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warben; aber durch einen der unerwarteten Gegenstöße, wie sie in diesen schlecht ge-gründeten Freistaaten so häufig sind, wurde ihnen die gesetzgebende und vollziehendeGewalt seindselig. Das Zeichen zum Angriff wurde dadurch gegeben, daß gewisseMänner zur Gewalt gelangten. Den Sturm eröffnete die Presse, sodann wurden,nachdem die Geister genugsam erhitzt waren, folgende zwei Fragen der zu Guayaquil zusammengekommenen Nationalversammlung vorgelegt: 1) Ist die Gesellschaft Jesu derRepublik Ecuador angemessen oder nicht, 2) soll man die Väter der Gesellschaft aus-treiben? Die erste Frage ward fast einstimmig bejaht, die zweite bejaht mit einerMajorität von 21 gegen 14 Stimmen. Folgeweise erkannte die Versammlung diePragmatik Carls III. als noch immer giltig an und beauftragte die Erecntivgewaltzu den nöthigen Maaßregeln.
Das Volk, welches in den Jesuiten die Lehrer seiner Kinder, die Leiter seinesGewissens, die Apostel seiner Religion liebt, welches es als ein Glück ansieht, wenn siefür seine geistige Besserung im Beichtstuhle und auf der Kanzel arbeiten, war inMasse zu der Versammlung geströmt, man befürchtete eine Demonstration zn Gunstenderjenigen, welche man entschlossen war zu verurtheilen, und trotz der Constitution,welche zu einem legalen Beschlusse Oeffentlichkeit der Sitzungen nnv eine dreimaligeProbe verlangt, hat man bei verschlossenen Thüren in einer einzigen Sitzung berathenund abgestimmt, ohne, die geringste Rücksicht zu nehmen auf dreißig Bittschriften, welchemit mehreren Tausenden von Unterschriften bedeckt waren.
Zu Guayaquil äußerte sich der Schmerz der Gläubigen durch ihren Zusammen-fluß zum Hanse und zur Kirche der Gesellschaft, zu Guito und Jbarra war die Hal-tung des Volkes minder ruhig. Kaum war die Nachricht von dem Decret angelangt,als eine tobende Volksmenge das Haus der Gesellschaft umgab, erklärend, daß sie umjeven Preis sich ihrer Verbannung widersetzen würde. Es gelang nur dadurch denAufruhr zu bändigen, daß man bekannt machte, die Exekutivgewalt habe noch keineEntscheivung gefaßt. Während die Jesuiten ihren ganzen Einfluß auwandten, das zuihren Gunsten ausgestandene Volk zu beruhigen, hat die irreligiöse Presse es nicht ver-säumt, die populäre Bewegung, in welcher man bei geringer Aufrichtigkeit den Aus-druck der allgemeinen Gesinnung hätte erkennen müssen, den.Vätern zur Last zu legen.ES ist merkwürdig, wie dl>se Republikaner den willkürlichsten Act Carls III. verkün-digen nnd zum Panier den despotischen Lappen nehmen, den die Decrete JsabellenS II.soeben zerrissen haben.
Der spanische Consul hat die Jesuiten in ihrer Eigenschaft als Spanier unterseinen Schntz genommen; er hat sich berufen auf die Staatsverfassung von Ecuadorund auf die Verträge dieser Republik mit Spanien , und so bewirkt, daß die Entschlie-ßung der Erecntivgewalt ausgesetzt wurde. Nach den neuesten Nachrichten hat dieRegierung den Jesuiten vorgeschlagen, freiwillig abzureisen, und sich erboten, die Kostender Reise bis zu deren beliebigem Ziele zu bestreiken und ihnen passende Pension ;ubezahlen bis zum September 1853, wo der Congrcß von Neuem sich versammeln soll,um definitiv über diese Angelegenheit zu entscheiden.
Nun schreibt der „Pauamar Star" vom 8. Jannar: ;,Verflossenen Dienstagkam von Guayaquil zu Panama das ccuadorische Kriegsschiff Hermosa Carmen miteiner Ladung von 32 Jesuiten, welche von der Regierung von Ecuador aus der Re-publik ausgetriebeu waren, an. Wir vernehmen, daß sie dem Gvnvernenr von Panama zugewiesen waren mit dem Befehl, sie über die Landesgränze zu bringen und sie ausdem Lande zu verbannen mit aller wünschenswerthen Raschheit und Sorge. Mansagt, daß den Jesuiten bei ihrer Ankunft amtlich bekannt gemacht wurde, daß sie auS-steigen dürften, daß sie aber unter Aufsicht der Polizei während ihres Aufenthalts zuPanama seyn würden und daß dieser nur 24 Stunden Dauer haben dürfe. — Sieantworteten, daß sie dem Gesetz keinen Widerstand zu leisten hätten, aber daß, wennder Gouverneur sie als Gefangene behandle, er sie unter Ketten und gute Bewachungzu stellen habe. Man befolgte dieses, und die Jesuiten stiegen vom Schiffe am Nord-ihor, eSkortirt von Soldaten und Polizeimännern, und wurden also auf daö Rath-