Ausgabe 
13 (19.6.1853) 25
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Wege eröffnen, um den Namen Jesu Christi in die entferntesten Himmelsstriche zutragen? Sollte ihr nicht die Macht gegeben seyn, das Reich des Erlösers über jenenganzen Raum auszudehnen, welcher unter ihrer eigenen Botmäßigkeit steht, und ausden ihrem Handel und ihren Erfindungen Hörigen die Zahl der Kinder GotteS zuvergrößern? Wir glauben, hier einen Gedanken göttlicher Barmherzigkeit glänzen zusehen, den wir im tiefen Dankgefühl verehren. Wie oft hat nicht schon das Segel,welches den noch in der Kindheit der Kunst stehenden Ungläubigen die verschiedenstenProducte unserer Werkstätten zuführte, jenes heilige Feuer geschirmt, daS JesuS Christus in die Welt brachte, und welches seine Diener in Gegenden verbreiteten, die voneisigen TodeSschatten bedeckt waren? Und wie oftmals hat die Industrie, bei ihrenweiten Ausflügen, anstatt der Reichthümer, die sie dem durchsuchten Lande entführte,einen weit kostbarern Schatz dort niedergelegt, nämlich: den bekehrenden Priester, denGlauben, das Fundament der Seligkeit, die heiligende Gnade. Ja die Fortpflanzungdes Evangeliums ist die Ursache und der Ruhm der friedlichen Eroberungen, welchedie Industrie mit jedem Tage in der Welt macht. Sie kann in den allmächtigenHänden des Urhebers und Vollenders unseres Glaubens*) ein Werkzeug zur Heiligungder Seelen, ein Hilfsmittel des apostolischen Amtes und eine Führerin des LichteSwerden, welches vom Himmel kam, um jeden Menschen, der in diese Welt kommt,zu erleuchten.**)

Bei solch christlicher Anschauung erblicken Wir mit Freude einen wahren Fort-schritt, aber nur wenn man die Sache so ansteht. So verbreiteten die Schiffe Sa-lomonö, die nach TharfiS um Gold und Silber fuhren, an den Ufern des Orientsdie Kunde von den Wundern der Regierung dieses großen Königs, so daß die vondiesen Erzählungen entzückten Völker sehnlichst wünschten, denjenigen mit Augen zusehen, der durch seine Weisheit alle Monarchen der Welt übertraf, und die AuSsprüchezu hören, welche aus seinem Gott begeisterten Munde kamen. Salomon war dasVorbild der ungeschaffenen Weisheit, welche mit der Zeit Fleisch werden sollte, umden Menschen Worte des Lebens zu verkünden.

Ihr sehet somit, geliebteste Brüder, daß Wir nicht willens sind, die Industriezu verkleinern, die ja täglich neue Strahlen von unsterblichem Ruhme auf unserVaterland wirft. Doch Wir sagen Euch mit dem heiligen Paulus: Habet Acht,vielgeliebte Brüder, schreitet mit einer ganz christlichen Klugheit auf dieser Bahn undüberlasset euch nicht unvernünftigen Begierden und übermäßiger Gewinnsucht, welcheunter Euern Füßen einen Abgrund öffnen würden, der all Euer Glück, Eure Ehre undEuern Glauben in sich verschlänge: Viäetv, lrstres, quomoäo csute smbu!eti8, vonqu»8i msipiontvs.***) Suchet durch Weisheit von Euern Unternehmungen und durchBedachtsamkeit von Euren Schritten die Aufwallungen einer Habsucht ferne zu halten,die niemals sagt: Es ist genug. Wohl ist eS Euch erlaubt, daS Erbtheil EurerVäter durch Arbeitsamkeit zu vermehren, um Euern Kindern eine ehrenvolle Versorgungzu verschaffen und ihnen ein anständiges Auskommen zu hinterlassen, aber Ihr solletnicht in Mitte Eurer mühevollen Arbeiten des Zieles vergessen, das Gott sich vor-steckte, indem er Euch aus die Erde sandte. Ihr sollet bedenken, daß, wenn auchEuer Name in den Reihen der berühmtesten kaufmännischen Größen aufgezeichnet ist,und wenn Ihr alle Schätze der Welt zusammengehäuft habet, doch all Eure Plagenunnütz sind, sobald Ihr dabei Eure Seelen zu Grunde richtet, die für ein erhabeneresund seligeres Ziel geschaffen sind. Geliebteste Brüder! Euer Glaube läßt UnS hoffen,daß Ihr Eure Ohren einer Sprache nicht verschließet, die der Abdruck von Gefühlenist, welche daS Evangelium seinen Jüngern einflößen soll.

Wir müssen gestehen, geliebteste Brüder! (und hierin liegen die Gefahren, welcheWir Euch bezeichnen müssen) daß die Industrie, welche mit vollen Händen ihre Wohl-

') Hebr . Xll, ».»1 Joh. I. 9.) «pH. V. 15.