Ausgabe 
13 (17.7.1853) 29
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in Amerika. Gleichfalls steht die apostolische Mission in Bulgarien und in der Wal-lache! unter den Passionisten; ein Bischof mit dem Titel von NikopoliS und ebenfallsPassionist leitet dieselbe.

Diese hochverdiente und eremplarischc Congregation zählt nächst dem Stifterderselben bereits mehrere Mitglieder, welche im Rufe der Heiligkeit gestorben sind.Wir erwähnen hier einen einzigen davon, den ehrwürdigen Diener Gottes VincenzMaria Strambi, der im Jahre 182 l in Rom gestorben ist, und dessen Beatifications-vrvzcß eifrig betrieben wird,

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AuS Württemberg .

Der hochwürdigste Bischof von Rottenburg hat bereits fast von allen Capitelnseiner Diöcese Adressen erhalten, worin der KlernS seine unbedingte Ergebenheit andie Kirche ausspricht. möge hier eine dieser Adressen, jene deS Wiblinger Kapitels, vollständig (aus dem D. V. Bl.) mitgetheilt werden:^Hochwiirdl'gster Bischof! gnädigster Herr!

ES war ein erhebendes Schauspiel, als in den wilden Wettern der lchtver-flossenen Nenolutioiisjahre der deutsche Episkopat zu Wurzburg in einmuthiger Bera-thung und rascher Beschlußnahme die unverjährbaren Anfordernngen der katholischenKirche sormulirte entgegen jenem beliebten, stets von ihr als fremdartiger Ein-dringling bezeichneten, auf einer Intrigue der Zeitgeschichte beruhenden Kirchenrechtc undim scharfen Gegensatze zu den langsamen, gedehnten Schlangenwindnngen diplomatischerUmrednngS- und Unterschkebungökunst, durch die dasselbe zu Tage gefördert worden.

Man glaubte sich nicht versehen zu müsse», daß die Erwariung geueigteu Ein-gehens seitens der Staatsgewalt auf jene Rechtöanforderungcn sich nahezu als Sire-nenstimme der Täuschung erweisen werve. Der donnernde Vorübergang der Zeit warzu ernst; ihre Lehre mir Demantschärfe einschneidend. Auch wiederholte officielle Zu-sicherungen der Beseitigung einer auS der Absorption kirchlicher Rechte iu ihrem Ge-schäfts- und Machtumfang dick gewordenen Staatsbehörde nährten die Erwartung.

Die Enttäuschung brachte die jüngste Vergangenheit. Noch mehr, eS drangein Wort in die Oeffentlichkeit, daS nach dem darin herrschenden imperiosen, Gewaltdrohenden Tone tief verletz'end in unser Inneres schlug. Aber uuser Gefühl, so langeund vielseitig iu der Schule der Resignation gezüchtet, hüllte sich in die Ruhe unddas Schweigen stummen VerwindenS. Sind doch auch bei einer an und für sichklaren Sache Erkläruugen überflüssig. Und wo der Episkopat in Einheit mit demOberhaupte der Kirche spricht, da schweigen KlernS und Volk uud harren ehrfurchts-vollst der Weisung der geistlichen Oberhirten.

Nun aber diese gemessene Haltung als Nichteinverständniß und Mißbilligung desVorgehens Ew. B. G. in einem der StaatSregierung nahe stehenden Organ derOeffentlichkeit gedeutet zu werden beliebt wnrde, überhaupt bedeutsame Stimmen sicherheben, als fehle eS den Pflichtgetreuen an Einsicht, den Einsichtigen an Pflichttreue;glauben wir eS der Kirche, Hoch Jhuen, unserer Priesterehre und als loyale Unter-thanen, um an unserem Theile beklagenöwerthe Illusionen zu zerstören, auch demStaate schuldig zu seyn, gleich dem KlecuS anderer Divcesen die förmliche Erklärungunserer vollsten, freudigen Zustimmung zn dem gethanen Schritte und unseres bereit-willigsten EinstehenS in die Bresche, welche allenfallsige Eventualitäten in die normalenkirchlichen Lebens- und WirksamkeitSbestände reißen könirten, nicht länger in unserInneres verschließen zu sollen.

*) Eine ausführliche Bogravhie dieses heil. Bischofs wird innerhalb Jahresfrist unter dem Titelerscheinen:Leben des chrw. Diener Gottes Vincenz Maria Strambi, aus der Congregation derPP. Passionisten, Bischofs von Maccrata und Tolentino Nach den Acten des Seligsprechungspro-zefses bearbeitet von I. (5, Mitterrutzner, Mitglied der Akademie der kathol. Religion zu Rom ."