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aufgeweicht. Man klettert immer weiter. Der italienischeBotschafter geht ernst hinterdrein mit seinem schönenschwarzen Hut, den der Regen mit feuchtem Glanz über-zieht. Trotz des Gusses ist es drückend heiß, der Schweißtropft von unserer Stirne um die Wette mit den Ge-wässern des Himmels. Ich schwimme in meinen Schuhen,und während ich der schönen Kaiserin die Hand zurStütze reiche, bin ich ein wenig versucht, sie nicht soschön wie gewöhnlich zu finden. In einem unbeschreib-lichen Zustand kommen wir nach dreiviertelstündiger Felsen-besteigung zu den Wagen zurück. Man dreht die Kissenum, die sich in Waschbecken verwandelt haben, man hülltsich, dampfend vor Nässe und Schweiß, in die dickenWinterüberzieher, und man kehrt gegen sieben Uhr in'sPalais zurück, um sich in große Toilette zu werfen zuEhren der Engländer. Ich habe einige Zeit dazu ge-
Das kleinkalibrige Gewehr, seine Schießleistnngenund der kugelsichere Dowe'sche Panzer.
I. Das kleinkalibrige Gewehr.
Die vor Kurzem vor höheren Offizieren in Berlin statt-gehabten Schicßproben mit dem deutschen Militärgewehr gegenden kugelsicheren Dowe'schen Panzer lenken die Auf-merksamkeit insofern auf die Beschaffenheit und Leistungsfähig-keit des modernen kleinkalibrigen Gewehres, als die Frage ent-steht, in welchem Grade eine Benutzung des Dowe'schen Panzersgegen die Wirkungen der modernen Feuerwaffen schützen kann,und ob die Einführung desselben in die Armee angezeigt er-scheint. Um hierüber zu einem Urtheil zu gelangen, ist sowohleine genaue Kenntniß des Gewehrs und seiner ballistischenLeistungen, was Treffsicherheit, Schußweite und Durchschlags-kraft anlangt, als auch eine Kenntniß des Dowe'schen Panzersin Bezug auf seine Leistungsfähigkeit in erster Linie erforderlich.Diesem Zwecke sollen die nachstehenden, durch Zeichnungen er-läuterten Ausführungen dienen.
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braucht, weiß der Himmel, und es war nicht leicht, ausden Kleidern herauszukommen, die fest am Körper klebten,sowie aus den zusammengeschrumpften Schuhen. Ichhabe mich vom Kopf bis zu den Füßen abgerieben, alswenn ich aus einer Douche käme, und dann bin ichin die erleuchteten Salons hinabgestiegen. Bald nachmir ist die Kaiserin angekommen, lächelnd und blendendschön, mit Schleppe und Diamanten. Sie saß bei Tischezwischen Lord Stanley, der ein stämmiger blonder Mylordist, und dem Botschafter Lord Lyons und schien beideHerren durch ihre Liebenswürdigkeit hoch zu entzücken."--
Goldköruer.
Der allein besitzt die Musen,
Der sie trägt im warmen Busen,
Dem Wandalen sind sie Stein. Schiller.
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Das kleinkalibrige Gewehr, mit welchem die deutsche Armeebewaffnet ist (M. 88), ist bekanntlich ein Mehrlader mit einemKaliber von 7,9 nun. Eine Abbildung des geöffneten Schloß-theils finden unsere Leser oben rechts in beistehender Zeichnung,zu deren Erläuterung in dem Lande der allgemeinen Wehr-pflicht kaum etwas hinzuzufügen ist. Die Kammer ist geöffnetund zurückgezogen, der in den Kasten eingesetzte, fünf Metall-patronen enthaltende Patronenrahmen, aus welchem durch einenvon unten drückenden Hebel die Patronen nach oben gehobenwerden, so daß die oberste Patrone vor die Hintere Lauföffnungzu liegen kommt und nur durch Vorschieben der Kammer ein-fach in den Lauf geführt werden kann, ist deutlich erkennbar.Einen solchen Patronenrahmen in beinahe natürlicher Größefindet der Leser ganz links auf der Zeichnung, und rechtsdaneben eine scharfe Patrone im Längendurchschnitt. DaS31,6 wm lange und 8 mm starke Geschoß hat bekanntlich einenStahlmantel, der die Führung in den Zügen übernimmt unddem 14'/, Ar schweren Geschoß seine Gestalt sichert; der Kernist aus gepreßtem Hartblei. Mit seinem Hinteren Theil istdas Geschoß in die verengerte metallene Patronenhülse gepreßt,die in ihrem langen weiteren Theil mit 2^/« Ar rauchfchwachem