359
Lehre habe sich in allen Zeitaltern bewährt. Die Anhänglichkeit eines Repräsentantender Presse an den heiligen Stuhl sey anerkennenswert!). Die Presse sey ein mächtigerHebel und könne unter gehöriger Leitung des Guten Vieles stiften.
In gleicher Weise wurde die Anwesenheit deS hochwürdigsten Prälaten in Mont-real gefeiert; die katholische Bevölkerung daselbst überreichte ihm unter anderm eineAdresse, in der sie ihre Anhänglichkeit an die Kirche im Allgemeinen und ihre warmeAnerkennung der großen Verdienste des päpstlichen Nuntius insbesondere auSsprach.
Ju dem Dorfe Lougueuil, wo die Anwesenheit deS Monsignor Bedini einemjungen Mädchen Anlaß zur Rückkehr in den Schooß der katholischen Kirche gab, hatteDr. Davignon, Maire des Ortes, nachstehende Ansprache an den Repräsentanten deSheiligen Vaters gerichtet:
„An Se. Erc. Monsignor Gaetano Bedini , Erzbischof von Theben, apostolischenNuntius in Brasiliien, außerordentlichen Gesandten an die Regierung der VereinigtenStaaten :c. ?c. :c.
Monsignor! Die Kunde JhreS Besuches hat uns mit der Empfindung wahr-haft en Glückes erfüllt.
Wir sind stolz darauf, den ersten Gesandten Seiner Heiligkeit, der je Kanadabesucht hat, einige Augenblicke lang in unserer Mitte zu besitzen.
Wir bringen Ihnen dafür unsern aufrichtigsten Dank dar uad betrachten denheutigen Tag als einen der glücklichsten, den nnS die göttliche Vorsehung jemalsgewährt hat.
Ihr Besuch ist uns eine verjüngende Quelle, in welcher unsere unverletzlicheAnhänglichkeit an den Glauben, den wir als das kostbarste Erbtheil unserer Väterbewahren, nenervingS erstarken wird. Indem wir Ihnen unsere Ehrfurcht bezeugen,glauben wir fast, sie Sr. Heiligkeit selbst kund zu geben.
Wenn Sie nach Erfüllung der hohen Mission, der wir die Ehre Ihres Besuchesverdanken, zu Sr, Heiligkeit zurückkehren,-so sagen Sie dem heiligen Vater gütigst,Sie hätten in Kanada eine kleine, in Mitte der Wälder fast Verlorne, aber ihm sehrergebene Schaar seiner zahlreichen Kinoer gesehen. Diese Kinder hatten Theilnahmefür die Schmerzen, mit denen die jüngsten Jahre ihn überhäuften, sie haben heißeGebete für ihn zum Allmächtigen emporgescndet, und obwohl daS Unwetter noch zudrohen scheint, so haben sie doch die feste Zuversicht, ihu glorreich aus dem Kampfehervorgehen zu sehen. Oft schon ist das Schifflein Petri vom Slurme hin und hergeworfen worden und stets ist es neu gestärkt und gewissermaßen verjüngt aus demSturme hervorgegangen; das Ungewilter ist sein Element; der, welcher es steuert,vermag den Winden zu befehlen, daß sie ruhen, sobald es Zeit ist; demnach habenwir nichts zu fürchten, denn wir wissen, daß der Fels unerschütterlich ist, auf welchemdie ewige Stadt ruht und daß alle Hindernisse jederzeit an ihm zerschellen werden.
Bei der Trennung von Ihnen wünschen wir, daß der Himmel Ihnen eine glück-liche Rückkehr verleihe, daß er Ihre edle Mission znr Verherrlichung der Religion undzum Wohle der Völker seguen möge."
In der Entgegnung auf diese Adresse bemerkte der päpstliche Nuntius, wie tiefer es empfinde, in so feierlicher Weise empfangen worden zu seyn, wie sehr er wünsche,den heiligen Vater baldigst von den so entsprechen» ausgedrückten Gefühlen der Be-völkerung LvngueuilS in Kenntniß setzen zu können; es seyen diese Gefühle ein Beweismehr für den ausgezeichnet katholischen Charakter der Kanadischen Bevölkerung.
So wie in den genannten Orten, so hatten auch in Saint Vincent dc Paul,iu Sault au Röcolet, Sault Saint Louis und Bytown die Municipalitäten sowohl,als die von ihnen repräseniirten Bevölkerungen das Aeußerste gethan, um den Nun-tius mit ehrenden Demonstrationen aller Art aufS Feierlichste zu empfangen. Ebenso war zu gleichem Zwecke in Saint-Hyacinthe Alles aufgeboten worden. Aus demWege, den Monsignor Bedini von der Eisenbahn, wo ihn die geistlichen und welt-lichen Würdenträger des OrteS empfangen hatten, bis zur Kirche zurücklegen mußte,kniete eine unabsehbare Menge Landvolkes, um den apostolischen Segen zu empfangen.