Ausgabe 
13 (3.7.1853) 27
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da sie auf dem Felsen gebaut; sie ist das Reich Gottes und ihres Heilandes, dieKirche, die eine heilige katholisch apostolische Kirche!

Meine lieben Freunde, dieses ist meine Vertheidigung. Ich habe Euch und mirgegenüber ehrlich gehandelt. Mein einziges Bedauern (und dieses Bedauern nehme ichmit in's Grab) ist, daß ich nicht dem Zuge der Gnade gefolgt bin, als sie mich daSerstemal ergriff; aber ich wußte es nicht, daß es der Herr sey, der mich rief. Ichhabe die unendlich werthvolle Perle gesucht, und, Gott sey gelobt und gebenedeit! ichhabe sie gefunden; und Ihr, lieben Freunde, zürnet mir nicht, daß, indem ich michbückte, diesen kostbaren Edelstein zu erfassen und mir anzueignen, ich die Bande zerriß,die unS einten! Fragt Ihr mich nun, zu welcher Kirche ich gehöre, so werde ich Euchantworten:Ich gehöre der Kirche an, die Christus und seine Apostel gegründet, inder die großen Heiligen und Gelehrten deS Alterthums erzogen worden, welche dieprachtvollen Kathedralen und die alten Pfarrkirchen gebaut, die noch hie und da inunserem Lande sind und seinen Ruhm und Stolz ausmachen, welche die Universitäten,so wie alle edleu Stiftungen, die wir besitzen, gegründet hat."

Ich wohne alle Tage dem Gottesdienste bei, der ehemals in Eurer alten Kirchegehalten worden, als sie der Ueberlieferung deS Dorfes gemäß vom heil. Thomasvon Canterbury , früher Thomas Bekett genannt, gebaut und geweiht war. Ichzweifle nicht, daß der Heilige, träte er noch einmal unter unS, den jetzt verlassenenAltar der Kirche beweinen würde, und mit Trauer Euch Eures Irrthums überführte,indem er Euch sagte, daß Ihr von der Wahrheit abgewichen, weil Ihr die katholi-sche Einheit, den katholischen Ritus verlassen. Er würde Euch lehren, daß die '.'>rt,mit der ich jetzt Gott anbete, dieselbe ist, mit der er und die ganze Gemeinschaft derMärtyrer und Heiligen vor ihm den Gott uuserer Väter angebetet.

Adieu, gelkeble Freunde! Möge Gott Euch segnen und über Euch wacheu, undmöge es ihm gefallen, unserem Vaterlande das Erbtheil, das es verloren, zurückzu-geben. Ewig Euer ergebener Freund

Charles Thynne.

Clistan, am Fest Mariä Lichtmeß 1853.

^ - .» ^ iMainz

Mainz . Der hochwürdigste Bischof hat aus Aulaß des Austrittes des Bene-ficiaten Franz Blümnier aus der katholischen Kirche nachstehendes Hirtenschreiben er-lassen- Wilhelm Emmanuel, Bischof von Mainz , an die Pfarr^eistlichkeit unddie Gläubigen der Diöcese Mainz . Der Kirche GotteS, die gleich ihrem göttlichenStifter nichts Anderes sucht, als zu retten uud selig zu machen (Match. XVIll, 11),gereicht cS zum besonderen Schmerze, wenn sie sehen muß, wie Solche, die sie alsihre Kinder aller ihr anvertrauten Gnaden und Wahrheiten theilhaftig gemacht, sichvon ihr trennen und lossagen, und den Weg, der allein zum Heile führt, verlassen.Wenn aber der untreue Sohu, uneingedenk aller der Liebe, welche die heilige Mutter,die Kirche, ihm erwiesen, ein Solcher ist, der berufen war, für die Anderen einLehrer und Führer zu seyn, wenn ein Priester in beklagenswcrther Verblendungsich entschließt, aus der Gemeinschaft der katholischen Kirche auszutreten, da steigertund vergrößert sich der Schmerz, denn sie gedenkt der schwereren Beleidigung Gottesund des großen, dadurch den Gläubigen gegebenen Aergernisses.

Leider sind Wir in dem Falle, geliebte Diöccsanen, ein derartiges Aergerniß,das ein Priester Unseres Bischunis gegeben, Euch kundgeben zu müssen, indem Wirzugleich die kirchlichen Strafen versündigen, die Wir nach Vvischrift der Kirchengesetzeüber denselben haben verhängen müssen. Gott weiß es, mit welch betrübtem HerzenWir dieß ihm,, in keiner arideren Absicht, als nm den Obliegenheiten Unseres bischöf-lichen Amtes zu genügen, und mit keinem anderen Wuusche, als dem, der bei einerähnlichen Veranlassung das Herz des heiligen Apostels Paulus erfüllte, daß nämlich,