Ausgabe 
(27.3.1897) 17
 
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halt des vorliegenden Romanes, verbunden mit einemreinen Idealismus, erheben ihn hoch über das Niveau desMittelmäßigen. Was oft an natürlicher, lebenswahrerAusführung einzelner Handlungen und in Schilderungmancher Charaktere fehlt, ersetzt Verfasser durch dasStreben, den Werth der kathol. Religion als moralischenHalt für den Einzelnen lowohl. als auch in volkswirth-fchaftlicher Beziehung znm Bewußtsein zu bringen. Intrefflichen Worten weist er nach, daß man auf die Ver-rohung der Massen nur einwirken könne, wenn man ihnenden Glauben an Gott gibt und ideelle Güter in il>re Seelelegt. Der Verfasser hat seinem Werke die Form einesRomanes wohl deßhalb gegeben, auf daß es einen weiterenLeserkreis gewinne und der flute Same in viele Herzengelegt werde; und schon aus diesem Grunde, spräche auchsonst nicht der ganze eigenartige und interessante Bau desRomanes dafür, ist dein Buche ein großer Erfolg zuwünschen."

Hug, Die christliche Familie ,m Kampfe gegenfeindliche Mächte. Vortrage über christlicheEhe und Erziehung. Dritte, vermehrte Auflage.424 Seiten mit Stahlstich. Freiburg (Schweiz) , Uni-versitäts-Äuchhandlung (B. Veith). Preis gebund.M. 3,20; in feinem Geschenksband M. 4,.

Daß ein ernstes Buch, welches die Gelüste und Leiden-schaften der menschlichen Natur energisch bekämpft, inner-halb Jahresfrist in dritter Auflage erscheinen kann, istwohl die beste Empfehlung für das Werk, und könntenwir iiiis mit diesem kurzen Hinweis begnügen. Da dasWerk jedoch eine ebenso zeitgemäße und wichtige wieschwierig zu behandelnde Aufgabe mit großem Tact undeben solchem Freimut!) löst. und zwar in solcher Formund Sprache, daß der Hochgebildete das Buch mit großemInteresse liest, und der Mann aus dem Volke jeden Satzversteht, beiden aber beim Lesen wann wird und der Wille

bewegt wird, möchten wir, wenn auch nur kurz, auf denreichen Inhalt naher eingehen! In 42 Vortrügen be-handelt der Hochw. Verfasser ziemlich alle Fragen, welche

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christliche Eheleute für sich und ihre Kinder zu wissennothwendig haben. Ausgehend von der Mutter- undVaterwürde wird zunächst der Weg zu einer glücklichenEhe gezeigt, der sacramentale Charakter der Ehe dar-gethan und den Brautleuten vor Augen gehalten, wiesie die Ehe einzugehen haben; es folgen 10 Kapitel überdie Erziehung, drei weitere über die Lectüre; Beruf undStandeswahl sind drei Vortrüge gewidmet: es werdennoch einzelne specielle Pflichten gegen Gott und den Neben-menschen behandelt, um in zwei begeisterten, tief ergreifen-den Vortragen über «Christliche Familie und Arbeiter"auszuklingen. Eine Lösung der socialen Fragein knappster Form, wenn nur die Lehren be-folgt würden. Daneben werden in den einzelnen Vor-trügen eine große Anzahl anderer wichtiger Punkte be-rührt und Fehler bekämpft, z. B. die Sucht nach neuenAndachten und Bruderschaften, die Ueberhandnahme vonVereinen, auch frommer und an und für sich lobens-werther, die wachsende Oberflächlichkeit usw. Ein wahresVolksbuch, dem wir den Eingang in alle katholischen Fa-milien wünschen möchten: für den Hochw. Scelforg-Kleruseine reiche Quelle von Anregung und Stoff für Predigtund Katechese. Ein treffliches Fest- und Brautgeschenk.

L. 8.

Das neue Universitätsgebäude zu Würzburg. dessen Baugeschichte und Einweihungs-feier, im Namen des Akademischen Se-nates veröffentlicht vom Rectorate derUniversität Würzburg. Mit 1 Titelbild. 7Ab-bildnnflcn und Grundplänen. Würzburg , Druck derKöniglichen Universitäts-Druckerei von H. Stürtz1897. Preis 3 M.

Die Festschrift zerfällt in 5 Theile. Der Baugeschichteder neuen Universität (1 23) folgt die Beschreibung derEiuweihungsfeier (2478): Abschied von der alten Uni-versität, Einzug in die neue, Rede des Rectors Lenke,der einen interessanten historischen Ueberblick über dieEntwickelung der Unterrichtslocale an den Universitätengab. Rede des Cnltusministcrs. Bcglückwünschungendurch Abgesandte der Universitäten Erlangen und Mün-chen, durch den Bürgermeister von Würzburg . Verkün-digung der Ehrenpromotionen. Die ideenreiche Rede des

neuen Rectors Schell. Daran reiht sich die Schilderungdes Festmahls (7999), des Festcommerses (100119),beide mit einem überreichen Menü von Reden ausgestattet.Den Schluß bildet die Beschreibung (120126) des neuenUniversitätsgebäudes. Beigegeben sind in ivohlgelungenerAusführung als Titelblatt der Mittelbau der neuen Uni-versität, im Texte eine Hofansicht des alten Universitäts«gebäudes mit dem Thurm der Neubaukirche, eine Total-ansicht der neuen Universität, die Aula, Vorhalle undVestibül, das Stiegenhans m der neuen Universität. Dazukommen 4 Grundpläne. Die Redaction der Festschrift wirdHerrn Pros. Dr. Henn e r verdankt. Das Ganze, vornehmausgestattet, wird nicht bloß den Theilnehmern an derFestferer eine angenehme Erinnerung, sondern auch allenfrüheren Angehörigen der Würzburger Universität eine invielfacher Hinsicht interessante Lectüre sein.

Dr. F. Hoffmann, Die Verehrung und Anbetnngdes allerheiligsten Sacramentes des Alktars. Kempten 1997.

Ll. L. Das Werkchen bietet für die Verehrung deshöchsten Gutes der Kirche, des allerh. Sacramentes, eineStütze durch die Darstellung ihrer Geschichte. Die Grund-lage ist gegeben in der Erörterung der dogmatischen Lehreder Kirche, und so stellt der Verfasser zuerst die Frage:war eine Anbetung des Sakramentes nach dem Glaubender Kirche allezeit möglich, auch in den ersten Tagen desChristenthums? Er zeigt, daß diese Frage mit Ja! be-antwortet werden müsse, und beivcist im Anschlüsse hieran,daß man auch die Konsequenzen aus der Lehre gezogenhabe. Auf dieser sicheren Grundlage läßt der Verfasserdie Entwickelung der einzelnen Formen des cncharistischenCultus vor unsern Augen sich vollziehen, indem er diewichtigsten Zeugnisse der Schriftsteller und der Liturgiendes Abend- und Morgenlandes erörtert. So erhalten wirein lichtvolles Bild von dem Stand der eucharistischenVerehrung zu allen Zeiten in der Kirche und erkennen indem Culte unserer Tage nur die volle Ausbildung desFrüheren. Besondern Werth verleiht dem Buche, daß derwissenschaftliche Gegenstand in ansprechender, populärerDarstellung behandelt ist. Wir schließen uns der Em-pfehlung im Amtsblatts für München - Freisiug (1897S. 164) an; dasselbe sagt:Das Büchlein kann nicht bloßStudirenden der Theologie, sondern allen Gebildeten, diesich für religiöse Dinge interessiren, bestens einpfählenwerden."

Antiochus. Drama in 3 Akten von Hans Eschelbach .

Kempten . Kösel, 1897. 8°. 196 S.

Der Verfasser ist kein Ankömmling in der zeit-genössischen schönen Literatur. Dramatische Dichtungen,eine Sammlung eigener Poesien, Natur und Literatur-bilder und Aehnliches liegt bereits vor, womit der KölnerDichter allenthalben bei der Kritik zur Anerkenuung ge-langt ist. SeinAntiochns", auf einer dichterisch freienBehandlung des Makkabäerkampfes beruhend, verräth er-sichtlich ein starkes Talent und tüchtiges Bühnenverständniß, mag man auch hie und da noch auf einen gewissenUeberschwaug der Diktion die Metrik ist sehr gewandtgehandhabt und eine Vorliebe für krasse Effekte stoßen.Bei einer mehr energischen Zusammenfassung der dramat-ischen Fäden und rhetorischen Zwiegespräche könnte dasStück an scenischer Wirksamkeit nur gewinnen. DieSprache hat Mark und Schwung. BühnentechnischeSchwierigkeiten stellen sich nirgends ein. Daß es nichtrecht zu einer Entwicklung der Charaktere kommt und dienothwendige Klimax in der Struktur der Gesammthand-luug etrvas unklar durchscheint, das liegt an dem insEpische spielenden Stosse selbst. Bühnenfähig ist dasDrama und eine kraftvolle Dichtung. 2 .

Antonius von Padua . Jllnstr. Zeitschrift für alleVerehrer des Heiligen, herausgegeben von Franzis-kaner-Patres der ProvinzAntonius von Padua ".(Verlag der Jos. Hochueder'schen BuchhandlungsH. Wcitlj, Landshnt, Bauern.) 12 Monatshefte1 M. 20 Pfg.; dircct durch die Post 1 M. 70 Psg.

Diese Zeitschrift, deren vollständiger in. Jahrgang(1896) uns vorliegt, ist die erste, welche zur Verehrungdieses Heiligen ergchieneu ist. Dieselbe bringt in monat-lichen Heften von je 32 Seiten gediegene, praktische Ab-handlungen. Erzählungen und Gedichte für Geist und