Ausgabe 
13 (6.11.1853) 45
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Das neue Kollegium deS OrteS sollte an diesem Tage (8. September) inaugun'rt unddrei Geistlichen die priesterliche Weihe ertheilt werden. Alle D'öcesen Kanadas warenbei der Ertheilnng, die Se. Erc. der Herr NnntinS selbst vornahm, repräsentirt, undnie zuvor hatte man je Gelegenbeir gehabt, in Kanada eine so große Anzahl vonPriestern vereinigt zu sehen.

Nachdem der hochwiirdigstc Bischof von Samt Hyacinthe die hohe Bedeutungdes TageS in würdevoller Weise beleuchtet und den NnntinS um den apostolischenSegen für die Diöcese und das gesammte Kanada gebeten hatte, entgegnete dieserunter anderm Folgendes:

Ich kann Euch sagen, geliebte Brüder, daß Euer Land, nach dem. was ichin Kanada gesehen, kein anderes Land aus Erden zu beneiden nöthig hat, und ich findekeine Worte, um die Freude auszudrücken, die mir ein so wohlwollender Empfang insolcher Ferne von meinem Vaterlande verursacht. Deutlich ist hieraus ersichtlich, daßIhr den eigentlichen Geist des Katholicismus begriffen habt, veralte seine Angehörigenin Banden vereint, welche die Entfernung weder zu zerreißen, noch zu schwächen ver-mag. Trennt uuS die Entfernung, so sind wir doch durch Gemü h und Gesinnungvereinigt. Eure Ehrfurcht vor den Autoritäten der Kirche ist serner ein Beweis, daßIhr Eure Gedanken und Eure Anhänglichkeit aus das eigentliche Centrum deS Glau-bens nnd wahren Glückes zu übertrage» versteht. Ich weiß Euch Dank für den vor-zugsweise katholischen Geist, der euch hier vereint. Wie glücklich wird der heil. Vaterseyn, wenn er Eure Anhänglichkeil für ihn und die katholische Einheit erfährt! Niewerde ich meiue Reise durch Kanada vergessen. So unwürdig ich auch bin, SeineHeiligkeit hier zn repräsentiren, so hat man doch in allen Gegenden des Landes ge-weitcifert, mich mit Eifer und Ehrfurcht zn empfangen. Ueberall habe ich Eure Be-völkerung, Euern Klerus, Eure Kinder, Eure anerkennenswerthen zahlreichen Institutefür Erziehung und Wohlthätigkeit gesegnet."

Eine Rede deS hochwürdigen Vorstandes deö neue» Collegiums, des Herrn Ray-mond, wurde von Monsignor Bedini mit wahrhast apostolischer Bereotsamkeit dahinerwiedert, daß jede sociale Ordnung ihren Ursprung einzig und allein in religiösenIdeen habe, daß daS Glück der einzelnen Individuen wie das der Völker von Gotikomme, daß jeder Versuch, diese ewigen Gesetze der menschlichen Gesellschaften.umzu-stürzen, nnr zur Anarchie, zum Elend, zur Entwürdigung führen müsse; aller Fort-schritt sey in Gott nnd ohne ihn kehre man zur Barbarei zurück.

Der Maire des Ortes überreichte Sr. Erc. eine Adresse, die in gleich erhebenderWeise erwiedert wurde.

Se. Erc. brachten einige Tage in Sainr Hyacinthe zu, um sich sodann überPorlland und Boston nach New-Aork zu begeben.

T r i e n t.

Trient , 2V. Okt. Gegen Ende vorigen Monats kam der edle Priester, DonNicolo Olivieri, von Genua nach Trient , und ließ bei den hiesigen Nonnen zweiNeger-Mädchen zur Erziehung zurück. Er hatte sie auf den, Sclavenmarkte zu Cairogekauft nnd ihnen die Freiheit geschenkt; und da er dann, für ihre Unterbringung undErziehung besorgt, bei der Nächstenliebe anklopfte, nm einen passenden Ort für sie zufinden, wurde ihm in Tri»nt willig aufgethan. Von der Herkunst dieser Mädchenwußte der edle Mann weiter nichts, alö daß Beide in einem Alter von beiläufig achtJahren stehen, und aus den» Innern Afrikas auf deu Sclavenmarkt zu Cairo gebrachtworden seyen. Das eine derselben heißt Ahua, das andere Assa; beide sind schwarzund ächte Kinder des noch nncivilisitten Afrikas , wie manche Züge in ihrem Beneh-men sattsam darthun. (Kath. Bl, a. Tirol.)

Verantwortlicher Redacteur: L Schönchen.

Verlags-Inhaber: F. E. Kremer.