Ausgabe 
13 (17.7.1853) 29
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226
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Die Unitarier. Sie verwerfen, wie schon der Name anzeigt, die Lehre vonder Dreifaltigkeit, und haben zum Wahlspruch Joh . 17, 3. Sie sind aus den Con-gregationalisten hervorgegangen und traten im Jahre 1785 in Boston als besondereKirche auf. Durch den im Jahre 1315 auSgebrochenen Streit hat sich diese Sectezu einem mehr selbstftändigen Körper gebildet und an Ausbreitung gewonnen.

Die Methodisten. DaS Dogma dieser Secte geht ungefähr dahin:Daßdie Orthodorie der Glaubensmeinungen kein wesentlicher Theil der Religion, und dem-nach keine Glaubenslehre zur Seligkeit unbedingt nothwendig sey; daß Religion beson-ders in der Heiligkeit der Seele, in der Liebe GotteS und des Nächsten, im Gebetebestehe, und die Rechtfertigung durch den bloßen Glauben stattfinde u. s. w." Dazukommen ihre sittlichen Grundsätze, die eben so lar sind, bloß den sinnlichen undzweideutigen Neigungen deS menschlichen Herzens schmeicheln, und die Uebertretungcnder gesetzlichen Vorschriften auf jede mögliche Weise entschuldigen. Bei dieser Erschlaf-fung in den Glaubenslehren und iu der Moral, bei der innern Nohheit dieser Secte,trägt ihre ganze Erscheinung nur den Charakter der Zügellosigkeit und der tollstenSchwärmerei an sich; bei der Schlechtigkeit der menschlichen Natur überhaupt aber isteS begreiflich, daß die Methodisten jetzt in Amerika die weitverbreitetsten Sectirersind, und sogar die Zahl ihrer Prediger die der regelmäßigen Armee, welche 13,000Mann beträgt, übersteigen soll. Die erste Methodisten-Gesellschaft wurde im Jahre1766 in New-York gestiftet, und John WeSley , der Stifter deS Methodismus,sendete 1769 und 1771 Prediger nach Amerika . Auch diese Secte hat sich iu ver-schiedene Zweige getrennt, und bestehen gegenwärtig: die methodistische Episko-palkirche, die methodistische Gesellschaft, die methodistisch-prorestan-tische Kirche, die reformirte methodistische Kirche und die WesleyischeMethodistenkirche.

Die Puritaner waren und sind noch die fanatischsten Feinde der KatholikenSie bekennen sich weder zur gesetzlichen Hochkirche Englands noch zu den Episkopalen,sondern behaupten vielmehr einen ger einigt ern Lehr begriff als jene zu habe»,indem die Reformation in England nicht ihre wahre Gränze erreicht, die gesetzlicheKirche antibiblische Lehren beibehalten habe, und die meisten ihrer Gebräuche abergläu-bisch , anlichristlich und heidnisch seyen.

Die Jndependenten fuhren ihren Namen, weil sie von der höchsten bischöf-lichen Kirche unabhängig seyn und sich von ihr lossagen wollten; sie verdammenauch die PrcSbyteriancr und verwerfen alle Gebetsformeln, sogar das heil. Vater unser.

Die Universalisten glauben an keine künftige Belohnung und Bestrafung,sonderndaß Gott das ganze Menschengeschlecht von Tod und Sünde endlich erlösen,und alle Geister durch die Vermittlung Jesu Christi , deS Heilandes der Welt, heiligilnd glückselig machen will." Sie kennen kein Gebet und auch keinen Gottesdienst,obwohl sie Kirchen oder Versammlungshäuser besitzen, wohin sie von ihren Predigernaber nur zusammenbernsen werden, um sich mit einander zu besprechen und die Ge-meindeangelegenheiten zu verhandeln. Der Erfinder und Gründer dieser Secte soll eingewisser Elchanan Winchester, und sie ein einheimisches Mißgewächs Amerikas seyn. Andere behaupten, der UniversaliSmuS wäre von einem Engländer JohnMurray, der durch den Stifter in England, John Kelly (London 1750), vomMethodismus zum Universalismus gebracht worden, nach den vereinigten Staatengekommen. DaS für jeden gesellschaftlichen Verband Gefährliche dieser Lehre liegtauf der Hand, wie denn schon im Staate Georgien kein Universalist zum Eide zuge-lassen wird, eben weil er an keine Bestrafung nach dem Tode glaubt.

Die Quäker oder, wie sie sich selbst nennen, die Freunde, lehren, daß dieheilige Schrift nicht Grund und Richtschnur deS Glaubens sey; die Propheten, Evan-gelisten ic. hätten dieselbe nach ihrem Gutdünken zusammen geschrieben, und wisse mannicht mehr, ob sie lauterund rein, oder verändert und verstümmelt sey. Sie längnendie Dreifaltigkeit, verwerfen Taufe und Abendmahl, und behaupte«:das göttlicheLicht wohne allein in uns, erleuchte uns und offenbare uns alle Wahrheiten." Vor