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(i. e. Lstavini) suxxlioitsr säisrunt, ut psi-Zons Pavisnam (sä Paviansm) u Kugorum xrinoips mor-osuäi 6i8 licentiain xostulsröt"; oder „ut xergorstPavisusw (sä Psvisnsm) «t a RuZorum xrin-oixo sto."
Nicht der Name des Rugenfürsten war den Bürgernund Kaufleuten von Passau -Jnnstadt die Hauptsache,sondern die benöthigte und nachgesuchte Handelsfrei-heit. Sie standen mit Pavians wahrscheinlich schonfrüher in Handelsverbindung und wollten, nachdem dieStadt dem Rugenkönige tributpflichtig") geworden war,dieselbe nunmehr erneuern bezw. wieder erlangen.
In oap. 8, 31 und auch sonst") wird in der vitakissti Lovsrini dem Rugenkönige Poletstons der Bei-name Psva (Pava) gegeben, weßhalb es fast den An-schein gewinnt, es sei in csp. 22 statt der Ortsbe-zeichnung Pavianana oder aä Pavisnain unterBerücksichtigung des Beinamens Pg-va und Psvs. derName Psbanus und Psbsnss erst später geschaffen undin die jüngeren Texte aufgenommen worden. Weiser hatin feiner Genealogie der Rugenkönige (Oxvrs. o innig.1682 pa§. 674) von Polstsus gesagt: c^ni 6t Psvs,sivs Pöbsnns.
Möge sich die Sache übrigens wie immer verhaltenhaben, soviel ist gewiß, das; die älteste Handschrift, welchein der kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München auf-bewahrt und von Nniv.-Professor Dr. Friedrich in seinerEugippius-Ausgabe benutzt worden ist, mit Weiser undKerschbaumer und den andern Münchener Handschriftenaä Pavianarn liest und darunter wohl nur der Ortbezw. die Stadt gleichen Namens verstanden werdenkann. — Allein wenn auch die Identität der Ortsbe-zeichnungen Pgvisnis und Pavians bei Eugippius undPsfisna in der Reichsnotiz feststeht und anerkannt ist,so läßt sich doch die wirkliche Lage von Pavians (ichnur dann beiläufig näher bestimmen, wenn wir dierömischen Jtinerarien zu Hilfe nehmen und vergleichen,da nur das vergleichende Studium, wie anderwärts soauch hier, zu einem annehmbaren Resultate führen unduns die Stelle zeigen kann, wo wir die oivitas Pa-vians. suchen müssen. Severin, sagt Eugippius ,bestieg zu Loiotro (Loioclurum) ein Schiff undfuhr die Donau hinab nach seinem altenKloster, welches das größte von allen warund hundert und mehr Meilen entfernt nebenden Mauern von Pavianis lag.
(Schluß folgt.)
Recensionen und Notizen.
Geschichte des Liwultansum reliZionis «xsr-eit'ium im vormaligen HerzogthumSulz-b a ch. Von Georg Neckermann, Cooperator inFrontenhäuscn. Regensburg 1897. Habbel.157 Seiten.
L.. H. Ganz eigenthümliche Verhältnisse finden sichin etwa 30 Kirchen des ehemaligen Herzogthnms Sulz-bach, indem dieselben sowohl den Katholiken als auch denProtestanten zur Feier ihrer Gottesdienste znr Verfügungstehen. Dieser sonderbare Zustand, von weltlichen Fürstenohne M itwirkung der Bischöfe von Regensburg und Eich-
") ill' oxpiclw sib! (k'svas) tributariis atgns vi-emis (ex guibus nuuiu erst Paviauis) cap. 31 u. 42.
'°) Vergl. eap. 40, 42 u. 44.
.") eap. 22 ack avtigunm itagns et ornnibusmafus mouastsrium suum, inxta Muro8opxickiPavtanis, guock esntnm st Ultra millibu8 äderst,Danudii, nsviKstiono cks8osnüit snsviastioindv8ckssoencksdat OIw. 12104 st 18512/2).
stätt, in deren Sprengel das sulzbachische Gebiet lag.herbeigeführt, bericht auf dem sog. Kölner Vergleich vom22. Februar 1652. Es ist nun gewiß von hohem Interesseder Entwickelung dieses Kölner Vergleiches nachzugehenund die Gestaltung der Dinge darzulegen. Darum be-grüßen wir die Arbeit des Herrn Cooperators Necker-mann mit Freuden; ist ja doch auf katholischer Seitedieses Gebiet noch sehr wenig in Untersuchung genommenworden. Im Jahre 1542 war in Ncuburg und Sulzbachdurch den tiefverschuldeten Ottbeinrich die neue Kirchen-ordnung eingeführt worden. In Folge der Konversiondes Herzogs Wolfgang Wilhelm 1613 zur katholischen Re-ligion wurde jedoch im Neuburgischen das fus rst'ormsnilizur Anwendung gebracht und der kath. Gottesdienst wiederhergestellt. In Sulzbach regierte unter neubnrg. Oberherr-schaft Wolfgangs Bruder August, welcher sich jedoch derDurchführung der Rekatholisirung widersetzte. Sein SohnChristian August führte 1632 den Kampf um die Er-haltung des Lutherthums fort. Als Landesherr warWolfgang Wilhelm formell völlig berechtigt, wie auchSperl (Geschichte der Gegenreformation 1,36) ausdrücklichanerkennt, auf Grund des Augsburger Religionsfriedens den evangelischen Glauben in den Aemtern seiner Brüderzu unterdrücken. Auch der westfälische Friede, welcherdas Normaljahr 1624 statuirte, bot den Protestanten keineHandhabe zur rechtlichen Weigerung, das fus rskormsnckianzuerkennen, ebensowenig führten dieNürnberger Friedens-Exekutions-Verhandlungen 1650 und 1651 eine Einigungherbei. Herzog Wolfaang Wilhelm war indessen nicht ab-geneigt. ein interimistisches Simultaneum anzuerkennen.Hinter dem Rücken des Vaters schloß nun der ErbprinzPhilipp Wilhelm mit seinem Vetter Christian August denKölner Vergleich, welcher für die Lebensdauer der beidenFürsten das Simultaneum festsetzte. Am 16. Jan. 1656trat der Herzog Christian August von Sulzbach selbst zurkatholischen Kirche über, aber merkwürdiger Weise ist dasSimultaneum bis au f den heutigen Tag beibehalten worden.Wenn wir an der Arbeit Neckermanns, welcher die ein-schlägigen Archivälien im Reichsarchiv zu München undim Kreisarchiv zu Nürnberg fleißig benützt hat, etwasauszusetzen haben, so ist es der Umstand, daß er der Vor-geschichte des Kölner Vergleichs in Abschnitt I, S. 7—36zuviel Aufmerksamkeit geschenkt, den Wirkungen desselbendagegen zu wenig Beachtung gewidmet hat. Neckermannschildert die historische und rechtliche Seite der Ein-führung des Simultaneums, aber nach dem Titel desWerkes hätte man auch die weitere Entwickelung derkirchlichen Verhältnisse, die Streitigkeiten und Beschwerdender beiden berechtigten Confessionen erwartet. In dieserBeziehung bietet Theodor Lauter eine interessante Er-gänzung in Kolde's „Beiträgen zur bayerischen Kirchen-geschichte II. Band (1886) S. 8—25". Zu der ErzählungNeckermanns' S. 27 von der bekannten Ohrfeige in Düssel-dorf wäre zu vergleichen Räß, Die Convertiten IV. 224.Auch das Citat S. 19 aus Döllinger ist nicht ganz richtig;es muß heißen I, 148. Diese Bemerkungen sollen jedochder Airerkennung für den Fleiß und die Klarheit m derDarstellung keinen Abbruch thun. Denn für einen Seel-sorgspriester ist es sehr schwer, die erforderlichen Ma-terialien zu historischen Arbeiten zu gewinnen.
Kirstein Ant., Entwurf einer Aesthetik der Natur undKunst. 8°. vm -si 324 SS. Preis 4 M. 80 PstPaderborn, F. Schöningh. 1896.
-> Die mit großem Beifall aufgenommene „wissen-schaftliche Handbibliothek" des Verlegers, welche ganz be-deutende literarische Leistungen ausweist, bringt außertheologischen Lehrbüchern auch Arbeiten aus anderenZweigen gelehrter Forschung: diese Aesthetik bildet dettvierten Band der dritten Reihe und orientirt den Jüngerder Wissenschaft, ohne tiefer einzudringen, in genügenderWeise über einen Gegenstand, der eigentlich vom „Ge-schmack" abhängt und darum, dem Sprichwort ganz ent-gegen, so viel umstritten ist. Der Verfasser thut gutdaran, die Grundsätze für die Beurtheilung der Schönheitin Natur und Kunst mehr historisch referirend zu beleuchten,denn in einer solchen Sache ist Absprechen wie Zustimmengleich gefährlich, Sicherheit wird sich in vielen Punktenüberhaupt nicht erreichen lassen. Die einschlägige Literaturist in ausreichender Meüge lind mit verständiger Auswahlbenützt und dem weitere Aufklärung Suchenden mitgetheilt