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zehnten Jahrhunderts. Früher wurden die Schlüssel auf den Schild gelegt, wie mandies auf päpstlichen Münzen und Denkmälern in Avignou und Rom sieht. Die drei-fache Krone des Papstes bedeutet die dreifache Gewalt desselben über die streitende,leidende und triumphirende Kirche. Der Papst Bouisaz Vlll, hat zuerst ein Wappengefiihrt.
Die Familie Bapst von Bolsenheim führt in einem goldenen Schilde ein einge-legtes schwarzes Schild, in welch' letzterm das Brustbild eines (links sehenden) Pap-stes mit rothem Mantel, silbernem Kragen und einer silbernen Tiara auf dem Hanpte.
Die Patriarchen führen doppelte Kreuze (Patriarchenkrenze, in WappenbriefenSpanische Kreuze), bei denen der obere Querbalken kürzer als der untere ist, DaSPatriarchenkreuz ist aus Wappen immer schwebend; der obere Querbalken desselbenmag von dem Zettel, auf dem die Buchstaben 5. k. ^ standen, seinen Ursprungherleiten.
Der Knrfürst von Hessen führt u. a. im silbernen Felde ein rothes Patriarchen-kreuz wegen der Abtei Hersfeld . DaS ungarische Wappen hat im rothen Felde einsilbernes Patriarchenkreuz. Der König von Polen führte wegen deS GroßherzogthumsLitchauen im rothen Felde einen geharnischten silbernen Reiter, der in der Rechteil einbloses Schwert und in der linken einen blauen Schild mit einem goldenen Patriarchen-kreuz hält und auf einem rennenden, gleichfalls silbernen Pferde mit blauem Zeug unvgoldenem Hufeisen sitzt.
Die Cardinäle setzen weder Kronen, noch andere Zierrathen auf ihre Wappen,sondern allein den Cardinalshut, an welchem etagenweise Qnasten herabhängen, undhinter dem sich Hirtenstäbe befinden. Jnnocenz IV. hat aus der 1245 in Lyon ge-haltenen Kirchenversammlung den Cardinälcn rothe Hüte zugedacht , damit sie immerbereit seyen, ihr Blut für die christliche Kirche zu vergießen. Die Schnüre und Qua-sten hat Paul II. hinzugefügt; cS waren früher nur wenige, aber mit der Zeit mehr-ten sie sich. Gewöhnlich haben die Cardinäle fünfzehn Quasten. Seit dem Ende desfünfzehnten Jahrhunderts fügen die Cardinäle , und besonders die von niedriger Her-kunft, daS Wappen des Papstes, der sie ernannt hat, dem ihrigen bei.
Die Erzbischöfe haben grüne Hüte mit zehn, etagenförmig herahängenden Qua-sten und hinter den Hüten, wie die Cardinäle, Hirtenstäbe. Erst seit dem siebenzehn-ten Jahrhundert decken die Erzbischöfe und Bischöse ihre Wappen mit grünen Hüten,um die Cardinäle nachzuahmen. Die deutschen Erzbischöfe und Bischöfe waren dieersten, welche ihren bischöflichen und Stiftswappen ihr Geschlechtswappm beifügten;erst im zwölften Jahrhundert finden sich Siegel mit dem bischöflichen und Stiftswap-pen, und erst im dreizehnten Jahrhundert fingen die Erzbischöfe und Bischöfe an, ihrGeschlechtswappen beizufügen.
Die Bischöfe haben grüne Hüte und sechs Quasten; auch führen sie einen Jn-sul. DaS Schwert, welches man bei bischöflichen Wappen oft sieht, ist das Zeichender weltlichen Gerichtsbarkeit oder der Landeshoheit. Der Bischofsstab ist bei solchenWappen links, das Schwert rechts unterlegt. Zur Zeit des Concils von Constanzfand man die Setzung des Schwertes und Bischofsstabes noch nicht Zwischen Schwertund Stab befindet sich die Bischofsmütze. Diejenigen Bischöfe nnd Prälaten, welchenicht zugleich Landesfürsten sind, führen nur den Stab allein. Zuweilen stehenzwei Stäbe schräg gegen einander, zuweilen beide aufrecht. Einige Bischöfe außerhalbDeutschland setzten, ob sie gleich keine Landesfürsten waren, dennoch daS Schwert,freilich mit über sich gekehrter Spitze, zur Linken des Schildes. Einige Heraldikcrwollen, daß die Stäbe der Erzbischöfe einwärts, d. h. mehr gegen den Schild, unddie der Bischöfe mehr auswärts, d. h. von demselben entfernt werden sollen. InDeutschland führen auch jene Geistlichen, welche ansehnliche Stiftsämter bekleiden, als:Pröbste u. f. w, die Bischofsmütze.
Das Stift Niedermünster führte im rothen Felde einen Bischofsstab mit demauf dessen Mitte gesetzten silbernen lateinischen l>. Der im Speyerschen Wappen durchein Castell gesteckte silberne Prälatenstab bedeutet die Abtei Weißenburg .