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lungen gleichgültig, durch den frommen Liebeseifer unseres Johannes nur dazu bewogenwurden, daß sie immer größere Unterstützung von ihm, nicht anders, als gebührtesie ihnen, mit Ungeduld nnd Frechheit begehrten. Sie lohnten dem gottesfürchtigenJüngling seine Liebe mit Ausbrüchen roher Leidenschaft, und die sanfte Gelassenheit,die er diesen entgegensetzte, reizte sie, mit um so größeren Ungestüm über ihn herzu-fallen. Nicht selten wurde JolmnueS an dem Orte, wo ihn nur das Verlangen,wohlzuthun, festhielt, nicht nur beschimpft, sondern auch mit Fäusten geschlagen undmic Unralh beworsen. Aber weder der Undank dieser Verbrecher, noch die Beschwerdendes Dienstes, den er übernommen, noch mich der widerliche Ansenthalt deS Ortes,den er znr Wohnung gewählt, besiegten seine Liebe. Ein Blick aus den Heiland, dervon dem Volke, unter dem er wohlthuend umhergewandelt, gegeißelt und mit Dornengekrönt, aus der Stadt geschleppt und an's Kreuz geschlagen wurde, genügte, dieRuhe seiner Seele zu bewahren, und sich deS kostbaren Schatzes, der in Mühsalenund Verdemüthigungen verborgen ist, zu erfreuen. Er lag aber anch mitten unterdiesen seinen Arbeiten und trotz so vieler beunruhigender Vorfälle dem Gebete mitstandhaftem Eifer ob, und war in demselben so gesammelt, daß ihm Stunden wieAugenblicke verflossen.
Drei Jahre hatte Johannes auf solche Weise zugebracht, und eS scheint, daßsie die Probezeit waren, in der er für seinen eigentlichen Berns sollte vorbereitet werden.Sein Leben unter den Gefangenen war eine beständige Uebung der Demuth und Selbst-verläugnung, und in diesen Tugenden mußte er wohl begründet seyn, um ohne Gefahrdie öffentliche Wirksamkeit, die ihm bestimmt war, beginnen zu können. Nach Ver-fluß jener drei Jahre wurde er durch ein himmlisches Gesicht aufgefordert, dasGefängniß zu verlassen und in das Krankenhaus zu gehen, um den Vorstehern desselbenseine unentgeldlichen Dienste anzubieten. Johannes gehorchte; aber er hätte keinenunglücklicheren Zeilpunct für ein solches Vorhaben wählen können. Denn es warkurze Zeit vorher ein Mensch in Zcerez gewesen, der im Namen des heil. Johannesvon Gott Gaben der Liebe zur Pflege armer Kranken sammelte. Er halte sich mitvieler Kunst den Schein großer Frömmigkeit gegeben, und der Name jeneö Heiligen,dessen Orden eben damals sich auszubreiten begann, war in Lerez, wie in ganz Spa-nien in hoher Verehrung. So flössen also jenem Fremden die milden Gaben reichlichzu. Nachdem er nun eine bedeutende Summe zusammengebracht, entfloh er mit der-selben , die Krankn: der Stadt ohne Unterstützung lassend. Der Arm der Gerechtigkeiterreichte ihn jedoch, und er büßte seinen Frevel mit schimpflichem Tode. Ein solchesBeispiel von Heuchelei erregte gegen Johannes Anerbieten Verdacht. Mit Schwierigkeitgestattete man ihm, die Kranken zu oedienen und für sie Unterstützungen zu sammeln,und mit großem Mißtrauen beobachtete man alle seine Schritte. Aber dcr Pöbel derStadt halte keine Geduld, durch solche Beobachtung erst zu erforschen, ob sein Ver-dacht gegründet sey. Noch voll Erbitterung über jenen Heuchler brach er über Johannesohne weiteres den Stab. Man schrie ihm auf dcr Straße nach und erklärte ihn des-selben Verbrechens und derselben Strafe schuldig. Der Diener Gottes ließ sich indeßnicht irre machen. Er kannte ja bereits durch lange Erfahrung, wie kostbar dieSchmach und Verfolgung ist, die man in der Nachfolge Christi findet; und da er innächilichem Gebet hierüber noch größere Erleuchtung cmpfing, erglühte seine Seele vomVerlangen, mehr und immer mehr Unbilden um Christi willen zu erdulden. Es wurdeihm bald Gelegenheit dazu geboten. Ein Hanfe roher Menschen umzingelte ihn, manweiß nicht, ob auf besondere Veranlassung, oder nur wegen des erwähnten Verdachtes.Sie überschütteten ihn mit Verwünschungen und Schimpsreden, drangen dann auf ihnein, und als ergrimmten sie über die ruhige Geduld, mit welcher der fromme Johannessie ohne allen Widerstand gewähren ließ, schlugen sie ihm in's Angesicht, warfen ihnendlich zu Boden und stampften ihn voll Wuth und Verachtung mit Füßen. Ohneeinen Laut der Klage und ohne ein Zeichen des Zornes ertrug er alleS.
Indessen bewirkte eben der Verpacht, der auf ihn gefallen war, daß seine Tu-gend von dem besseren Theile der Einwohner der Stadt erkannt ward. Denn je sorg«