Dreizehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
ii^Ä m6 oll» 6njj >iÄ .Q >»t .^z?e?chin^Ilnk>ur Mir^ n»<i»>y »nii , ii->ki»iriN'!?^VW nofioS nt öeil» „(IvL m»«»w„ «w» ii,plivs,8^«N^I
^MAugsi.»rger^oMtnng.
-m,<l <jnu ,n»^ttzjk! ltt^T „V«m»i'»o» n,^»inkmhn,<jurnÄ ,,<j, ,kaaoch,(Z >IÄ17 Juli l; gn« »«D'Z?8'»>>D IHnz'lnvIG
' ___'
DiescS Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährig Adormcmentsneialr., wofür e« durch alle köni^l. bayer. Postämter »ud alle Buchhaudluugeu dezoge» werde» kaui
m<MK > Secten in Nordamerika . „zjuolG n^a ntWill man sich eine Vorstellung von dcm protestantischen Sectenwescn machen,so muß man seinen Blick nach Amerika wenden, wo der Protestantismus , abgelöstvom Staate, seiner freien Entwickelung überlassen ist. Wir nennen hier die Haupteseeten nach.dem in Berlin erschienenen Müller'schen Jahrbuche, und zwar zuerst:
Die Cougrcgationa listen. Sie stammen von den englischen Jndependentenab, und werden auch Brownisten genannt, nach Robert Brown , der 1583 dieerste congregationalistische Gemeinde in England bildete. Ihren Namen haben siedaher, daß sie von der strengen Kircheunnabhäugigkeit ihrer Vorfahren abgingen, nndeö für mißlich hielten, zuweilen Synoden und Prediger-Versammlungen um Rath zusragen, um durch dieselben ihre streitigen kirchlichen Angelegenheiten schlichten zu lassen.Nach Lehre und Cultus gehören sie der calviuischen Secte au, und haben durch diesogenannten blauen Gesetze die genaueste Sonutagsseier und die strengsten darausbezüglichen Vorschriften angeordnet. IchvH n»Ä,j>^'!>8 ?
,,.,<j. Die PreSby terianer. Die prcsbyteriauische Secte in Nordamerika ist einAbkömmling der preöbyterkanischen und cvngregativualistischeii Secten in Großbritannien .Wie dorr theilen sie sich in PreSbyterien oder Kirchensprengel, deren jedem ein Pres-byter vorsteht; die General-Assembly ist ihre höchste geistliche Behörde, nnter welcherdie Synoden, PreSbyterien, Congregationen, Prediger und Licentiaten stehen. Inihrem symbolischen Bekenntnisse haben sie viele Aehulichkeit mit den Congregationalisten.Ihre Prediger besitzen gewöhnlich mehr wissenschaftliche Kenntnisse und geistige Auö-bilonng als die Prediger anderer Secten, zeigen dagegen auch größere Spitzfindigkeit,Heftigkeit und Erbitterung bei Auslegung der Schriftterte. Der eigentliche Charakterder ganzen Secte ist ein hochmüthiger und scheinheiliger, vermischt mit einem trübennnd wilden Fanatismus, der ihre Doctrinen bis zur Tyrannei steigert. Durch Tren-nung von den eigentlichen Presbyteriancrn entstanden nach nnd nach die Cumber-land-Preöbyterianer, die alte Schule oder schottische Partei On »u->I^sxomlilz'), die ueue Schule oder puritanische Partei (^rienm»! ^gsemlii)'),die vereinigte preöbyterianische Kirche, die vereinigte verbesserteKirche, und die reformirte preSbyteranische Kirche. -nsaS
Die Episkopalen. Die Gemeinde der amerikanischen Episkopalen ist dieselbemit der englischen Hochkirche. Vor der Revolution standen alle Episkopalkirchen Ame-rikas unter der Jurisdiktion des Bischofs von London nnd gebrauchten das englischel^immtin praxc-r Iiovli. Nach der Revolution hörte natürlich diese Jnrisdiction auf,und eö entstanden so viele Episkopalherrschaften, als eS Staaten gab. Ihre erstendrei Bischöfe wurden von englischen ordinirt, so daß alle Nachfolger ihre Successionvoir diesen dreien herleiten. Die Bischöfe werden von einer Versammlung von Pre-digern nnd Laien gewählt, die Wahlen von der Bank der Bischöse bestätigt, und dieGewählten von drei oder vier fungirenden Bischöfen geweiht. Die Episkopalkirchewird in Amerika die Modekirche genannt, hat aber im Verhältniß zu ihrem Reichthumund im Vergleich mit andern Secten nicht sehr bedeutend zugenommen.