Dreizehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger Postzeitung.
4. September 1853.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige Abonuementsprei«4tt kr., wofür e« durch alle köm'gl. bayer. Postämter »ad alle Buchhandlungen bezogen werde« kann.
Der Sonntag.
(Ei» Nachklang zur heil. Mission in Augsburg .)
Laßt das Mühen, laßt da« Sorgen;Heute seyd ihr so geborgenUnter Gottes höchstem Schirme:Eilet hin zum Hochaltare,Dorten winkt das Brod, das wahre.Das euch stärkt gen Weltenstürme.
Freuet euch mit heil'ger Freude,Fern von Zank und bloßem Neive,In des Himmels stillem Frieden:Dann ist euch ein Feierabend,Selig einst und ewig labend,Wie den Engeln dort beschiedcs.
M. -m L1. August 1353. «. F.
Die russische TtaatSklrche.
(Dritter Artikel. Schluß.)
Endlich glaubte Peter im Jahre 1720, daß der Zeitpunct gekommen sey, woer die Aufhebung der Patriarchal-Würde öffentlich auösprechcn und bestätigen lassenkönne. Er berief im Januar 1720 die Metropoliten , Erzbischöse und Bischöfe nachMoskau , um mit ihnen die Einrichtung der kirchlichen Angelegenheiten zu ordnen.Hier machte er ihnen den Vorschlag, von dessen Nichtannahme er im Vor-aus voltständig überzeugt seyn konnte, daß sie sich mit Rom vereinigen undsich unter den Papst stellen sollten. Diesen Antrag schlugen die Bischöfe anö. Daerhob sich Peter in der Versammlung und richtete folgende Worte an die Prälaten:„Ich kenne keinen andern wahren und gesetzmäßigen Patriarchen,als den Patriarchen des Abendlandes, den Papst von Rom, und daihr ihm nicht gehorchen wollet, so werdet ihr von jetzt ab mir alleingehorchen." Er fügte ferner hinzu: „Ein Patriarch sey weder zur Regierung derKirche nöthig, noch dem Staate nützlich; er sey daher entschlossen, eine andere Formdes Kirchenregimeius einzuführen, weiche die Mitte halte zwischen der Regierung einerPerson (des Patriarchen) und einem allgemeinen Concil; denn beide RegicrungSsormenseyen wegen des großen Umfanges des Reiches vielen Unbequemlichkeiten und Schwie-