Ausgabe 
13 (3.7.1853) 27
Seite
214
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

214

griechischen mit der katholischen Kirche ein mächtiges Zeichen zn Gunsten der Puncte, indenen sie einig sind, ablegt; diese Uebercinstimmnng beweiset, daß so die Lehre oderdie Handlungen - je nachdem eS der Fall der katholischen Kirche gewesen seynmüssen vor dem Abfall des Orients, und daß sie noch heute lehrt, was sie von jehergelehrt hat, Waö kaun die iu England gestiftete Kirche zu ihrer Vertheidigung an-bringen, so tanb gegen die großen Heilswahrheiten der Kirche gehandelt zu haben?Wie kann sie ihr getrenntes Bestehen rechtfertigen, nachdem sie in ihrem Stolze diesacramentalische Ordnung, welche unser Heiland selbst zum Troste seiner Kinder ein-gesetzt hat, zerstörte und zerbrach, so viel es ihr nur immer möglich? ES ist unmög-lich, den unermeßlichen Verlust zu ersehen, welchen sie durch Verwerfung des Sakra-mentes erlitten, welches stets und noch immer die Kraft, die Stütze und der Trostder heiligen wie der reuigen Seelen in der katholischen Kirche ist. Die Gähmng undbeständige Bewegung gegen Alles, waö sich der Autorität der Kirche nähert, die Eifer-sucht zwischen Priester und Laien sind Thatsachen , die den Beweis liefern, welch' eingroßer Schlag durch Verwerfung der Priesterweihe der Kirche zugefügt. Andererseitszeiget der Leichtsinn und die Unmoraliiät, womit man sich durch das Band der Ehevereint, und die geringe Kenntniß, die die Geistlichkeit von denen ihnen anvertrautenSeele» besitzt, wie schrecklich die Folgen der Unterdrückung des Sacraments der Bußegeworden, und bis zu welchem Grad der Entwürdigung daS Sacrament der Ehe gesunken.Zweitens hat die englische Kirche die Kraft und Bedeutung der beiden beibe-haltenen Sacramente zerstört. Was die heil. Taufe anbelangt, so duldet sie über die-selbe zwei entgegengesetzte Lehren, Hier ist sie wenigstens im Einverständnisse mit denHäretikern.

In der heil. Eommunion läugnct sie die wahre Gegenwart unseres Herrn. Umes darzuthun, sehet nnr auf den Abschnitt, welcher am Ende deS Ritus von derCommnnivn ist, obgleich einzelne Theile des Dienstes selbst schon eS beweisen. Ichkönnte auch den allgemein üblichen Gebrauch der Geistlichkeit bei dc» heil. Gegcustäudenanführen, dieser ist ein beredter Zeuge des anglikanischen Ritus, und bestätigt dieAnsicht, daß die englische Kirche die Lehre der katholischen über die wirkliche Gegen-wart unseres Herrn im heiligen Abendmahl gänzlich verwirft. Hierbei will ichnoch bemerken, daß man über diesen Glaubensartikel nur eine der beiden Lehrenunterstützen kann. Entweder mnß man an eine wirkliche Gegenwart oder an einewirkliche Abwesenheit glauben, denn nur eins kaun seyn; ein Mittelding kenneich nicht. Die katholische Kirche Christi, durch den heiligen Geist geleitet, hatimmer an die wirkliche Gegenwart gehalten, die anglikanische Kirche scheint diewirkliche Abwesenheit vorzuziehen. Aber ist peinlich, über solche Sachen sprechenzu müssen, denn ich werde es nie vergessen können, daß ich ehemals Vertreterdieser Kirche war, welche ich bei meinem Gewissen für abtrünnig und im Irrthumbesangen glaube. Viele ihrer Mitglieder ich weiß es betrauern den Standder englischen Kirche, bekennen den Wunsch, sie zur Einheit zurückzuführen, und hoffenihr Ziel dadurch zu erreichen, daß sie in ihrem Schooße verbleiben, um in ihr zukämpfen. Aber wofür kämpfen sie? Wogegen kämpfen sie? Für eine Kirche kämpfensie, wenn es überhaupt eine ist welche während drei Jahrhunderten sich imZustande strafbarer Abtrünnigkeit befindet, welche die Sacramente verstümmelt, welcheweder ein lebendiges Wort noch bestimmte Lehren hat, welche all' ihre Hoffnung indie Regierung setzt, die jetzt ihr Oberhaupt und der Richter ihrer Lehren ist. MitEinem Wort, sie kämpfen für einen Schatten.

, Sie kämpfen gegen eine Kirche, deren Nachfolge nie unterbrochen ist, die vonünbcstreitbarer Einheit, die selbst der Mittelpunct der Einheit, die alle Sacramentebesitzt, die Mutter und Lcnkerin der Ccclcn, die klar und bestimmt in ihrem Unter-richt, deren reines Wort inmitten der Unruhe der Welt gehört werden kann, derensichtbares Oberhaupt der Nachfolger des Apostelsürften PetruS ist, welche währendachtzehn Jahrhuuderten bestanden, trotz aller Prüfungen und Stöße, die alle mensch-lichen Regierungen gestürzt hätten, die sie aber nie erschüttern noch bewältigen werden,