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Einige Jahre nach dem Klosterstnrme im Kantone Aargan schien Friede undRnhe zurückkehren zn wollen. Aber cS.war leider ein fauler Friede, oder gleichsameilie Windstille vor einein furchtbaren Sturm. Wie vor jenem viele unreine Dunstein der Lust sich anhäufen und endlich zu gcwitterbriugendeu Wolken werden, so stiegenunter dem Volke auch die tausend Irrlehren und falschen Grundsätze auf, womit diePropheten unserer Zeit daS Volk verführen. Es konnte nicht anders geschehen, alsdaß alle diese finsteren Wolken der Gleichgültigkeit, der Verderbtheit, ja des offenenUnglaubens endlich ein Gewitter über unser Vaterland herziehen muß'en.
Dieses entlud sich, als ein Kanton sich erkühnte, wie jeder andere Kanton Lehrernach seinem Wuusche und Wohlgefallen zu berufen. Ach welche Zeit der Verfinste-rung, deS LügenihumeS und der Intoleranz brach herein! Ja so groß uuv so mächtigwar diese, daß die ganze protestantische und liberale Schweiz zum Bürgerkrieg gegendie katholische Schweiz sich vereinigte nnd mit Gewalt der Waffen sie unterdrückte.WaS nun aus eine vollständige Besieguug folgen mußte, läßt sich leicht denken undvoraussehen. In drei Kauwnen begann man alsbald mit Verfolgung der Geistlichkeit,so itt Llizern, Freiburg und WalliS . Ja, nian machte sich gleich offen an die Kirchen-güter und Klöster uüd hob sie ohne viele Gründe auf , imThurgau, so in Luzern daSaltehrwürdige, allgemein geächtete Kloster St. Urban üud das altehrwürdige Frauen-klofter Rathhauseu, so in Freibnrg, so besonders im Kantone WalliS die so wohlthä-tigen Hospitien aus dem großen St. Bernhard uuv Simplon. Kurz, wo in dieserZeit des Gcwaltrcchtes etwas Namhaftes zu nehmen war, da sparte man eS nicht.Die Regierungen dursten eS auch uugeschcut ihuu und vhue Furcht vor irgend welchemTadel der eidgenössischen Behörden.
Doch wäre nur das Gut der Kirche eiugcsackt worden, daS Uebel wäre nocherträglich, aber man nahm der Kirche ihr Nothwendigstes, die Freiheit. Ja, die Kircheist von da oder schon seit längerer Zeit nur die Magd des Staates.
Einige Zeit schien der RadicaliSmuS abermals zu ruhen. Als eS sich aber vorigesJahr darnm handelte, unter den Katholiken selbst eine Bereiniguug zu Stande znbringen nnd wenigstens gemeinsam die Uebel zu beklagen und die Weise zu berathen,wie sie zn ertragen seyn möchten: da meinten wirklich einige höhergestellte und sonstgut gesinnte Männer, eS sey der RadicaliSmuS schlafen gegangen, man dürfe ihnwecken uud aufreize». — Auf diese Weise hat er aber ohne alle Veranlassung ganzlaut geantwortet in Luzern mit dem Verkaufe des Klosters St. Urban, in Solothumund Graubüuden mit der Jnventarisaticn der Klöster, im Freihurg mit dem schreck-lichsten TcrrorismuS deS Volkes — überall mit seinen alten Feindseligkeiten.
Zählen wir zum Schluß nur noch die Kantone auf, in welchen der RadicaliSmnödie Kirche beherrscht. WaS sagt wohl das ganze katholische Volk in Luzern von seinerRegierung?
Im Aargau ist die Kirche eine Magd deS Staates, im Kantone St, Gallen,im Thurgau uud im Glaruö gleichfalls, in Graubüuden bald auch, in Sololhurnganz und gar, in Freibnrg natürlich, in WalliS fast gar. Nur die gerechte RegierungBerns läßt die Kirche wieder frei athmeu. Wahrhaft frei aber ist sie nur in denUrkantoneii Uri, Schwyz und Unterwalden, in Znz Uud auch im kleinen HalbkantoneAppenzell I. Rh. ^ NM« ' ^ »75 «
DaS ist die Lage der katholischen Kirche in der Schweiz.^ z^,^
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Wilhelm Sedlaczek.Am 30. Juni d. I. starb in Klosterueu bürg Wilhelm Sedlaczek, Ritterdeö kaiserl. österreichischen Leopoldordens, Sr. 5. k. apostolischen Majestät Rath, Probstund lateraiiensischer Abt des Chorherrnstiftes ' Klosterneuburg und als solcher Oberst-Erblcnrd-Hofcaplan M Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns , gewesenes Mitglied