Ausgabe 
13 (4.9.1853) 36
Seite
287
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

287

sie sich derselben enthalten. Sie betrachtet sie als daS Heer der Kirche, und »Keiner,der kämpft, verwickelt sich in die Händel dieses Lebens."" Nebstdem gibt eS noch eineMenge Männer und Frauen, die nicht allein auf diese Bedingung eingehen, sondernfreiwillig das Gelübde der Armuth und des Gehorsams überdieß ablegen. Allen diesenPersonen verheißt dieses Reich nur eine Belohnung, groß freilich, die man jedochallein durch den Glauben empfängt, daß nach dem Maaße, in welchem sie alle vondem Geschöpfe kommenden Vergnügen sich versagen, und ihren Willen einem Andernunterwerfen, ihr Erbtheil desto größer bei dem Schöpfer seyn wird, desto inniger dieVereinigung ihres Willens mit dem seinen. Und von diesem übernatürlichen Leben,das auf Selbstverläugnung gegründet ist, und durch die göttliche Liebe getragen wird,hängen alle großen Werke in der römischen Kirche ab. Nicht allein ist das der Zu-stand der ganzen Hierarchie, von Allen, welche von der Kirche den Auftrag haben,um öffentlich den Glauben zu lehren, sondern das Werk der Erziehung von der höchstenClasse bis zu der geringsten, und die mannigfaltigen Liebeswerke für Kranke und Armesind denjenigen anvertraut, welche diese Probe der Aechtheit ihres Berufes gegeben haben.

5. Endlich gibt es in diesem geistlichen Reiche eine große Zahl Anstalten oderCongregationen von Personen, welche ausdrücklich bestimm! sind zn dessen fernererAusbreitung unter den heidnischen Völkern. Mit den oben genannten Bedingungenmüssen sie eine noch mehr eigenthümliche Geschicklichkeit verbinden zu dem allermüh-samsten und arbeitsvollsten Werke, eine noch vollständigere Verläugnung menschlichenLobeS, der Belohnung, der Bequemlichkeit und der Unterstützung. Barmherzige Schwe-stern sieht man über den Ocean ziehen nach der Gränze der Welt, um mit den Send-boten zu wirken, deren Aufgabe es ist, in der Mitte von Wilden zu leben, und sieerst zu Menschen zu machen, auf daß sie darnach Christen seyn können, beide imgleichen Maaße ohne Einkünfte, bloß abhängend von der Vorsehung, rücksichtlich ihresUnterbalteS vertrauend auf daS Werk ihrer Hände, ihr Leben stellend in die MachtdeS treulosen und unbeständigen Wilden, und ihm durch ihre eigene Bedürftigkeit zei-gend, daß sie nur für ihn leben und arbeiten. Auch das Blut der Märtyrer hatnicht aufgehört zu fließen.....

Welche auch die UnVollkommenheiten der menschlichen Werkzeuge seyn mögen,liegt nicht in allen dem genug, was uns das Wirken einer göttlichen und übernatür-lichen Macht bemerken läßt? Müßten wir nicht in unsern verschiedenen Verhältnissen

arbeiten, und beten für Versöhnung und Einheit.....? Einer allein kann dieses zu

Stande bringen machen wir das zu unserer ersten und letzten Bitte zu ihm."

Hiermit nehmen wir von des Herrn Allies Werk Abschied. Mögen unsereMittheilungen dem Leser so viel Vergnügen gewähren, wie wir bei der Lesung des-selben genossen haben.

Insel Haiti. (St. Domingo .)

Der zu Genua erscheinendeCattolico" theilt einen Brief vom 12. Mai ausJacmel auf dieser Insel mit, welcher den Empfang Mons. Spaccapietra'S, des neuenapostolischen Delegaten, schildert: Mons. Vincent Spaccapietra , der apostolische Delegat,kam am 2. Mai Morgens um acht Uhr hier an. Kaum hatte er den Fuß auf dieErde gesetzt, als ihm Abgeordnete der angesehensten Männer entgegen gingen und ihnbeglückwünschten. Der Prälat erwiderte diesen Glückwunsch Wort für Wort. Darausverkündigten die Glocken der Kirche dem Volke diese glückliche Ankunft, und sofortströmte eine große Menge herzu, um den ausgezeichneten Reisenden zu sehen, und bisan den Fuß des Altars zu begleiten. Auf dem Wege empfing er den Gcneralcom-mandanten, welcher an der Spitze seines Generalstabes uud einer Escorte von Sol-daten heran kam, um ihn zu beglückwünschen. Der ganze Zug begleitete den päpst-lichen Delegaten in die Kirche, welche ausgeschmückt war, wie an den höchsten Festen.Die Knaben und Mädchen, welche in diesem Jahre zum ersten Male communicirthatten, waren in zwei Reihen aufgestellt; die Mädchen waren weiß gekleidet, ein