Ausgabe 
(19.5.1897) 28
 
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lkch^) entschiedenen Widerspruch entgegengestellt habe.Hirschmanns .Hypothese ist schon deßwegen unmöglich, weildie Tradition nur eine Jungfrau, keine WittweStilla von Abenberg kennt, die Legende sohtnwesentlich umgedeutet werden müßte, wenn StillaBnrkards III. Gemahlin geworden wäre. Stilla isteben nicht Stahla; das letztere läßt sich etwa noch mitStahleck" oderSchaln-Burghansen" erklären,mit Stilla niemals.

Ebenso unhaltbar wie die neue Hypothese Hirsch-manns muß die längst widerlegte Behauptung der Hohen-zolleruforscher erklärt werden, als sei Friedrich II. Burg-graf von Nürnberg durch Vermählung einer abenberg -ischen Erbtochtcr in den Besitz von Schloß Abenberg ge-kommen und sei dieses mütterlicherseits als dasStammschloß des berühmten Hohenzollern -Hauses zu be-trachten. Gerade umgekehrt hat sich die Sache in Wirk-lichkeit verhalten.

Der springende Punkt in der uralten heiklen Streit-frageAbenberg-Zollcrn oder Zollern-Abenberg" ist derckominno 6unrnt junior, welcher in dem Weihe-gemälde zu Kloster Heilsbronn den Schild der Grafenvon Abenberg mit der rechten Hand hochträgt, währenddie linke Hand ruhig das Schwert umfaßt hält. DieserKonrad junior, Graf von Abenberg , und dasGeschichtsbild, welches einen Zeitraum von80 bezw. 100 Jahren umfaßt, keineswegs denMoment der Klosterstiftung 1132 zur Darstellung ge-bracht hat,^) widerlegen alle Theorien, welche die Hohen-zollernforscher seit fast 400 Jahren auf die Bahn ge-bracht haben, auf einmal und mit einem Schlage. DieserKonrad junior oder Konrad, Rapoto's Sohn, ist durchVerehelichung mit der Gräfin Sophie in II u Z/. e> circa1177/8 Burggraf von Nürnberg geworden. Er hattezwei Söhne: Burggraf Friedrich I. und Burggraf Kon-rad II. Von Friedrich I. , wahrscheinlich vermählt miteiner Gräfin Zollern, stammen in der älteren Linie, re-präsentirt durch Burggraf Konrad III. (comos in 2olro)die Markgrafen und Churfürsten von Brandenburg abund die Könige von Preußen , welche seit 18. Januar1871 die deutsche Kaiserkrone tragen. Die jüngere Linieder Burggrafen von Nürnberg abenbergischer Abkunfthatte von der Mutter Hohe »zollern überkommen und inFriedrich II. mit dem Löwen den Neu begrün derdes noch blühenden Hanfes Abenberg -Zolleruerhalten. Die Ascendenten der Grafen von Abenberg anlangend,^) verweise ich auf die Grafen von Vergi-lb ei m im 54. Berichte des Historischen Vereins vonBambcrg (1892) Beilage II, 3.

Brief vom 10. Februar 1696. Hirschmann möchteSthala in der Handschrift des Erasmus Sayn vonFreising mit Stilla in Verbindung bringen. Ll. 6. 88.XXIV, 78.

Es wird dieses Falkenstein und andern Hohcnzoller-forschern noch immer nachgeschrieben.

, ") Das Wandgemälde in der Kirche zu Heilsbronn bringt den Stifter und die Donatoren des Klosters undder Kirche zur Anschauung. Stillfried, Alterthümer undKunstdenkmale des erlauchten Hauses Hohenzollern . Stutt-gart und Tübingen , 1838, ko>., und Snlzhacher Kalenderfür kathol. Christen 1871 S. 79.

Die Grafen von Abenberg sind zwar fürstl. bayer.-wclstscher Abkunft, können und dürfen aber mit dem re-gierenden Königshause der Luitpoldinger in Bayern nichtso verbunden werden, wie es Äventin und nach ihmAndere versucht haben.

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München an Maria Verkündigung(25. März) 1897.

IW. In der Berichtigung Nr. 27 S. 189 lies vorstatt von.

Recensionen und Notizen.

Heft 11 desDeutschen Hausschahes" bringrzunächst die Fortsetzung von Karl Mays ReiseerzählungIm Reiche des silbernen Löwen, die die Gewandt-heit und Geistesgegenwart des berühmten Reisenden imhellsten Lichte zeigt. L. v. Neideggs Roman: Nicht ver-gebens, wird zu Ende geführt; der Hausschatz hat damitseinen Lesern einen Roman geboten, der an Gedankentiefeund spannender Handlung sich den besten Werken der ka-tholischen Unterhaltungsliteratur gleichstellt. Von den be-lehrenden Aufsätzen heben wir die folgenden hervor. KarlHafter behandelt in: Woher kommen die Steine,dievom Himmel" fallen? die Frage nach der Her-kunft der Meteoriten. Fl. Werr schildert in Das ältesteTagblatt, wie im alten Rom das Zeitungswesen be-schaffen war. Dr. A. Heine entwirft ein ungemein fesseln-des Bild von dem einzig dastehenden Leben und TreibenIn der City in London . Dr. Dreibach beschäftigt sichmit den drei Frühlingsboten unter den Vögeln.Postdirektor Bruns würdigt die großen Verdienste desverstorbenen Generalpostmeisters von Stephan.Daran reihen sich. wie in jedem Hefte, eine Menge kleinererMittheilungen, die jedem Leser etwas Interessantes bringen.Der Bilderschmuck ist wieder sorgsam ausgewählt und sehrgeschmackvoll.

Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .