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die Ruhe der Staate» sichert, zu neuer Blüthe bringe» Die gewissenhafte HaltungdeS Sonntags von Seite jeder Classe ist das kräftigste Mittel, dieses Ziel zu erreichen.Doch das Gesetz Gottes schreibt Euch keine trage und weltliche Erholung für diesenTag vor: es gewährt Euch Ruhe von der Arbeit, und zugleich gebietet es Euch dieUebung gewisser religiöser Pflichten im Geiste und in der Wahrheit. ES will Euchnicht in einen gefährlichen Müßiggang stürzen, sondern verschafft Euch eine günstigeZeit zu Eurer Heiligung, und einen geeigneten Tag zur Beschäftigung mit den In-teressen Eurer Seele und Euer», ewige» Heile. Es hat diese heiligen Feiertage nichtangeordnet, um Euch eine Gelegenheit mehr zu einem sinnlichen und zerstreuten Lebenzu bieten, sondern es schreibt Euch vor, sie zn heiligen durch den Genuß des Brodesdes göttlichen Wortes, durch andächtige Theilnahme an dem Opfer unserer Altäre, durchVermehrung Eurer Verdienste durch Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit.
Verständiget Euch, geliebteste Brüder, bildet unter Euch ein heiliges Bünduiß,daß alle, die Euch untergeordnet sind, den Sonntag heilig halten müssen. Hebet andiesem Tag Eure Handelsgeschäfte auf, schließet Eure Waarenlager, bringet EureMaschinen zum Schweigen, ohne dem Vorwandc einer Concurrenz Gehör zu geben,deren Nachtheile Ihr überschätzen werdet. Suchet vor Allen daS Reich Gottes und seineGerechtigkeit5), so wird Euch die Vorsehung den Gewinn wieder finde» lassen, denIhr durch eine flüchtige Unterbrechung Eurer Arbeite» etwa verloren habt. Sie wirdEure industrielle Thätigkeit unterstützen; sie wird Euren Geschäften Gedeih n geben.Und zur Belohnung Eures Gehorsams wird sie, dem Ausspruche eiueS Prophetenzufolge, „den Weizen auf Eure Felder herabrufen, die Früchte Eurer Bäume und denSaamen Eurer Aecker vermehren"^).
iSchluß folgt.)
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Bekehrung des LordS Charles Thynne.
(Schluß.)
Der andere Punct, weßwegcn man mich getadelt hat, ist, daß ich den Gefühlen,die ich eben ausgedrückt, die Herrschaft über meinen Geist erlaubt habe. Ihr gebtzu, daß wenn mir diese Gesinnungen von Gott kommen, ich schon schuldig bin, wennich nur versuche, ihnen zu widerstehen. Kommen sie von Gott, so sind sie unWider-leglich, kommen sie vom Satan, so werden sie sich bald als sein Werk erweisen.Gamaliels Rath ist hier anwendbar, man muß ihm folgen, fönst könnte man fürchten,daß die Menschen gegen Gott kämpfen. Als ich einsah, daß das Glück mehrererPersonen von meinem Schritt abhing, fragte ich die durch ihre Kenntniß berühmtenLeute um Rath, uud ich versuchte durch meine Willenskraft die in meinem Geistefortwährend entstehenden Gedanken zu bemeistern. Hierüber fühle ich große Reue undbitte Gott demüthig um Verzeihung, denn in meiner Blindheit kämpfte ich gegen ihn,gegen ihn, der mich in seiner Allgüte zu sich rief. Aber die Kraft der Gnade iststärker als die Menschen. Dank sey seinem heiligen Namen, er verließ mich nicht,ohne mich gesegnet, ohne mich z» dem heiligen Berge geleitet zu haben, auf dem ichfür immer in Frieden zu wohnen hoffe. — Aber vielleicht antwortet Ihr mir: „Warumhast Du nicht fortgefahren, diese Zweifel zu bekämpfen, Du hättest sie besiegt?" —Liede Freunde, ich werde es Euch sagen, warum ich es nicht gethan habe. Erstens,weil ich es nicht wagte: ich glaubte, daß die Gnade Gottes im Werke sey, und ichdurfte ihr nicht länger widerstehen. Zweitens erinnerte ich mich, daS Princip derenglischen Kirche, deren Geistlicher ich war, sey, daß jeder seinem Geiste selbst zugenügeil habe, indem er alle Lehren selbst betrachte, und daß mau nicht gezwungenseyn könnte, eine für wahr anzunehmen, sey sie welcher Art sie wolle, ehe man sichnicht durch Selbstforschung von ihrer Richtigkeit überzeugt habe. Nun stürmte ich die
') Matth . V I. 33. : !->i 1U- .Zu-.«.!','
") Szcch. XXXVI, L9.