Ausgabe 
13 (2.10.1853) 40
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heil. Sacrament der Taufe in Gegenwart der sehr zahlreich versammelten Gläubigengespendet.

Katholische Blätter aus Deutschland verkündigten auch die Bekehrung des gewe-senen königl. würtembergischen Gesandten am kaiserl. Hofe zu Wien und der Fürstinvon Salm-Hoogsträten, und jüngst auch die förmliche Abschwörnng des lutherischenPastors Lütkemüller, der in seinem im verflossenen Jahre erschienenen Werk schon dieWahrheit der katholischen Kirche bewies, und seine lutherischen Glaubensgenossen herausforderte, ihn Lügen zu strafen. Das Werk der Erlösung und der Bekehrungder Nezerkinder beiderlei Geschlechtes wird aus bewunderungswürdige Weise durch denEifer des Priesters Olivieri fortgesetzt, welcher unlängst mit 40 Individuen aus Egyvtenangekommen ist, unter welchen sich drei Mütter mit säugenden Kindern nach nichts sosehr sehnten, als die heil. Taufe zu empfangen. Am Montage den 20. Juli d. I.kam überdieß aus Kairo über Malta und Livorno der ehrwürdige Vater PeremiaBertocci auS Livorno , durch 47 Jahre schon Missionair in Egypten, mit einer Anzahlvon 30 arabischen kleinen Kindern an, welche in das Institut des berühmte» PriestersAngelo Mazza gesendet wurden, um die Ansangsgründe der Religion zu erlernen undsonstige Bildung zu erhalten, von welcher sie gar keine Kenntniß haben, besonders jene,welche bis jetzt nnler dem harten Joche der Sklaverei geseufzet haben. Mit Freudewollen wir daher unsere neuen Brüder begrüßen, und um die Bekehrung der vielen nochin Finsternissen Irrenden den Herrn der Gnade und Barmherzigkeit anflehen. (Oeft.Volksfr.)

China.

Mons. Rizzolati, Bischof von Aradus i. p. i. und apostolischer Vicar von Hou-Kouang, berichtet an die Mitglieder des Centralratheö in Lyon und Paris der Gesell-schaft für Verbreitung des Glaubens über die Empörung in China und über denEinflnß derselben auf die Verhältnisse der Katholiken. Wir entnehmen uach dem Schl,Kchdl. Einiges aus diesen Berichten:Ich weiß nicht, was ich von den chinesischenAufrührern halten soll. Sie haben Nichts mit dem Götzendienste gemein, welcher sichüber China und die benachbarten Länder erstreckt. Ueberall, wo sie ankommen, stürzenund zerstören sie die Götzentempel bis aus den Grund; sie verstümmeln, treten mitFüßen und machen zu Staub die so verehrten Götzen des Volkes. Eben so wenigwerden die Manns- und Frauenklöster der Bonzen verschont. Nachdem sie die Klöstergeplündert und zerstört haben, führen sie die Götzenbilder und andere Gegenstände desAberglaubens in einem Maskenznge durch die Straßen" Die chinesische Regierungnimmt hiervon Veranlassung, die Christen zu verfolgen, weil uuter allen Religionen,welche in China sich finden, nur daS Christenthum die Götzen und den Götzendiensthaßt. Derselbe apostolische Vicar theilt in einem Schreiben vom 23. März mit, daßdie Nebellen in allen Städten, welche sie erobern, Erlasse bekannt machen, welche fastimmer so abgefaßt sind: Der Gott , dessen Allmacht den Himmel und die Erde insechs Tagen schuf, welcher der Sündfluth seine Rache an den Menschen anvertraute,die fünf Städte des Landes Sodoma mit Feuer strafte, derselbe Gott hat uns gesendet,die Sünden der Chinesen zu bestrafen, und seine Verehrung bei ihnen wieder herzustellen. Diese Verehrung kannten unsere ältesten chinesischen Vorfahren, die folgendenHerrschergeschlechter aber verließen sie und verführten China, mehrere Götter anzu^nehmen. Darum lassen wir nur die Verehrung Eines Gottes zu, welcher Himmelund Erde erschaffen hat, und befehlen, daß überall die Götzenbilder zerstört, die Tempelumgestürzt und die ihrem Dienste geweihten Bonzen und Bonzinnen getödtet werden.

Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen.

Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.