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Gewiß hat Jeder die Ueberzeugung mit sich genommen, daß die Abhaltungsolcher katechelischer Vorträge für Erwachsene ein Punct sey, welcher in unserer ge-genwärtigen Zeit der allgemeinen Beachtung und Nachahmung wohl werth wäre.
Schließlich möchte es die Billigkeit erfordern, in dankbarer Weise anzuerkennen,mit welch großer Thätigkeit und sichtlichem Erfolge unsere Seelsorgcgeistlichkeit in neuererZeit auf mannigfache Weise durch Wort und Schrift einen bessern Geist in die hiesigeBevölkerung zu bringen bemüht war, weßhalb auch daS Eingehen deS „BamvergerVolköblatteS" mit Recht allgemein sehr bedauert wiro.
Amerika.
Seit einiger Zeit beginnt eine Besserung im Zustande der südamerikanischen Staateneinzutreten. Die spanisch-amerikanischen Völkerschaften sind durch die von Nordamerika eingedrungcnen und durch die Freimaurer verbreiteten falschen Freiheitöideen an denRand des Verderbens geführt. Die Freimaurer , welche sich in Folge der Revolutiongegen Spanien in den Besitz aller politischen Macht und alles Einflusses gesetzt hatten,legten es darauf an, diese katholischen Staaten zu zerstören, und so die Trümmerderselben den protestantischen Nordamerikancrn in die Hände zu liefern. Sie bewirktendie Aufhebung der Klöster, die Einziehung der Kirchengüter, suchten den Einfluß derGeistlichkeit in aller Weise zn mindern und die Verbindung der Bischöfe mit Rom zuerschweren. So verwundeten sie durch Unterdrückung der Religion das uatiouale Lebendieser Völker, die ihre Bildung und frühere Blüthe, ja sogar ihre Erhaltung der katho-lischen Kirche zu verdanken haben, und wurden die Ursache ununterbrochener Revolu-tionen und Umwälzungen im Innern. Die Staaten wurden immer schwächer, wäh-rend die Nordamerikaner wie abgerichtete Hunde beständig auf der Lauer standen, umjedes abfallende Stück sofort zu verschlingen. In dieser Weise haben die vereinigtenStaaten von dem schönen Mexico bereits TeraS, Kalifornien und andere Theile ab-gerissen, und schicken sich jetzt an, den ganzen Staat zu verschlingen. Diese äußersteGefahr scheint die südamerikanischen Staaten aus ihrem Schlummer aufgeschreckt undin neuester Zeit eine Reaction gegen die protestantisch - sreimaurcrischen BestrebungenNordamerikas hervorgerufen zu haben. Santa Anna , der neue Präsident von Merico,hat die Nothwendigkeit eingesehen, eine Annäherung an Spanien , als den natürlichenBundesgenossen der südamerikanischen Staaten cmzubahucn, und so eine Wiverstandö-traft gegen die Feinde nach Außen zu wecken. Er hat die Kirche zu Hülfe gerufen,um die Ordnung im Innern wieder auf einem dauernden Fnndamente, auf derReligion, zu gründen. Er hat beschlossen, den Jesuitenorden, der um die VölkerAmerikas sich so unschätzbare Verdienste erworben hat, wieder herzustellen, um soeiue tüchtige wissenschaftliche und religiöse Bildung bei der Jugend zu verbreiten.So ist eS ihm gelungen, ein kräftiges Regiment im Innern deS Staates zu begrün-den, uuv die Aufstandsversuche der Partei der Unordnung an allen Orten mit kräf-tiger Hand niederzuschlagen. Bereits wirkt daö Beispiel Mericos günstig auf dieübrigen Staaten ein, und selbst Neu-Granada hat sich bewogen gefunden, den ver-bannten Erzbischof von Santa Fe zurückzurufen. Aus alle dem geht hervor, daß inSüdamerika derjenige Weg jetzt wenigstens betreten ist, auf dem allein eine religiöseund politische Wiedergeburt der dvrtigeu Staaten möglich ist Ganz Europa und vorallem die kaiholische Kirche hat daö allergrößte Interesse, daß diese Wiedergeburt ge-lingen und glücklich durchgeführt werden möge, weil das Elend nicht abzusehen wäre,wenn die neuen Barbaren der Civilisation, die Nordamerikaner, von dem Gegengewichte,das ihnen jetzt noch in Merico und den übrigen südlichen Staaten entgegensteht,befreit, mit dem ganzen Gewichte ihrer revolutionären Gewalt sich auf Europa werfen könnten. (W. K. B.) _