Ausgabe 
13 (4.9.1853) 36
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diese Knechtschaft einmal eingeführt, ist sie durch langjährige Praxis bereits im Lebenverkörpert, so entwickelt sich nothwendig in diesem Gewalt-System ein ausgebildeterHaß gegen alles, was wahre Freiheit heißt; es kann nichts neben sich dulden, wasseinem Machtgebot nicht unterworfen ist. Es begnügt sich dieses Gewalt-Systemnicht mit der Herrschaft in seinen eigenen Gränzen, sondern eS sucht auch, um sichselbst zu schützen und zu erhalten, die wahre Freiheit auf fremden Gebieten anzugrei-fen. Rußlands natürlicher und ge-ährlichster Feind ist aber jenes Bollwerk derwahren Freiheit, das die Hand des Allmächtigen aus den Felsen gegründet hat, dieheilige römisch-katholische Kirche . Sobald daher die russische National-Kirche durch Einführung der Synode in ihrem Bau vollendet war, mußte sie, wegendes Princips der Selbsterhaltuug, mit einer gewissen Nothwendigkeit als Erbfeind inder katholischen Kirche auftreten. Dieses beweiset und bekräftigt leider die Geschichteder auf PeterI. folgenden Regierungen bis auf unsere Tage in der traurigsten Weise.Die Furcht vor dem Türken, die Jahrhunderte das christliche Europa beherrschte,ist geschwunden; ob Rußland einstweilen seine Stelle einnehmen soll?

Reisen eine» englischen Geistlichen vor seiner Bekehrung.

(Schluß)

AufS engste verbunden mit dem Dogma der Menschwerdung und deren geheim-nißvollem Zeichen, der wirklichen Gegenwart, ist die Fürsprache aller Heiligen, undvor Allem der gebenedeiten Gvttcö-Mutier; gewiß, von ihr kann man sagen, daß siedie Forlsetzung und Ausbreitung der wirklichen Gegenwart ist, so daß, wo diese

wirklich und vom Herzen geglaubt wird, das Andere.....geliebt und geübt wird.

Denn die Wahrheit, daß der Herr unser Fleisch angenommen hat, und das Fleischseinen wahren Gläubigen mittheilt, führt geraden WegeS zu dem Glauben, daß sie,die abgeschieden sind und bei ihm verbleiben, befreiet von allem Sündenschmutze, inder Thal lebeu und regieren mit ihm, und Macht haben mit ihm. Und ist das wahr

von dem geringsten Heiligen..... in wie viel höherm Grade ist eS denn nicht von

der wahr, der EhristuS durch die Annahme ihres reinen Fleisches so unbegreiflich nahegetreien ist? Und sollen wir, die wir in einem so ermüdenden Streite uns befinden,nicht alle Heiligen, aber sie besonders anrufen, um u«S zu helfen uud uns zu begün-stigen? ,,O ihr Geister und Seelen der Gerechten lobt den Herrn! preiset ihn undverherrlicht ihn in Ewigkeit!"" Ja, preiset ihn und verherrlicht ihn dadurch, daß ihr

eme Fürbitte und Fürsprache bei ihm einleget für uns, die.....ja eure Brüder

sind durch das Fleisch und Blut deS Mensch gewordenen Gottes..... Heißt das

der Herrlichkeit Christi einen Abbruch thun? Welch' eine seltsame Verkehrlheit desIrrthumes, die eS dafür halten kann! Gewiß es gibt ein Fühlen, eine geistige Be-rührung gleichsamder Wolke der Zungen,"" die den katholischen Herzen Mmh gibt,in dem Sireite zu siegen, daS den Verlassensten in den Stand setzt, zu fühlen, daß ernicht allein ist, daß er umringt und unterstützt wirb von himmlischen Heerschaaren.Auch ist die Jntcrcession der Heiligen, vor Allem der gebenedeilen jungfräulichenMutter, eine lebendige Wahrheit in kaiholischcn Gegenden; sie begleitet die Lehre vonder wirklichen Gegenwart, und wirkt in untergeordneter Stellung mit dieser. Wodie erste nicht lebendig erhalten ist, da wird ohne Zweifel die letzte verworfen, undvielleicht für Abgötterei gehalten werden."

Verbunden mit der wahren Lehre vom Priesterthum ist das Beichtsystem, derNerv der Religion in katholischen Ländern und Reichen. DaS englische brg^er booksagt von jevem Priester insbesondere:Wessen Sünden du auf Erden nachgelassen hast,die sind nachgelassen; und wessen du behalten hast, die sind behalten." Hier ist dieganze kaiholische Lehre vcrgctragen. Die römische Kirche nun sagt es nicht allein,

sondern sie handelt darnach..... Die Wirksamkeit deS Hirten muß ganz abhängen

von der Kenntniß des Zustandes seines Volkes und von seiner Macht, die Sünden