientalische Figuren in europäische Wappen.
Das päpstliche Wappen ist eine dreifache Krone, worunter die zwei Schlüssel inForm eines Andreaskreuzes gelegt sind. Der rechte Schlüssel ist golden, der linkesilbern. Die Schlüssel findet man auf päpstlichen Siegeln seit dem Anfange des vier-