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nothwendigste Kunst, welche nicht Jedermann im Glücke besitzt: das heißt, Ihr werdeteinen guten Gebrauch von Enrem Vermögen machen, indem Ihr Euern Ueberfluß inden Schooß der Armen werfet, indem Ihr auS Euern Häusern den zügellosen LuruS, -den Ruin derselben — verbannet, und um Euch her Sparsamkeit ohne Geiz herrschenlasset und Euch vor jener dreifach bösen Lust verwahret, welche der heilige ApostelJohannes so treffend schildert.
Mit der Religion werdet Ihr arm zu seyn wissen: 8cio et esunrv 5) Stetsvon ihren Eingebungen geleitet, werdet Ihr niemals den Unglücklichen auf Kosten derGerechtigkeit und Nächstenliebe zu besiegen suchen. Und wenn an Eurer Seite sichein Wetteifer entspinnt, welcher Eure industrielle Stellung gefährdet, so möchtet Ihrnicht über einen Rivalen trinmphiren, würde dadurch sein guter Ruf geschwärzt, oderauf schlechte» Wegen einem UnglückSfalle entrinnen. Mit der Rcljgion verstehet Ihrarm zu seyn, durch Ergebung in den Willen eines GotteS, welcher selbst die Armuthkannte, unv sehet ohne Bangigkeit, ohne Ungestüm, ohne Mnthlvsigkeit dem Glückeentgegen, das die Vorsehung schenkt wem sie will, und dem Sieg, den sie gibt wannsie will. Daö ist die Kunst, mit welcher die Religion allein vertraut machen kann,uud die wegen des Stolzes selbst bei den Christen so selten ist. DaS sind Früchteder Gnade, welche Ihr, gelicbteste Brüder, von der Frömmigkeit ernten werdet, wennsie Eure Scelenkräfte beherrscht, wenn sie ihren lieblichen Duft über Euer Lebenergießt: ?iöt-»s a<j o»mis utili» <?st^).
Christliche Kaufleute, o geliebteste Brüder! verfolget Eure Lauflahn so, daß IhrEuch stets auf Religion und Tugend stützet. Ihr ehret Enern Stand dnrch strengeRechtlichkeit, Ihr machet ihn der Menschheit nützlich, indem Ihr Eure Interessen vonden Interessen derjenigen nicht scheidet, welchen gleich Brüdern wohlzuwollen Ihr durchdie Nächstenliebe verpflichtet seyd, dann werdet Ihr Antheil haben an den Gütern,welche die ewige Wahrheit der Frömmigkeit in dem gegenwärtigen und zukünftigenLeben verheißen hat.^^)
, , Wir verordnen, daß dieser Unser Hirtenbrief in allen Kirchen und KapellenUnserer Diöcese am Sonntage Quinquagesima verlesen werde.
Gegeben zu Lyon in Unserm Erzbischöflichen Palaste unter Unserer Unterschrift,Unserem Jnsigel und Gegenzeichnung Unsers SecrctairS, den l t. Januar 1853.
! L. I. M. Cardinal de Bonald,Erzbischof von Lyon.
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»!m»m nett 6k! Der Tod eineS ausschweifenden Lüstling». ! )
Fürst Hohcnlohe theilt folgende Geschichte mil: AIS ich zu li. als geistlicherRath angestellt, außer meinen Nicariatsgeschäften auch den Verrichtungen der Scclsorgcoblag, theils auf der Kanzel, theils im Beichtstühle, theils auch in Gefängnissen,Hospitälern und bei Krankenbesuchen, trng eS sich im Jahre 18!9 zn, daß Ii.den ich früher aus öffentlichen Promenaden und in Vereinen kennen gelernt hatte, anden Folgen seiner Ausschweifungen, mit Lungensucht und Abzehrung behaftet, rettungS-los auf das Krankenbett geworfen ward. Der würdige Stadtpfarrer k^, in dessenKirchenspiel wohnte, machte dem hochwürdigen Generalviear die pflichtschuldigsteAnzeige darüber, uud fügte die Bemerkung bei: ^5 habe sich geäußert, erließe keinenPfaffen vor sich kommen. Hierüber nun erbat er sich VerhaltnugSregcln.
Der hochwnrdigc Generalviear, nachmaliger Bischof von Wnrzburg, Freiherr von
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