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das sind die vielen Opfer, welche täglich diesem Moloch unserer Zeit zugeworfenwerden, und welche er in einem Augenblick verschlingt. Doch wenn auch jetzt diesemschonungslosen Herrn Nichts widersteht und ihm in diesem Leben AlleS gehorcht, sowird doch in jenem andern das Geld keine Macht mehr ausüben können. Es wirdder Tag kommen, an dem der wahre Gott die Altäre dieses anmaßenden Rivalenumstürzen und sich glänzende Gerechtigkeit verschaffen wird. Sodann wird er die Ver-theidigung der Rechte seiner ewigen Weisheit zur Hand nehmen und diejenigen krönen,die ihm treu bleiben und die Unsinnigen ins Verderben stürzen, welche dem falschenGotte, für den sie nicht erschaffen waren, abgöttischen Weihrauch streuten.
Die Ausschweifungen der Leidenschaft zum Golde waren eS, d>'e im alten Gesetzeden Zorn GotteS gegen Jerusalem entbrannten. Kann ich, sagt der Herr, zusehen zuungerechter Wage und betrügerischem Gewichte? Die Einwohner SionS gebrauchenHinterlist und Lüge, ihre Zunge ist in ihrem Munde das Werkzeug ihrer Betrügerei*).Ich schwöre, daß ich niemals all ihre Werke vergessen werde...., die ReichthümerJakobs werden ihnen weggenommen unv sich zerstreuen wie die Wasser des Nils ab-laufen, nachdem sie Acgypten überschwemmt haben**)» Um die Erfüllung dieserDrohungen zu finden, brauchte man nicht die Reihe von Jahrhunderten zurückzugehen,die über die Habsucht verhängten Strafen sind auf mehr als einer Seite der Geschichteunserer Zeit aufgezeichnet. So wahr ist der Ausspruch des heiligen Geistes: DieGerechtigkeit erhebt die Nationen, die Sünde macht die Völker unglücklich!***) DüseWor'e der ewigen Wahrheit lassen sich auf Familien, auf jeden Einzelnen wie aufdie Gesellschaft anwenden. So wird Redlichkeit immer der Ruhm und der Lebensgeistder Industrie seyn, gleichwie Gewissenlosigkeit ihr nur zur Schande gereichen und frühoder spät deren Sinken und Untergang im Gefolge haben wird: ^ustitis elevst xentem,mi5erv5 autem kseit populos peecstuml-).
i Fortsetzung folgt.)
Bekehrung des LordS Charles Thynne.
Lord Charles Thynne war, zur Zeit seiner Bekehrung, Pastor von Langbridge-Deverril und Kanonikus der Kathedrale von Canterbury. Die hche Stellung, die ersowohl in der anglikanischen Kirche als auch in der Aristokratie einnahm, haben seinenUebertritt zur katholischen Kirche weit und breit bekannt gemacht. Bei der erstenNachricht dieses Verlustes haben die Organe des Protestantismus die Richtigkeit deSFactums geleugnet. Dann aber, als der edle Lord die Beweggründe, die ihn zurWahrheit, zur katholischen, zur einzig wahren Kirche Jesu Christi zurückgeführt haben,seinen früheren Pfarrkindern auseinandersetzte, haben sie geschwiegen. Wir lassen hierden Brief deS Lord Charles Thynne folgen, man wird ihn gewiß mit gleichem In-teresse wie in Frankreich und England lesen:
Meine lieben Freunde!Als Ihr vor einigen Jahren zum erstenmale meiner Sorgfalt anvertraut wurdet,glaubte ich, nur der Tod könne mich von Euch trennen, denn wir waren durch soviele Bande, Beziehungen und Interessen vereint! Je mehr wir uns mit der Zeitkennen und verstehen lernten, als ich die Art Eurer Bedürfnisse und die SchwierigkeitEurer Stellung klar durchsah, schloß ich mich mit noch tieferer Zuneigung an Euchan, und jede Trennung schien mir unmöglich. Ich theilte Eure Freuden und Leiden,und war Euch dankbar für das Vertrauen und die Beweise der Liebe, die Ihr mirgabt, indem Ihr mich mit Euren Wünschen und den innigsten Gedanken CureS Her-zens vertraut machtet. Ich hoffte, wie es auch meine Pflicht war, Alles, was in
') Mich. VI. 11.'") Amo« VIII. 7.—) ?rov. XIV., 34.
j) ?rov. XIV. Z4.