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lkch ^ ) entschiedenen Widerspruch entgegengestellt habe .
Hirschmanns . Hypothese ist schon deßwegen unmöglich , weil
die Tradition nur eine Jungfrau , keine Wittwe
Stilla von Abenberg kennt , die Legende sohtn
wesentlich umgedeutet werden müßte , wenn Stilla
Bnrkards III . Gemahlin geworden wäre . Stilla ist
eben nicht Stahla ; das letztere läßt sich etwa noch mit
„ Stahleck " oder „ Schaln - Burghansen " erklären ,
mit Stilla niemals .
Ebenso unhaltbar wie die neue Hypothese Hirsch¬
manns muß die längst widerlegte Behauptung der Hohen -
zolleruforscher erklärt werden , als sei Friedrich II . Burg¬
graf von Nürnberg durch Vermählung einer abenberg -
ischen Erbtochtcr in den Besitz von Schloß Abenberg ge¬
kommen und sei dieses mütterlicherseits als das
Stammschloß des berühmten Hohenzollern - Hauses zu be¬
trachten . Gerade umgekehrt hat sich die Sache in Wirk¬
lichkeit verhalten .
Der springende Punkt in der uralten heiklen Streit¬
frage „ Abenberg - Zollcrn oder Zollern - Abenberg " ist der
ckominno 6unrnt junior , welcher in dem Weihe -
gemälde zu Kloster Heilsbronn den Schild der Grafen
von Abenberg mit der rechten Hand hochträgt , während
die linke Hand ruhig das Schwert umfaßt hält . Dieser
Konrad junior , Graf von Abenberg , und das
Geschichtsbild , welches einen Zeitraum von
80 bezw . 100 Jahren umfaßt , keineswegs den
Moment der Klosterstiftung 1132 zur Darstellung ge¬
bracht hat, ^ ) widerlegen alle Theorien , welche die Hohen -
zollernforscher seit fast 400 Jahren auf die Bahn ge¬
bracht haben , auf einmal und mit einem Schlage . Dieser
Konrad junior oder Konrad , Rapoto ' s Sohn , ist durch
Verehelichung mit der Gräfin Sophie in II u Z/ . e > circa
1177/8 Burggraf von Nürnberg geworden . Er hatte
zwei Söhne : Burggraf Friedrich I . und Burggraf Kon¬
rad II . Von Friedrich I . , wahrscheinlich vermählt mit
einer Gräfin Zollern , stammen in der älteren Linie , re -
präsentirt durch Burggraf Konrad III . ( comos in 2olro )
die Markgrafen und Churfürsten von Brandenburg ab
und die Könige von Preußen , welche seit 18 . Januar
1871 die deutsche Kaiserkrone tragen . Die jüngere Linie
der Burggrafen von Nürnberg abenbergischer Abkunft
hatte von der Mutter Hohe » zollern überkommen und in
Friedrich II . mit dem Löwen den Neu begrün der
des noch blühenden Hanfes Abenberg - Zolleru
erhalten . — Die Ascendenten der Grafen von Abenberg
anlangend, ^ ) verweise ich auf die Grafen von Vergi¬
lb ei m im 54 . Berichte des Historischen Vereins von
Bambcrg ( 1892 ) Beilage II , 3 .
Brief vom 10 . Februar 1696 . Hirschmann möchte
Sthala in der Handschrift des Erasmus Sayn von
Freising mit Stilla in Verbindung bringen . Ll . 6 . 88 .
XXIV , 78 .
Es wird dieses Falkenstein und andern Hohcnzoller -
forschern noch immer nachgeschrieben .
, " ) Das Wandgemälde in der Kirche zu Heilsbronn
bringt den Stifter und die Donatoren des Klosters und
der Kirche zur Anschauung . Stillfried , Alterthümer und
Kunstdenkmale des erlauchten Hauses Hohenzollern . Stutt -
gart und Tübingen , 1838 , ko > . , und Snlzhacher Kalender
für kathol . Christen 1871 S . 79 .
Die Grafen von Abenberg sind zwar fürstl . bayer . -
wclstscher Abkunft , können und dürfen aber mit dem re¬
gierenden Königshause der Luitpoldinger in Bayern nicht
so verbunden werden , wie es Äventin und nach ihm
Andere versucht haben .
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München an Maria Verkündigung
( 25 . März ) 1897 .
IW . In der Berichtigung Nr . 27 S . 189 lies vor
statt von .
Recensionen und Notizen .
Heft 11 des „ Deutschen Hausschahes " bringr
zunächst die Fortsetzung von Karl Mays Reiseerzählung
Im Reiche des silbernen Löwen , die die Gewandt¬
heit und Geistesgegenwart des berühmten Reisenden im
hellsten Lichte zeigt . L . v . Neideggs Roman : Nicht ver¬
gebens , wird zu Ende geführt ; der Hausschatz hat damit
seinen Lesern einen Roman geboten , der an Gedankentiefe
und spannender Handlung sich den besten Werken der ka¬
tholischen Unterhaltungsliteratur gleichstellt . Von den be¬
lehrenden Aufsätzen heben wir die folgenden hervor . Karl
Hafter behandelt in : Woher kommen die Steine ,
die „ vom Himmel " fallen ? die Frage nach der Her¬
kunft der Meteoriten . Fl . Werr schildert in Das älteste
Tagblatt , wie im alten Rom das Zeitungswesen be¬
schaffen war . Dr . A . Heine entwirft ein ungemein fesseln¬
des Bild von dem einzig dastehenden Leben und Treiben
In der City in London . Dr . Dreibach beschäftigt sich
mit den drei Frühlingsboten unter den Vögeln .
Postdirektor Bruns würdigt die großen Verdienste des
verstorbenen Generalpostmeisters von Stephan .
Daran reihen sich . wie in jedem Hefte , eine Menge kleinerer
Mittheilungen , die jedem Leser etwas Interessantes bringen .
Der Bilderschmuck ist wieder sorgsam ausgewählt und sehr
geschmackvoll .
Verantw . Redacteur : Ad . Haas in Augsburg . — Druck u . Verlag des Lit . Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .