Geige Töne, die sie nie kannte, und die kleinen SouS regnen von den Fenstern herab.Auf der anderen Seite legt er sich Entbehrungen auf, ein Stückchen Brod ist fast seineganze Nahrung, von Wein ist gar keine Rede mehr, das Gläschen Branntwein ist verpönt;wiewohl er eS bisher als den unentbehrlichsten Trost des Lebens angesehen . . . Kraftdieser Arbeit und Entbehrungen bringt der brave Geiger eine Summe von hundertFranken zusammen. Nun ist er reich, glücklich, nicht für sich, sondern des Guten wegen,das er thun will. Er sucht also seine Wohlthäterin in ihrer Mansarde auf; sein Gesichtstrahlt vor Freude, und er schien die Veränderung, welche mit ihr vorgegangen, garnicht zu bemerken; er beschäftigte sich nur mit ihrer Person, ihr seine Erkenntlichkeit zubezeugen; ihre Wohlthätigkeit habe ihm Glück gebracht, er mache seit dieser Zeit guteGeschäfte, er habe keinen Mangel mehr, er habe sogar mehr, als er zum Leben brauche;er lege Geld bei Seite, er habe sogar hundert Franken bei sich, er wisse nicht, waS erdann' anfangen solle; wenn sie dieselben annehmen wolle, so würde sie ihn sehr ver-binden, ihn glücklich machen: kurz, er sprach so lange und so gut, daß sie dieselben an-nahm. Er kam nun öfter, und stets brachte er ein Fünffrankenstück, was er nichtbedurfte, und wenn es angenommen wurde, ging er fort, und auf seinem blassen Gesichteerglänzte ein unbeschreiblicher Ausdruck der Freude und des Glückes . . . Zuletztwollte doch die zartfühlende Frau nichts mehr annehmen, sie fürchtete, ihm ein zu großesOpfer aufzulegen; da wurde unser wandernder Musikus untröstlich, aber sein Herz fandein anderes Mittel, das man nicht abweisen durfte: er schlug ihr Vor, das Geld leih-weise anzunehmen. Dieses Anerbieten konnte man natürlich nicht abweisen, aber, WaSbei Geschäftsleuten nicht vorkommt, er wollte so viel und so oft verleihen, daß seine inSchutz Genommene ihm sagen mußte: „Ich weiß nicht, ob ich es Ihnen je wiedergebenkann!" — ,,Bah, bah!" antwortete er, „was liegt daran, nehmen Sie nur; Sie gebenes mir wieder, wenn Sie wieder reich geworden sind." Kurz, es ging nun so gut, daßbei der armen Frau Muth und mit diesem auch ein gewisser Wohlstand zurückkehrten;sie fing, Dank der Vorschüsse deS Geigers, einen kleinen Handel an; das Geschäft ginggut, und sie wurde sogar wieder reich: die Wohlthätigkeit brachte Beiden daS irdischeGlück zurück. Der Künstler ist ein ansehnlicher Mann in der Gesellschaft geworden, undseine Wohlthäterin lebt wieder in ruhiger Behaglichkeit. (MulloiS und Müller, das Elendzu Paris .)
Für den Kirchenbau -er armen Katholiken in Stargard nnd
Aus Traunstein : „Rette, o Herr, den heiligen Vater aus den
Händen seiner Feinde!" ..3 st. — kr.
Milde Gaben firr die Mission in Perleberg .
Aus Traunstein : „Rette, o Herr, den heiligen Vater aus den
Händen seiner Feinde!".3 st. — kr.
Redaction und Verlag: Dr. M. Huttlcr. — Druck von I. M. Kleittlc.