Ausgabe 
13 (10.7.1853) 28
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221
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spät seyn wird. Da er mich bat, Ihn allein zn lassen, entfernte ich mich. Meine

Hoffnung war im Steigen.

Nach zwei Tagen kam sein Arzt zu mir und eröffnete mir, die Krankheit habeeine schnelle üble Wendung genommen und er könne mit jedem Tage auslöschen.Äie werde ich dieses TageS vergessen. ES war Fasching, Sonntag. Als ich eben insein Zimmer trat, saß er bei einem kleinen Tischchen ganz angezogen und mürrisch da,uud verzehrte seine Speisen mit einer Gier, die bei solchen Krankheiten ein sicheres Anzeichendes nahen Todes ist. Wie geht's Ihnen, lieber >V*? Gut! war seine kurzeAntwort. Ich: das finde ich eben nicht; Sie sehen übel aus. Er (in den Spiegelblickend) : Pah! ich habe ja rothe Röschen auf den Backen; wird schon besser werden,und diesen Sommer werde ich mich in Karlsbad ganz herstellen! Ich wünsche eSvon Herzen; aber ich muß Ihnen gestehen, ich fürchte daS Gegentheil. Ausrichtiggesagt, Ihre Lage ist bedenklich, eS wäre sehr zu wünschen, daß Sie auf die Ankunftdeö Herrn sich bereiteten, Ihre Lampe mit Oel füllen und sich reuig in die ArmeIhres erbarmenden GotteS werfen möchten, der ja den Tod des Sünders nicht will,sondern daß er sich bekehre uud lebe! Theurer ^V*, ich bitte, ich beschwöre Sie,widerstehen Sie doch nicht mit solcher Verhärtung der Gnade, die sich Ihnen naht.Denn auch GotteS Langmuth hat ihre Gränzen, und wenn seine Erbarmung nichtangenommen wird, muß seine Gerechtigkeit Platz greisen. Der Herr kann im Sturmekommen und Sie unvorbereitet vor seinen furchtbaren Nichtcrstuhl rufen! In Wuthgcrathend schrie er: Packen Sie sich zum Teufel und lassen Sie mich in Ruhe! Sollich crepiren, nun denn, so will ich crepiren, von Pfaffereien aber will ich nichtswissen. Gut, ich werde gehen, sprach ich; doch will ich zuvor meine Schuldigkeitthun. Und ich betete: Herr, habe Erbarmen mit diesem verblendeten Bruder, undruse ihn nicht mit Sünden beladen, wie er ist, vor dein Gericht! Nette, o rette seineSeele! denn nur du kannst sie retten! ^V* leben Sie wohl! vor GotteS Gerichtsehen wir uns wieder! Dieß war mein letztes Wort. Ich sah ihn nicht wieder;denn um 4 Uhr Nachmittags, einen Fluch auSstoßend, überfiel ihn der Blutsturzund stehend fiel er todt zusammen.

Siehe hier, o Christ! ruse ich Dir am Schlüsse dieser abschreckenden Geschichtenoch einmal zu, siehe hier das Ende eines SünderS; wie er lebte so starb er; undGott, der ihm gewiß öfters im Leben seine Gnade angeboten zur Bekehrung, verwei-gerte ihm dieselbe in der entscheidenden Stunde des Todes.

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Lage der katholischen Kirche in der Schweiz.*)

Gegen unsere Mutter, die heilige katholische Kirche und somitgegen nnS Katholiken alle herrschte und herrscht noch eine wahreVerfolgung.

Die Geschichte der Schweiz seit dem Jahre 1831 ist so zu sagen nur eine Ge-schichte der Verfolgungen der kalholischen Kirche. Unzählig sind die einzelnen kleinerenund größeren, offenen und versteckten Verfolgungen ein reichlicher Stoff für eingrößeres Buch, daS unter dem Titeldie Befeindung der katholischen Kirche " HerrHurt er noch als Protestant zusammengestellt hat. Aber er erzählte nur die Befein-dung der katholischen Kirche bis auf daS Jahr 1842. Da hatten aber die Leidender katholischen Kirche erst recht begonnen. Ja, waS hat sie seither nicht erfahrenund gelitten?

Wir wollen nicht alle kleineren Verfolgungen aufzählen; nein, nur die wichti-geren und allgemeineren wollen wir uns vor Augen führen, damit wir doch rechthandgreiflich sehen, in welcher Lage wir uns befanden und noch befinden.

') Aus demKatholik in der Schweiz ."